Happy New Gaming Year (vom 01.01.2012)

Wieder einmal liegt ein ereignisreiches Zockerjahr hinter uns und ich möchte mich bei dieser Gelegenheit ganz herzlich für eure Treue und die rege Beteiligung an unseren Gewinnspielen bedanken. Die steigenden Besucherzahlen motivieren uns immer wieder aufs Neue.

Ich hoffe, ihr schaut auch weiterhin auf unserer schnuckligen Retrogames-Webseite vorbei, denn natürlich werden wir euch auch auch 2012 mit interessanten News aus der Retrosphäre, Spieletests und Messeberichten versorgen. Versprochen! Wenn alles klappt, werden wir auch noch mal an der Optik-Schraube drehen, um unsere Seite noch attraktiver für euch zu machen. Ihr dürft gespannt sein.

Das Retro Videogames-Team wünscht euch einen tollen Start ins neue Jahr!  

Neuer Spieletest online (vom 06.01.2012)

Fans des flitzenden Igels mussten in den vergangenen Jahrzehnten so einiges einstecken. Was hat Sega nicht alles ausprobiert, um sein einstiges Zugpferd und Firmen-Maskottchen endlich wieder an die Spitze der Software-Charts zu katapultieren. Es gab keine Schweinerei, für die Sonic nicht herhalten musste. Ich erinnere hier nur an das mässig spielbare Sega Superstars Tennis (Wii) oder den misslungenen Action / Jump'N'Run-Mix Sonic Unleashed (für Wii, Xbox 360 und PS3), in dem sich Sonic gar in einen Werwolf (oder besser gesagt "Werigel") verwandelt und dumpf prügelnd durch Gegnerhorden marodiert.

Sinkende Verkaufszahlen und die im Internet motzenden Fans scheinen Sega aber schlussendlich davon überzeugt zu haben, dass die Zeit der Experimente nun für beendet erklärt werden sollte. Bereits mit der klassisch angehauchten Download-Episode Sonic 4, für die aktuelle Konsolen-Generation, besannen sich die Sonic-Erfinder wieder der alten Tugenden. Pünktlich zum zwanzigsten Geburtstag des Igels kommt mit Sonic Generations nun ein Vollpreisspiel auf den Markt, dass mit aller Macht versucht, die besten Eigenschaften der klassischen Mega Drive-, sowie der aktuelleren 3D-Teile in einem Spiel zu vereinen. Ob Sega mit diesem gewagten Vorhaben auf die Nase gefallen ist, oder aber eine rundum gelungene Melange abgeliefert hat, lest ihr in unserem ausführlichen Test.

Space Quest II Fan-Remake (vom 13.01.2012)

Bereits 1987 erschien der zweite Teil der beliebten Adventure-Reihe Space Quest für den PC. Obwohl das Spiel damals noch in EGA-Grafik und mit piepsigem PC-Speaker-Sound auf den Markt kam, erinnern sich viele Retro-Gamer sicherlich noch gerne an die Anfänge des Adventure-Genres zurück. Zu dieser Zeit war es übrigens noch nicht üblich, die Spielfigur allein mit Hilfe der Maus (also per Point-and-Click-Methode) über den Bildschirm zu bewegen. Vielmehr musste man seinen Charakter mit den Pfeiltasten navigieren. Aktionen wie "Schaue auf" oder "Benutze Gegenstand X mit Gegenstand Y" wurden per Tastatur-Eingabe, über einen sogenannten Text-Parser, am unteren Bildschirmrand eingegeben. Aus heutiger Sicht eine sehr umständliche Methode, da man schon genau wissen musste, welches Vokabular vom Spiel erkannt wird. Frustmomente waren hier vorprogrammiert.

Aber Schuld am beachtlichen Erfolg der Space Quest Reihe war vor allem der schräge Humor der beiden Sierra Entwickler Mark Crowe und Scott Murphy (auch bekannt als "The two Guys from Andromeda"), die der Spieleserie lange Zeit ihren ganz persönlichen Stempel aufdrückten. Die Abenteuer des sympathisch, trotteligen Raumschiff-Kapitäns Roger Wilco waren extrem witzig und konnten es in dieser Hinsicht sogar mit späteren Lucas Arts Klassikern wie Monkey Island oder Day of the Tentacle aufnehmen.

Falls ihr beim Anblick von pixeliger 8-Bit Grafik allerdings akuten Augenkrebs bekommen solltet, habe ich eine gute Nachricht für euch: Das amerikanische Entwickler-Studio Infamous Adventures, bestehend aus einer Handvoll Hobby-Programmierern, hat es sich seit einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, alte Adventure-Spiele aus dem Hause Sierra in zeitgemässerer Technik neu aufzulegen und kostenlos (!) ins Netz zu stellen. So geschehen zuletzt mit Space Quest II - Vohaul´s Revenge.

Alle, die wie ich erst ab dem vierten Space Quest Teil oder später auf die Reihe aufmerksam wurden (dann schon in VGA-Grafik und mit Midi-Sound), sollten sich deshalb nun schleunigst auf die Webseite der Entwickler begeben und sich das ca. 500 MB grosse Remake herunterladen (für Windows und MacOS). Optisch und soundtechnisch gibt es nichts mehr auszusetzen und die komfortable Point-and-Click-Steuerung ist jetzt auch für Maus-Akrobaten bestens geeignet. Eine feine Sache.  

 

Chasing for games (vom 20.01.2012)

Es ist mal wieder an der Zeit, euch einen interessanten YouTube-Kanal zum Thema Retrogaming vorzustellen. Billy und Jay, beide Gamer der ersten Stunde, kommen aus dem Städtchen Fort Worth, im Bundesstaat Texas. Neben ihrer Leidenschaft für klassische Videospiele und Konsolen, verbindet sie vor allem eins - Ein unbändiger Sammeltrieb.

