Wir schreiben das Jahr 1981. Der junge, japanische Spiele Entwickler Shigeru Miyamoto landete beim Spielehersteller Nintendo einen ersten grossen Achtungserfolg, mit einem bombastischen Automatenspiel, namens Donkey Kong.

Der schnauzbärtige Held dieses Spielhallenhits, der anfangs noch auf den Namen "Jumpman" hörte, rettet seine holde Maid (ihr habts erraten. Es handelt sich um Prinzessin Peach), aus den Klauen eines wildgewordenen Riesenprimaten. Beflügelt von diesem Erfolg, beschliesst Nintendo dem Jungspund Miyamoto eine weiter Chance zu geben. Und soviel kann ich vorweg mehmen....Dies war der Startschuss für eine der legendärsten und langlebigsten Spieleserien überhaupt.

Noch bevor Miyamoto-San mit dem Spiel Super Mario Bros für  Nintendos Famicom (in Europa und USA - Nintendo Entertainment System) endgültig in die Geschichte einging, sollte der italienische Klempner, der Anfangs eigentlich Tischler war, seinen ersten grossen Solo-Auftritt bekommen. Hierbei handelt es sich um eines der Videospiele, das meine Kindheit entscheidend geprägt hat - nämlich den Vorgänger von Super Mario Bros. - Mario Bros. Speziell will ich hier auf die Umsetzung für die in den USA und Europa sehr erfolgreiche Heimkonsole Atari VCS 2600 eingehen. Diese schwarze Kiste war gleichzeitig meine "Einstiegsdroge", in die bunte und laute Welt der Videospiele.

Nachdem ich mir meine ersten virtuellen Sporen bei Pong und Space Invaders verdient habe, hat mich dieses Spiel am meisten beeindruckt. Bei Mario Bros., das übrigens auch einen exzellenten 2-Player Modus hatte (Luigi war ebenfalls am Start), handelt es sich um eines der ersten richtigen Plattform Jump´n runs. Die Hintergrundstory des Spiels, wenn man das überhaupt so nennen darf, ist recht schnell umrissen. Ein Kanalsystem ist von allerlei üblem Getier wie Schildkröten und Krebsen befallen. Aus diesem Grund wird der Klempner und Hobby Kammerjäger Mario zur Hilfe gerufen.
 

 

Der Spieler springt, sobald sich eines der Krabbelviecher über ihm befindet, hoch und donnert mit seinem Schädel recht unsanft auf die nächst höhere Ebene. Von dieser Erschütterung überrascht, verharren die Krabbler kurzzeitig in einem schlafähnlichen Zustand. Dies ist dann der Augenblick, in dem Mario das Vieh locker unschädlich machen kann. Ist das gesamte Stage von allen Störenfrieden befreit, geht es auch schon zum nächsten Level. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich dezent aber stetig. Hin und wieder erscheinen highscoresteigernde Goodies, sowie totbringende Kreisel, denen Mario mit einem beherzten Sprung  ausweichen muss.

Fazit: Dieses einfache aber süchtigmachende Spielprinzip fesselte mich Mitte der Achtziger Jahre stundenlang vor den Bildschirm (ähnlich wie zuvor Pacman).  Natürlich mutet das Gameplay aus heutiger Sicht reichlich simpel an, aber für damalige Verhältnisse war es sehr innovativ. Kurz darauf folgten natürlich schon die ersten Nachahmer, wie Parkers spassige Hüpferei Popeye oder Kangaroo von Sun Electronics. Umsetzungen für weitere Heimkonsolen wie Atari 7800, Famicom und Nintendo´s mobile LCD-Spieleserie Game&Watch, folgten wenig später. Solltet ihr auf dem Flohmarkt oder diversen Online Auktionshäusern auf eine Variante  dieses Spiels stossen, kann ich euch nur raten, euch ein Exemplar zu sichern. Ihr werdet es bestimmt nicht bereuen.