Neuer Spieletest online (vom 03.02.2017)

"Als ich 1993 das erste Mal Super Mario Kart für mein SNES in den Händen hielt war ich zunächst doch etwas irritiert. Ein Rennspiel mit meinem alten Jump-and-Run-Helden Mario? Was soll das denn? Heute ist der dicke Klempner durchaus als sportliches Multitalent bekannt (Tennis, Golf, Fußball, etc.), aber damals war sein Ausflug auf die Rennstrecke tatsächlich absolutes Neuland. Und damit nicht genug – mit Super Mario Kart begeisterte Nintendo auch ausgesprochene Rennspiel-Muffel und begründete ganz nebenbei das immer noch beliebte Genre der Fun-Racer...." (RS)

Das sind die einleitenden Worte zu unserem neuen Spieletest. Diesmal haben wir uns einen absoluten Klassiker für das SNES ausgesucht, der wirklich in keiner anständigen Retro-Sammlung fehlen sollte. Zudem freue ich mich sehr, dass wir mit Robert einen neuen Online-Redakteur gefunden haben, der unser kleines Team ab sofort verstärken wird. Willkommen an Bord!

So, jetzt aber genug der Vorrede. Hier geht´s zu unserem ausführlichen Test

Nintendo Switch (vom 18.01.2017)

Nachdem die Switch vergangene Woche der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde, durften nun endlich auch wir im Rahmen eines Presse-Events Hand an Nintendos brandneue Konsole legen. Im Konsolen-Modus (Tablet steckt in der Dockingstation) fühlt sich die Switch fast wie sein Vorgänger an, die WiiU. Genau wie hier wird es einen optionalen Pro Controller geben, der gerade bei komplexeren Spielen hervorragend in der Hand liegt und entfernt an das N64-Pad erinnert. Grafisch bietet die Konsole am heimischen Fernseher ein scharfes Full-HD-Bild. Quantensprünge, im Vergleich zur WiiU, solltet ihr allerdings nicht erwarten.

Ihre Stärken spielt die Switch vor allem beim Wechsel in den mobilen Modus aus. Sobald ihr die transportable Einheit aus der Dockingstation entfernt, schaltet das Bild, ohne Unterbrechung oder lästige Ladezeiten, auf das kleine Display um. Hier punktet die Konsole durch ihr geringes Gewicht und die kompakte Größe. Die grafische Auflösung reduziert sich dann allerdings auf maximal 720p. Die Schultertasten, der seitlich am Display angebrachten Joy-Cons, haben bei uns einen etwas "wabbeligen" Eindruck hinterlassen.

Grafisch bewegen sich die vorgestellten Spiele auf dezent aufgebohrtem WiiU-Niveau. Selbst antesten durften wir unter anderem The Legend of Zelda: Breath of the Wild (schöne, große Spielewelt), Splatoon 2 (Fortsetzung des Multiplayer-Shooters) und ARMS (Box-Spiel mit Bewegungssteuerung). Alle vorgestellten Spiele kommen im für Nintendo typischem Comic-Look daher. Besonders unterhaltsam war erwartungsgemäß Mario Kart 8 Deluxe, das auch unterwegs gegen einen menschlichen Kontrahenten (per Split-Screen) eine Menge Spaß macht. Die Minispiel-Sammlung 1-2-Switch hat bei uns hingegen einen etwas faden Beigeschmack hinterlassen. Was Nintendo hier zum Vollpreis anbietet, erinnert mehr an eine Tech-Demo, als an ein vollwertiges Spiel. Ähnlich wie damals bei Wii Sports werden dem Spieler hier die neuen Features der Konsole nähergebracht. Warum dieses Spiel nicht gleich im Bundle mit der Switch erscheint,  bleibt ein Rätsel.