Um ihrer Passion angemessen zu frönen, scheuen die Game Chasers (wie sich die beiden nennen) keinen Aufwand und gurken mit ihrem Pickup quer durch die USA, immer auf der Suche nach einem seltenen Spiel für ihre ausufernde Sammlung.  Dabei schrecken sie auch nicht davor zurück, sich durch staubige Spielekisten auf Flohmärkten zu wühlen oder die Regale in abgelegenen Gameshops nach Spiele-Juwelen abzuscannen. Oft bleibt ihre Mühe unbelohnt. Regelmässig stossen sie bei ihrer Jagd allerdings auf absolute Schätze, die zu lächerlich günstigen Preisen angeboten werden. Meistens wissen die arglosen Verkäufer gar nicht, was sie da für Raritäten in ihren Ramschkisten liegen haben. Wer auch nur ein bisschen was für klassische Spiele übrig hat, kann sich bestimmt vorstellen, wie gross die Freude der beiden Nerds ist, wenn sie nach stundenlanger Suche endlich auf einen lang ersehnten Neuzugang für ihre Sammlung stossen.

Ich würde die Game-Chasers-Show als eine gelungene Mischung aus Roadtrip und Reality-Doku beschreiben. Die Episoden wurden durchaus professionell produziert und könnten so auch im Vorabendprogramm im Fernsehen laufen. Wer die Abenteuer der Game Chasers noch nicht kennt und der englischen Sprache ansatzweise mächtig ist, klickt jetzt schleunigst auf den folgenden Link.

 

Neuer Spieletest online (vom 01.02.2012)

Die Super Mario Land-Reihe blickt auf eine beachtliche Historie zurück. Bereits auf dem Ur-Game Boy erschien der erste Teil der Serie, der mich (und viele von euch sicher auch) schlussendlich dazu veranlasste, mir ein Exemplar der tragbaren Konsole ins Haus zu holen. Die Super Mario Land-Spiele waren als mobiles Pendant, zu den erfolgreichen Super Mario Bros-Titeln (auf den stationären Spielgeräten) gedacht und verfügten, auch dank ihrer technischen Limitationen, über einen ganz eigenen Charme. Aber seit den pixeligen Anfängen auf Nintendos 8-Bit Handheld hat sich einiges getan.

Mittlerweile haben technische Features, wie flüssige 3D-Grafik und bewegungssensitive Steuerungs-Elemente, Einzug in die Spielezimmer der Zocker gehalten und altmodische Jump-and-Runs verloren im Laufe der Zeit stark an ihrer ursprünglichen Relevanz. Allerdings verstand es Nintendo dank frischer Ideen und neuer Innovationen immer wieder, der altehrwürdigen Super-Mario-Reihe neues Leben einzuhauchen. So blieb sie stets auch für junge Gamer attraktiv. Die tragbaren Spiele des dicken Klempners waren aber meistens nur ein besserer Abklatsch, der erwachsenen Varianten, für die "grossen" Konsolen. Ob Super Mario 3D Land nun endgültig aus dem Schatten der Wohnzimmer-Reihe heraustreten kann, lest ihr in unserem ausführlichen Test.

Spielezeitschrift ausgegraben (vom 06.02.2012)

Beim Aufräumen meines Kellers stiess ich kürzlich ganz unverhofft auf einen bereits verloren geglaubten Karton, randvoll gefüllt mit alten Spielezeitschriften. Neben jeder Menge alter Power Play-, ASM- und Video Games-Ausgaben fand ich eine Zeitschrift, die ich im Laufe der Jahre komplett verdrängt hatte.

Hierbei handelt es sich um ein Spielemagazin namens SMASH, von dem 1989 gerade einmal drei Ausgaben erschienen. Das Layout der Zeitschrift erinnert mich ein bisschen an die ersten ASM-Ausgaben und kommt somit relativ textlastig daher. Dank der wenigen (grösstenteils) farbigen Screenshots und Fotos musste sich das Magazin seiner Zeit aber keinesfalls hinter der Konkurrenz verstecken. Getestet wurden in dieser Zeitschrift primär Spiele für damals erhältliche Heimcomputer wie C64, Amiga oder Atari ST. Konsolen- und Spielhallen-Games fanden eher am Rande Beachtung.

Besonders witzig finde ich den Bericht über das mittlerweile so gut wie ausgestorbene Genre Strip-Poker-Simulationen. Auch die Vorstellung der Mega Drive-Starttitel (u.a. Alex Kidd und Altered Beast) und die Einschätzung der Hardwarefähigkeiten der damals noch neuen Konsole, bringen mich nach all den Jahren zum Schmunzeln.

Um euch dieses nostalgische Vergnügen nicht vorzuenthalten, habe ich mich geschlagene zwei Stunden vor den PC gesetzt und die Ausgabe Mai/Juni 89 komplett eingescannt. Lasst euch diese Zeitreise nicht entgehen und ladet euch die PDF-Dateien unter den folgenden Links herunter:

Download 1    Download 2    Download 3   Strip-Poker-Artikel 

Neues Neo Geo Handheld im Anmarsch? (vom 12.02.2012)

Kürzlich sorgte eine News-Meldung auf dem japanischen Gaming-Blog Famicom-Plaza für Aufsehen. In diesem Artikel hiess es, dass der Neo Geo-Erfinder SNK Playmore tatsächlich plant, ein neues portables Spielgerät auf den Markt zu bringen, mit dem es möglich sein soll, bekannte Neo Geo AES Klassiker unterwegs zu zocken.

