(Sega, 1995)

 
 
Bei Comix Zone handelt es sich um ein seitlich scrollendes Beat´em up, in bester Tradition von Spiele-Klassikern wie Final Fight (SNES) oder Streets of rage (Mega Drive). Leider ist dieses arcadelastige Genre mittlerweile (fast) komplett ausgestorben.

Die Story des Spiels ist ziemlich abgedreht. Der mäßig erfolgreiche Comic Zeichner Sketch Turner wird von seinem selbst erfundenen Erzbösewicht Mortus unsanft in sein eigenes Comicheft befördert. Mortus und Sketch wechseln ab sofort kurzerhand die Rollen. Fiktion und Realität beginnen sich zu vermischen. Als Sketch wieder zu sich kommt, begrüßt ihn auch schon ein weiter Character seiner Heftreihe. Die attraktive Alissa Cyan versorgt den wackeren Comiczeichner ab sofort mit nützlichen Tips und allerlei frei im Spiel ensetzbaren Extras, wie Messer, Heiltränke oder Dynamit. Was Comix Zone von herkömmlichen Sidescrolling Beatém ups unterscheidet, ist definitiv der originelle Grafikstil. Anstatt sich linear von links nach rechts in den Leveln fortzubewegen, hangelt sich der Spieler von Bild zu Bild, innerhalb eines interaktiven Comichefts und vermöbelt diverse Monster und Schurken. Die Präsentation kommt passenderweise äußerst bunt und knallig daher.

Wer anfangs über die arg simpel geratene Steuerung die Nase rümpft (jeweils eine Taste für Sprung und Kampfattacke), wird schnell angenehm überrascht sein. Mithilfe der Richtungstasten stehen euch etliche Schlag- und Trittkombinationen zur Verfügung. Allerdings sei hier Vorsicht angebracht. Besonders durchschlagende Schlagcombos, lassen die Energieanzeige gefährlich schrumpfen. Das wilde Gekloppe wird durch allerlei Rätseleinlagen, wie versteckte Schalter oder brüchige Wände, die erst einmal gesprengt werden müssen aufgelockert.
 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings ist auch hier nicht alles Gold was glänzt. Die düdelige Hintergrundmusik, sowie die kratzigen Soundeffekte kann man gelinde gesagt als mäßig bezeichnen. Soundtechnisch wäre auch zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wesentlich mehr drin gewesen. Zu alledem gesellt sich ein harscher Schwierigkeitsgrad, sowie die eine oder andere unfaire Stelle. Continuous oder Rücksetzpunkte sind schlicht und einfach nicht vorhanden. Ist das virtuelle Bildschirmleben erst einmal ausgehaucht, ist Schluss mit lustig. Der Spieler ist gezwungen das Spiel wieder ganz von vorne zu beginnen, oder das Joypad genervt in die Ecke zu feuern (in der 2002 erschienenen Umsetzung für den GBA, wurde dieses Manko übrigens ausgemerzt).

Fazit:
Schlussendlich kann man sagen, daß Licht und Schatten bei Comix Zone sehr nah nebeneinander liegen. Sollte man aber mit den gelegentlichen auftauchenden Frustmomenten zurecht kommen, bekommt der Spieler ein äußerst kurzweiliges Actionspiel präsentiert. Der außergewöhnliche Grafikstil und das intuitive Spielerlebnis, sind auf jeden Fall die 800 Wii Points für den Download wert. Solltet ihr noch ein Mega Drive euer Eigen nennen, solltet ihr natürlich auf das Original Modul zurückgreifen. Bei Ebay ist das Spiel für maximal 10 Euro zu haben.