Erstes Fazit: Nintendo hat es geschafft, ein tolles Handheld zu präsentieren, das auch prima als klassische Konsole genutzt werden kann. Die einzigartigen Features des Geräts vereinen die Vorzüge der Wii (Bewegungssteuerung), der WiiU (Tablet) und des 3DS (Portabilität). Wer also eine vollwertige Konsole für unterwegs sein Eigen nennen möchte, greift Anfang März direkt zu. Alle anderen, die noch eine WiiU besitzen, können getrost eine Weile mit der Anschaffung warten. Zumindest bis Weihnachten 2017. Dann nämlich erscheint Super Mario Odyssey, und das dürfte neben Zelda die erste "richtige" Killer App für die Switch werden. (MS)

 

 

8-Bit Artbook (vom 13.01.2017)

"Am Anfang war das Quadrat!". Mit diesen Worten beginnt der Autor Prof. Dr. Stephan Günzel die Einleitung zu seinem Artbook, mit dem kurzen aber prägnanten Titel "8-Bit". Eine schöne Anspielung auf bewegte Pixel und eine Liebeserklärung an Videospiele als Kunstform.

Tatsächlich bestanden die Grafiken der ersten Videospiele auf Dinosaurier-Konsolen wie dem Atari 2600 oder dem Magnavox Odyssey aus nur wenigen Quadraten. Eben gerade so viele, wie es der Speicher der jeweiligen Hardware zuließ. Es gehörte schon eine gehörige Portion Fantasie dazu, diese "Pixelklumpen" als Panzer oder gar als Drachen zu identifizieren. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, damals war man als Spieler aber schon mit wenig zufrieden. Der Spielspaß stand schließlich immer an erster Stelle.

Die Entwickler zauberten im Laufe der 8-Bit-Ära aber immer aufwendigere Pixelprachten auf den Bildschirm. Dies zeigen beispielsweise Spiele wie Castlevania III: Dracula´s Curse (für das NES) oder Ninja Gaiden (für die PC Engine).

Was dieses Artbook, neben den kurzen Beschreibungen der Spiele ausmacht, sind selbstredend die Illustratrationen. Auf über 200 Seiten darf man hier alles bewundern, was in dieser frühen Epoche der Videospiele Rang und Namen hatte. Zusammen mit dem Hardcovereinband und der hochwertigen Papierqualität ist "8-Bit" wirklich das ideale Geschenk für Retro-Fans. Schade eigentlich, dass Weihnachten schon vorbei ist. (TN)

Double Dragon IV (vom 01.01.2017)

Die Drachen kehren zurück! Bereits 30 Jahre ist es her, seit dem die Brüder Jimmy und Billy mit ihren bloßen Fäusten für Ordnung auf den Straßen sorgten und somit zugleich ein neues Genre definierten. Das ursprünglich von Technōs entwickelte Beat-em-Up Double Dragon feierte 1987 in der Spielhalle Premiere und erfreute sich bereits vom Start weg größter Beliebtheit bei den prügelwütigen Spielern. Zwei Fortsetzungen, sowie unzählige Umsetzungen für Heimcomputer und Konsolen sollten in den Jahren darauf folgen. Der Rest ist Geschichte.

Pünktlich zum dreißigjährigen Jubiläum haben sich die ursprünglichen Entwickler, unter der Leitung des Produzenten Takaomi Kaneko dazu entschlossen, die Reihe für den PC und die PS4 (als kostenpflichtigen Download) wieder aufleben zu lassen. Bereits Ende des Monats soll das Spiel erscheinen und wie die ersten bewegten Bilder zeigen, orientieren sich die Macher vom Stil her stark an den damaligen Portierungen für das NES, natürlich mit kleinen Verbesserungen.

Die Grafik ist pixelig, die Musik düdelig und natürlich darf man auch wieder zu zweit die Fäuste schwingen. Die Story, um die entführte Freundin wird dabei, wie gewohnt, zur reinen Nebensache verkommen. Es müsste also schon mit dem Teufel zugehen, wenn Double Dragon IV keine spaßige Klopperei für Retro-Gamer werden sollte. (TN)

 

News Archiv
 
  2016 2015 2014
2013 2012 2011 2010
2009 2008 2007 2006