Höchstwahrscheinlich handelt es sich bei dieser Neuauflage des Neo Geo Pocket um eine von SNK lizenzierte Hardware, die laut Angaben des Blogs über ein 4.3 Zoll grosses Display, 2 GB eingebautem Speicher und einen SD-Karten-Slot verfügen soll. Ausserdem lässt sich auf den ersten Screenshots erahnen, dass das schicke Gerät erneut über den selben, herrlich klickenden Analogstick verfügt, wie schon der 16-Bit-Vorgänger aus den 90er Jahren. Ausserdem hat das Gerät vier Action-Buttons und genauso viele Schulter-Tasten.

Glaubt man den Betreibern der japanischen Webseite, sollen folgende Titel bereits installiert sein: World Heroes, Ultimate 11, Top Player's Golf, Sengoku, Nam-1975, Mutation Nation, Last Resort, King of Monsters, Frenzy, Cyber-Lip, Fatal Fury Special, The Art of Fighting, Super Sidekicks, League Bowling, Metal Slug, Magical Lord, Baseball Stars Professional, Samurai Shodown, The King of Fighters '94, und Fatal Fury.

Weitere Einzelheiten über das Gerät sind leider noch nicht bekannt. Da SNK Playmore diese Meldung bisher nicht offiziell bestätigt hat, ist der Wahrheitsgehalt dieser Meldung noch zweifelhaft. Auch wenn man die meisten Neo Geo Klassiker heutzutage (dank der frei erhältlichen Emulatoren) bereits auf zahlreichen, portablen Endgeräten zocken kann, würde ich mich doch sehr über eine neue Konsole mit dem Neo Geo Logo freuen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Nintendo Gewinnspiel (vom 18.02.2012)

Unser letztes Gewinnspiel liegt schon einige Wochen zurück, aber dank der freundlichen Unterstützung von Nintendo ist es nun endlich wieder soweit:

Zu gewinnen gibt es diesmal zwei Exemplare des kürzlich erschienenen Wii-Spiels Strassen des Glücks. Bei dem vom Rollenspiel-Experten Square Enix (Final Fantasy, Dragons Quest) entwickelten Titel handelt es sich um eine spassige Wirtschaftssimulation im Stile des Brettspiel-Klassikers Monopoly. Hauptsächlich geht es hier darum, möglichst viele Immobilien zu kaufen, Mieteinnahmen zu kassieren und an der Börse wild mit Aktien zu spekulieren. In Strassen des Glücks könnt ihr (zusammen mit bis zu drei Mitspielern) eure materialistischen Neigungen voll ausleben und mit Geld nur so um euch werfen, oder aber kläglich scheitern und schlussendlich Pleite gehen.

Um an ein Exemplar dieses Spiels zu kommen, müsst ihr uns nur die folgende Frage beantworten:

Welches bekannte Brettspiel stand Pate für das neue Wii-Spiel Strassen des Glücks?

A - Mensch ärgere dich nicht

B - Schach

C - Monopoly

Schickt uns eine E-Mail mit der richtigen Antwort an die folgende Adresse info@retrovideogames.net. Der Einsendeschluss ist der 29.02.2012. Wir wünschen euch viel Glück! Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Double Fine Adventure  (vom 01.03.2012)

Viele Point-and-Click-Fans hätten es wohl nicht mehr für möglich gehalten. Tim Schafer und Ron Gilbert, die beiden Köpfe hinter LucasArts-Klassikern wie Monkey Island oder Day of the Tentacle, haben sich nach langer Zeit zusammengetan und arbeiten aktuell mit Hochdruck an einem neuen 2D-Adventure-Projekt namens Double Fine Adventure.

Die ersten Ankündigungen zu diesem geheimnisvollen Projekt erschienen bereits letztes Jahr auf der Webseite der beiden kauzigen Entwickler und obwohl Tim Schafer noch relativ wenig Einzelheiten zu dem Spiel preisgab (2D-Grafik, SCUMM-ähnliche Eingabemöglichkeit) überschlugen sich Point-and-Click-Fans auf der ganzen Welt förmlich vor Vorfreude. Auch die eher ernüchternde Tatsache, dass dieses Spiel nicht von ein grossem Publisher herausgebracht werden würde, sondern von den Fans zuerst per Crowdfunding vorfinanziert werden müsste, tat der Euphorie keinen Abbruch.

Ganz im Gegenteil. Das erforderliche Startkapital von 400.000 $ wurde in kürzester Zeit aufgebracht und die Summe konnte sogar noch "geringfügig" übertroffen werden. Bis dato spendeten die fanatischen Adventure-Fans sage und schreibe 2,3 Mio $ (!). Diese unglaubliche Resonanz dürfte wohl sogar die beiden Macher umgehauen haben und so bedankte sich Tim Schafer unlängst überschwänglich und gab zusätzlich bekannt, dass der Titel für die Plattformen PC, Mac, Linux, iOS und Android erscheinen wird. Ausserdem soll das gesamte Spiel von professionellen Sprechern vertont werden und mit Untertiteln in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch aufwarten können.

Was immer Gilbert und Schafer schlussendlich auch auf die Beine stellen werden. Ich freue mich schon riesig auf das fertige Spiel! 

 

The winner takes it all (vom 05.03.2012)

Der Vollständigkeit halber wollen wir euch natürlich nicht verschweigen, wer bei unserem Nintendo-Gewinnspiel gewonnen hat. Zuerst aber möchte ich mich (wie immer) für die rege Beteiligung bei euch bedanken. Ihr habt unsere Mailbox mal wieder ordentlich zum Überlaufen gebracht, aber das war ja auch der Sinn der Sache.

Da wir gerade mal zwei Exemplare des Wii-Titels "Strassen des Glücks" für euch ergattern konnten, musste erneut das Los-Glück entscheiden. Folgende Glückspilze dürfen sich in den nächsten Tagen auf Post freuen:

Falk E. aus Freiberg

und

Michael M. aus Köln

Allen anderen empfehlen wir auch weiterhin regelmässig bei uns vorbeizuschauen. Das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt.

Modebewusste Gamer (vom 11.03.2012)

Es ist mal wieder an der Zeit, euch ein paar Mode-Tipps mit auf den Weg zu geben. Den Anfang macht ein US-amerikanischer T-Shirt-Shop, der sich vor allem auf witzige Shirts mit 80er-Jahre-Pop-Kultur- und Retro-Game-Motiven spezialisiert hat. Bei store.glennz.com findet ihr jede Menge stylische Nerd-Bekleidung, mit der ihr nicht nur auf Ü30-Parties für Schmunzler sorgen werdet. Auch Retro-Gamer, die offensiv mit ihrem Hobby umgehen möchten, dürften hier fündig werden.

Weiter geht es mit einem Web-Shop, der sich auf ausgefallene Krawatten spezialisiert hat. Schlips-Träger finden bei www.wildties.com eine grosse Auswahl an Krawatten mit klassischen Game-Motiven, mit denen man auch im Büro ein klares Statement für sein Lieblings-Hobby abgeben kann. Wenn ihr bei der Arbeit schon im Anzug rumlaufen müsst, solltet ihr zumindest bei der Krawatte ein wenig aus der Reihe fallen.

Auch bei der Kopfbedeckung solltet ihr darauf achten, euren Mitmenschen eindeutig zu signalisieren, dass Videospiele ein wichtiger Bestandteil des Zeitgeists sind. Bei www.zazzle.de findet ihr u.a. Baseballcaps, mit dezent oder auffällig designten Retro-Motiven. Mit solchen Mode-Accessoires ausgestattet, seid ihr jederzeit bestens angezogen.

Extraleben III (vom 22.03.2012)

Zum dritten (und voraussichtlich letzten) Mal schickt der Autor Constantin Gillies die beiden Vollblut-Nerds Nick und Kee in ein spannendes Abenteuer voller politischer Verstrickungen. Natürlich werden aber auch wieder jede Menge antike Computersysteme und vergessene Datenträger eine grosse Rolle spielen, um das Rätsel schlussendlich zu lösen.

Über die Handlung ist bisher noch relativ wenig bekannt. Der CSV-Verlag veröffentlichte nur diesen kurzen Teaser: "Game Over. Entsetzt stehen Nick und Kee vor dem Flugzeugwrack. Nur ein Unfall? Als die Freunde in den Trümmern ein mysteriöses Datenband finden, kommt ihnen ein schrecklicher Verdacht: Für diese Bits musste ihr Chef sterben. Doch bevor die Datenjäger das Band entschlüsseln können, verschwindet Nick spurlos. Ein Kampf gegen die Zeit beginnt …"

Ich habe die ersten beiden Romane verschlungen und mich haben vor allem die Anspielungen an alte Videospiele und Heimcomputer amüsiert. Bei all den Ausflügen in die gute, alte Zeit hat es Constantin Gillies aber immer geschafft, einen durchaus spannenden Plot rund um die beiden Protagonisten zu spinnen. Der Abschluss der Trilogie, mit dem Namen Endboss: Extraleben Teil III, erscheint voraussichtlich am 12.05.2012 und kann unter folgendem Link geordert werden CSW-Verlag. Kleiner Tipp für Vorbesteller - die ersten hundert Ausgaben werden vom Autor handsigniert.

Neuer Spieletest ist online (vom 26.03.2012)

"Spieleveteranen dürften sich vielleicht noch an das 8-Bit Abenteuer des kleinen Engels Pit erinnern, der einstmals auf dem NES seine Pfeile verschoss und von Plattform zu Plattform hüpfte. Der bemerkenswerteste Aspekt dieses Spiels war zum einen sein unmenschlicher Schwierigkeitsgrad, der auch Spieleprofis vor Wut ins Joypad beißen ließ. Die zweite Besonderheit war die Tatsache, dass der bereits verstorbene GameBoy-Erfinder Gunpei Yokoi für die Entwicklung des Spiels verantwortlich zeichnete und mit Pit einen Charakter erschuf, der sich trotz fehlender Unterstützung von Nintendo, bei vielen Spielern dauerhaft einprägte. Kid Icarus war in den Jahren danach lediglich eine Fortsetzung auf dem Game Boy (Kid Icarus: Von Mythen und Monstern) und ein Cameo-Auftritt im Wii-Prügler Smash Brothers Brawl vergönnt. Dies tat der Beliebtheit des quirligen Engels aber keinen Abbruch und so entschloss sich Nintendo nun folgerichtig, ein neues Kid-Icarus-Abenteuer zu veröffentlichen....."

Den kompletten Test zu Kid Icarus - Uprising für den Nintendo 3DS findet ihr unter folgendem Link

Neue Apple-Konsole im Anmarsch (vom 01.04.2012)

Diese Meldung schlug ein wie eine Bombe! Der iPod-Erfinder Apple kündigte heute an, als Hardware-Hersteller in die Spielewelt zurückzukehren und noch im Laufe dieses Jahres eine völlig neuartige Heimkonsole zu veröffentlichen.

Eine spektakuläre Ankündigung, die Retro-Gamer und Kenner der Branche allerdings nicht sonderlich überraschen dürfte. Schliesslich versuchte Apple bereits 1995, mit der Multimedia-Konsole Pippin, in den Spielemarkt vorzustossen. Aufgrund der relativ schwachen Hardwarefähigkeiten und einem unglücklichen Vertriebskonzept, floppte das Gerät aber kläglich. Der Pippin verschwand bereits kurz nach der Veröffentlichung wieder vom Markt und die Restbestände wurden zu Spottpreisen verramscht.

Aber zurück zu Apples Zukunftsplänen. Bei der neuen Konsole, die auf den Namen iGame hören soll, handelt es sich genaugenommen um einen Controller, der dank eines neuen, kabellosen Übertragungsverfahrens die Spieldaten an handelsübliche Ausgabegeräte wie Fernseher, Projektoren oder Computerbildschirme übertragen können soll. Die Games, die sich ausschliesslich online über den iTunes Store beziehen lassen, werden teilweise auf dem 200 GB grossen RAM der iGame-Konsole gespeichert. Um das Spiel dann starten zu können, benötigt man allerdings zwingend eine Internetverbindung (WLAN, UMTS). 

Retro-Gamer dürfte auf jeden Fall freuen, dass die Form des iGame frappierend an den Joystick der legendären Konsole Atari VCS 2600 erinnert. Alle weiteren Einzelheiten über Apples neue Konsole lest ihr unter folgendem Link

Angry Video Game Nerd - The Movie (vom 07.04.2012)

Die Video-Reviews des notorisch schlecht gelaunten Angry Video Game Nerd sind legendär und wirklich niemand regt sich so herrlich über mieses Gameplay oder unfaire Stellen in alten Videospielen auf, wie der Nerd.

Unterirdische Machwerke wie Dr. Jekyll and Mr. Hyde (NES) oder E.T. (Atari VCS 2600) sind wirklich eine Zumutung für jeden Zocker und man könnte fast schon Mitleid bekommen mit dem Angry Nerd bzw. James Rolfe, wie der passionierte Retro-Gamer im wahren Leben heisst. Allerdings gingen in letzter Zeit immer weniger Reviews des leidgeprüften Cholerikers online und Einige fragten sich bestimmt schon, ob James der Rolle des aufbrausenden Nerds überdrüssig geworden sei. Aber weit gefehlt!

Wer die News-Meldungen auf cinemassacre.com regelmässig verfolgt, wird bestimmt gelesen haben, dass James Rolfe seinen jahrelang gehegten Traum nun endlich wahr werden lässt und voraussichtlich noch dieses Jahr einen AVGN-Spielfilm veröffentlichen wird. Möglich machte dies eine erfolgreiche Crowdfunding-Aktion, bei der die Fans die beachtliche Summe von über 300.000 $ gespendet haben, um das Projekt zu finanzieren.

Zur Handlung ist bisher nur bekannt, dass die Rezension eines klassischen Videospiels, eine zentrale Rolle spielen wird. Neben dieser wenig überraschenden Komponente bin ich mir allerdings sicher, dass der bekennende Horrorfilm-Fan Rolfe auch ein paar derbe Splatter-Effekte einsetzen wird. Wie das vorläufige Filmposter zeigt, dürften zudem auch Zombie-Fans auf ihre Kosten kommen. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden und geben euch Bescheid, sobald mehr Einzelheiten bekannt werden.

Segas verlorene Konsole (vom 14.04.2012)

Bekanntermaßen veröffentlichte Sega in der Vergangenheit einige interessante Spiele-Maschinen. Konsolen wie das Mega Drive oder die Dreamcast, dürfte wohl so ziemlich jeder Retro-Gamer kennen, aber beim Namen Sega Pico wird es bei den wenigsten klingeln. Höchste Zeit also, um diese Wissenslücke ein für alle mal zu schließen.

Dieses kuriose Stück Hardware erschien Anfang der 90er Jahre in Japan und den USA und richtete sich offensichtlich an Kinder. Gesteuert wurde mit den Action-Buttons, die direkt am Gerät angebracht waren, sowie mit einem primitiv konstruierten Touchpen. Die Spiel-Module fungieren in der Regel auch als Bilderbuch und sind deshalb relativ klobig. Die aufklappbare Konsole erinnert im geschlossenen Zustand an einen kleinen Koffer und dank des ausklappbaren Griffs, kann Segas robustes Spielzeug wunderbar transportiert werden.

Betrachtet man sich das Innenleben des Sega Pico wird schnell klar, dass es sich hierbei um ein nur leicht modifiziertes Mega Drive handelt. Einzig der Soundchip wurde dezent aufgebohrt, um den speziellen  Anforderungen der jungen Spielerschaft gerecht zu werden. Schließlich konnten die meisten Zocker noch nicht besonders gut lesen und so war eine saubere Sprachausgabe unabdingbar. 

Es verwundert demnach auch nicht, dass es sich bei den meisten Spielen, die für diese Konsole erschienen, um Lernsoftware oder interaktive Bilderbücher handelt. Allerdings haben sich auch ein paar Geschicklichkeitsspiele auf diese Konsole verirrt, die allerdings einen sehr simplen Eindruck auf mich machen. Die Zielgruppe war eben noch jung und unerfahren, und Kids sollten auf diese Weise sanft an "große" Videospiele herangeführt werden.

Tatsächlich wurde die Konsole später auch in Europa und kurzzeitig sogar in Deutschland verkauft. Allerdings blieb das Gerät in unseren Gefilden ziemlich unbeachtet. Eigentlich schade, denn als kurioses Sammlerstück würde sich das Sega Pico bestens in meinem Regal machen. In Japan war die Konsole hingegen so erfolgreich, dass der Software-Nachschub erst 2005 verebbte.

Falls ihr bei Ebay und Co tatsächlich ein Exemplar dieser Konsole (zu einem erschwinglichen Preis) erspäht, solltet ihr auf jeden Fall zugreifen. 

 

Neuer Spieletest online (vom 20.04.2012)

"1989 war ein großartiges Jahr für deutsche Tennis-Fans. Mit Steffi Graf und Boris Becker gewannen erstmals gleich zwei teutonische Spieler das altehrwürdige Tennis-Tunier in Wimbledon und der weiße Sport genoss hierzulande eine Popularität, wie nie zuvor. Kinder und Jugendliche im ganzen Land wünschten sich von ihren Eltern Tennisschläger, und wirklich jeder erdenkliche Ort wurde dazu genutzt, um sich den gelben Filzball um die Ohren zu pfeffern. Ich stahl mich zu dieser Zeit mit meinem Kumpel regelmäßig auf einen abgeschlossenen Schulsportplatz, um meinen Idolen auch mal auf einem richtigen Tennis Court nachzueifern (mit mäßigem Erfolg). Da traf es sich gut, dass sich Nintendo just in diesem denkwürdigen Jahr dazu entschloss, eine Tennis-Simulation für sein nagelneues Handheld, den Game Boy, auf den Markt zu bringen..."

Ob Nintendo mit diesem Spiel den Geist der Zeit getroffen hat, oder aber eine Bauchlandung hingelegt hat, lest ihr in unserem ausführlichen Test.

Leasure Suit Larry Reloaded (vom 01.05.2012)

Monkey-Island-Erfinder Tim Schäfer machte es uns kürzlich mit seinem neuen Point-and-Click-Projekt Double Fine Adventure vor. Mit der finanziellen Hilfe der Fans lassen sich neue Spiele auch ohne einen grossen Publisher im Rücken finanzieren. Eine überzeugende Idee vorausgesetzt, sind den Entwicklern somit kaum Grenzen gesetzt.

Dies dachte sich wohl auch Branchen-Urgestein Al Lowe, als er vor einigen Wochen (ebenfalls auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.com) ein Remake der ersten Larry-Laffer-Epsiode von 1987 ankündigte. Leasure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards, wie Lowes erstes grafisches Adventure hiess, erfreute sich seinerzeit grosser Beliebtheit bei Abenteuer-Fans auf der ganzen Welt. Dies lag nicht zuletzt am sympathisch, trotteligen Protagonisten Larry Laffer. Ein Schwerenöter in den Vierzigern, dem keine Masche zu schlüpfrig war, um beim anderen Geschlecht zu landen (mit mässigem Erfolg). Leider liess die Qualität der Serie im Laufe der Jahre deutlich nach und nach dem Niedergang des einstigen Publishers Sierra On-Line und dem Verkauf der Marke an Codemasters, war es dann endgültig um den Charme und Witz der Larry-Serie geschehen.

Al Lowe will nun aber wieder an die Erfolge der ersten Sierra-Epsioden anknüpfen und die Mindestsumme von 500.000 $ wurde mittlerweile locker übertroffen. So steht einem technisch komplett neu gestalteten Remake des ersten Larry-Teils also nichts mehr im Wege. Das fertige Spiel soll über englische Sprachausgabe verfügen und wird unter anderem auch deutsche Untertitel beinhalten. Erscheinen wird das fertige Spiel als Download für Xbox Live, PC und PlayStation Network.

 

iCade 8-Bitty (vom 08.05.2012)

Der amerikanische Online-Shop ThinkGeek sorgte letztes Jahr mit der Veröffentlichung seines iCADE für grosses Aufsehen. Bei diesem Gerät handelt es sich um einen Arcade-Controller in Form eines Spielhallen-Automaten, der sich per Bluetooth mit einem Apple iPad verbinden lässt. Ein stylisches Gadget und ein echter Hingucker für technikbegeisterte Retro-Gamer.

Jetzt bringt ThinkGeek eine mobile Variante seines iCADE, namens iCade 8-Bitty, auf den Markt. Mit diesem kabellosen Gamepad darf nun auch unterwegs herrlich altmodisch gezockt werden. Neben den bekannten Apple-Geräten iPad, iPhone und iPod Touch werden erstmalig auch mobile Android-Smartphones bzw. Tablets unterstützt. iCade-kompatible Spiele gibt es mittlerweile jede Menge und vor allem die alten Atari-Klassiker eignen sich wunderbar für dieses mobile Eingabegerät.

Das iCade 8-Bitty verfügt über ein D-Pad, vier Action-Buttons und zwei Schultertasten. Glaubt man den ersten Erfahrungsberichten zu diesem Gadget funktioniert die Steuerung einwandfrei und gibt keinerlei Anlass zur Kritik. Die Zeiten, in denen ihr klassische Games auf eurem Smartphone mit der ungenauen Touch-Steuerung spielen musstet, gehören somit endlich der Vergangenheit an. Mehr Infos gibts unter folgendem Link

Die seltensten Spiele der Welt – Teil 3 (vom 18.05.2012)

Im dritten Teil unserer Serie, die seltensten Spiele der Welt, kommen wir nun endlich zu dem Spiel, das wohl unbestritten als rarstes Juwel der Videospiel-Geschichte gilt.

Die Rede ist natürlich von Kizuna Encounter, einem klassischem 2D-Prügler von SNK, für die Arcade-Konsole Neo Geo AES. Bevor ihr jetzt aber hastig eure Brieftaschen zückt, um euch das Modul als Wertanlage bei Ebay zu besorgen, sollte ihr unbedingt beachten, dass allein die europäische PAL-Variante als seltenes Sammlerstück gilt und nicht die wesentlich besser verfügbare japanische oder amerikanische Version.

Aber zuerst ein bisschen was zur Entstehungsgeschichte des Titels. Kizuna Encounter - Super Tag Battle, wie das Spiel mit vollem Namen heisst, erschien 1996. Zu dieser Zeit existierten bereits NextGen-Konsolen, wie die PlayStation oder Segas Saturn, die eindrucksvoll zeigten, dass moderne Videospiele vor allem die dritte Dimension beherrschen sollten, um beim anspruchsvollen Publikum anzukommen. Dagegen wirkte SNKs altmodisches Beat-em-Up doch reichlich angestaubt. Zudem bedienten sich die Entwickler nur allzu offensichtlich bei Genre-Grössen wie Street Fighter oder King of Fighters. Alles in allem also nicht die besten Voraussetzungen, für einen Kassenschlager.

Zwar holte der Titel technisch noch mal einiges aus der betagten Konsole heraus, aber spielerisch hob sich Kizuna Encounter einfach zu wenig von der (vor allem hauseigenen) Konkurrenz ab. Was also macht dieses Spiel so begehrenswert, dass zahlungskräftige Sammler dazu bereit sind, mehrere Tausend Dollar auf den Tisch legen, um an ein Exemplar zu kommen?

Die Begründung hierfür ist genauso simpel, wie sagenumwoben. Die Nachfrage nach dem Spiel  war aus den zuvor genannten Gründen sehr gering und nur wenige, europäische Neo-Geo-Besitzer wollten schon wieder ein paar hundert Mark in ein Spiel investieren, das sie in dieser Form schon mehrfach im Regal stehen hatten. Zudem sah sich SNK  aufgrund eines Brandschadens in einem Warenlager dazu gezwungen, den Grossteil der ursprünglichen Lieferung zurückzuordern. Schliesslich waren Speicherchips zu dieser Zeit extrem teuer und die Absatz-Chancen dieses mittelprächtigen Prüglers waren im eigenen Land um ein vielfaches höher, als im schwindenden PAL-Markt. Angeblich schaffte es schlussendlich gerade mal ein Karton (a´ zwölf Cartridges) nach Europa. Der Rest ist Geschichte...

Die zurückbeorderten Module wurden Gerüchten nach zu urteilen kurzerhand recycelt, mit einem japanischen Label versehen und neu verpackt. Diese halbherzige Massnahme verhalf dem Titel zwar auch nicht mehr zum Erfolg, aber die künstlich hergestellte Exklusivität der PAL-Version von Kizuna Encounter machte dieses Spiel zum begehrtesten Sammlerstück der Videospiel-Geschichte. Bis dato tauchten übrigens gerade mal sechs Exemplare des Spiels auf und die letzte öffentliche Auktion endete 2004 bei einem Verkaufspreis von sage und schreibe 12.500 $(!).

Bei Ebay wird momentan übrigens tatsächlich ein PAL-Exemplar von Kizuna Encounter zum Kauf angeboten! Die Echtheit des Moduls ist allerdings fraglich. Hier gehts zur Auktion

Neue Castlevania-Spiele im Anmarsch? (vom 25.05.2012)

Vom 5. bis 7. Juni ist es wieder soweit - Die E3 in Los Angeles (eine der grössten Messen für Computer- und Videospiele) öffnet ihre Pforten. Da ist es wenig verwunderlich, dass die Gerüchteküche momentan wieder stark brodelt. Speziell für Retro-Gamer dürfte eine News-Meldung interessant sein, die ich vor wenigen Tagen auf der amerikanischen Webseite computerandvideogames.com entdeckt habe.

Glaubt man den Gerüchten, wird Konami dieses Jahr zwei neue Castlevania-Titel auf der E3 präsentieren. Dabei soll es sich um Castlevania: Lords of Shadows 2 und Castlevania: Mirror of Fate handeln.

Während Lords of Shadows 2 für die Xbox 360, die PlayStation 3, die Wii U und die PlayStation Vita erscheinen soll, handelt es sich bei Mirror of Fate um einen Nintendo 3DS-Titel. Letzterer soll angeblich in 2D-Optik daher kommen und über einen Coop-Modus verfügen. Was an den Gerüchten dran ist, werden wir in wenigen Wochen erfahren. Mir hat Lords of Shadow für die Xbox 360 auf jeden Fall sehr gut gefallen, auch wenn die Handlung meiner Meinung nach ein paar Längen hatte und das Leveldesign an einigen Stellen etwas mehr Feinschliff vertragen hätte.

Brot und Spiele - Der Retrogaming-Film (vom 01.06.2012)

Kürzlich wurde in dem von mir sehr geschätzten Spieleveteranen-Podcast angekündigt, dass noch dieses Jahr ein Film gedreht wird, der von der legendären Rivalität der Redakteure, der einstmals konkurrierenden Spielezeitschriften Power Play und ASM handeln soll.

Aber zuerst ein paar Informationen zum Hintergrund: Wer rein gar nichts mit den kultigen Spiele-Mags Power Play und ASM anfangen kann, muss entweder noch relativ jung sein, oder aber die 80er bzw. 90er Jahre komplett verpennt haben. Während dieser Zeitperiode (das Internet lag noch in weiter Ferne) waren Gamer schlicht und einfach auf die in Spielezeitschriften veröffentlichten Artikel angewiesen. Spiele, die hier schlecht abschnitten, hatten im Anschluss wenig Aussichten auf Erfolg bei der belesenen Spielerschaft und floppten nicht selten kläglich an den Kassen der Kaufhäuser.

Computerspielejournalisten, wie Heinrich Lenhardt (Power Play) oder Manfred Kleimann (ASM), galten zu dieser Zeit als regelrechte Popstars bei den heranwachsenden Nerds und die Urteile der Gurus, über aktuelle Games, dienten quasi als ultimative Ratgeber für die nächste Shopping-Tour. Zwischen den Machern dieser beiden Magazine herrschte damals allerdings ein regelrechter Konkurrenzkampf und jeder wollte den anderen in Sachen Originalität und Aktualität übertreffen.

Bei der heutigen Vielfalt an verfügbaren Medien werden sicher viele von euch über diesen absurd anmutenden Kleinkrieg lachen, aber damals war der Markt für deutschsprachigen Spielejournalismus sehr überschaubar und deswegen hart umkämpft. Die Zankereien zwischen den Redakteuren schienen aber auch auf die Leser abzufärben. Wenige Prozentpunkte Unterschied bei der Bewertung von populären Spielen sorgten für grosses Aufsehen und es entbrannten nicht selten regelrechte Glaubenskriege zwischen den Anhängern der beiden Fanlager.

Aber zurück zur eigentlichen Meldung - Der österreichische Regisseur Christian Genzel bastelt zur Zeit an einem Film namens Brot und Spiele, der von eben dieser Rivalität handeln soll. Die Protagonisten sind zwar fiktiv, erinnern aber stark an die realen Vorbilder (aus Lenhardt wird beispielsweise Lenbach). Eine witzige Idee und sicherlich nicht nur für die ehemaligen Leser der beiden Zeitschriften interessant.

Wer jetzt mehr über den aktuellen Status des Projekts erfahren will, begibt sich am besten direkt auf die Facebook-Seite des Regisseurs. Natürlich empfehle ich euch aber auch die vierzigste Episode des Spieleveteranen-Podcasts. Christian Genzel plaudert hier über seinen Film und gibt einiges zur Handlung des geplanten Films bekannt.

Neues Album von PRESS PLAY ON TAPE (vom 07.06.2012)

Den Titel "Nerdigste Rockband der Welt" hat sich PRESS PLAY ON TAPE wohl redlich verdient. Auch wir berichteten bereits diverse Male über diese außergewöhnliche Combo, die sich ausschließlich auf rockige Neuinterpretationen von Tracks aus klassischen Computer- und Videospielen spezialisiert hat.

Die Mitglieder von PRESS PLAY ON TAPE formierten sich Ende der 90er Jahre an der Uni von Kopenhagen und stellten bald darauf fest, dass sie allesamt ein besonderes Faible für Spiele-Soundtracks der 8- bzw. 16-Bit-Ära hegten. Was in den Jahren danach folgte, waren zwei Alben und unzählige Konzerte in ihrer Heimat Dänemark. Aber auch einige Gastauftritte in England, Norwegen und Deutschland folgten in den kommenden Jahren. Die ehemaligen Studenten der Computer Wissenschaft arbeiten mittlerweile allesamt in der Spiele-Industrie und verdienen sich mit den Erlösen ihrer Musik ein ordentliches Zubrot. 

Nachdem es die letzten Jahre etwas ruhiger um PPOT wurde, erscheint nun endlich das dritte Studio-Album der skandinavischen Retro-Rocker mit dem passenden Titel HOME COMPUTER. Auf der Doppel-CD befinden sich insgesamt 26 neue Remixe im unnachahmlichen PPOT-Stil. Neu aufgelegt wurden hier unter anderem Soundtracks von so kultigen Spielen wie Commando (C64, Rob Hubbard),  Gods (Amiga, Rogers, McCauley & Foxx) oder Rambo: First Blood Part II (C64, Martin Galway). Mehr Infos hierzu findet ihr unter folgendem Link -> PRESS PLAY ON TAPE

Neues Hintergrundbild (vom 11.06.2012)

Unsere letzten Versuche, ein paar ansprechende Desktop-Hintergrundbilder zu kreieren, liegen schon einige Monate zurück und beim Entstauben unserer Download-Sektion ist mir aufgefallen, dass vor allem unsere exklusiven Wallpaper eine kleine Auffrischung nötig hätten. So war es nun endlich an der Zeit, den virtuellen Pinsel zu schwingen und wieder mal künstlerisch aktiv zu werden.

Ich hoffe sehr, das Resultat meiner bescheidenen Fähigkeiten im Umgang mit der kostenlosen Grafik-Software Gimp gefällt euch. Die Grafik fiel absichtlich sehr minimalistisch aus und zeigt die abstrakte Abbildung eines meiner Lieblings-Eingabegeräte - den klassischen Atari VCS 2600 Joystick. Verfügbar ist das Hintergrundbild in den Auflösungen 1280 x 960 oder 1920 x 1080. In unserer Download-Sektion findet ihr ausserdem die Links zu ein paar exzellenten, kostenlosen Retro-Games, sowie die eingescannte Version der Spielezeitschrift SMASH (Ausgabe 3/89). Unsere alten Desktopbilder könnt ihr dort natürlich auch weiterhin herunterladen. Viel Spass beim Entdecken!

Lone Survivor (vom 17.06.2012)

Aktuelle Konsolen und PCs werden ja immer wieder von regelrechten 3D-Survival-Horror-Wellen überrollt. Kein System, das sich auf dem Markt behaupten will, kommt heutzutage ohne Spiele wie Resident Evil oder Dead Space aus. Umso mehr waren wir daher gespannt, als wir kürzlich auf das Indie-Spiel Lone Survivor aufmerksam wurden. Lone Survivor gehört zur seltenen Spezies der 2D-Horror-Adventures. Also einem Genre, das bereits zu seeligen 16-Bit-Zeiten äußerst rar war. Viel Spaß nun bei unserem kleinen Game-Check: 

Tag 1

Ihr erwacht nach einer schlaflosen Nacht in einem dunklen Zimmer. Einer der wenigen Orte eines großen Hauses, in dem ihr euch einigermaßen sicher fühlen dürft. Die Erinnerungen, die Ihr noch habt, sind wenig nützlich. Ihr wisst nur eins mit Sicherheit: Die Atemschutzmaske die ihr tragt, ist die einzige Lebensversicherung gegen die Seuche, dir ihr wohl  als einer der wenigen überlebt habt. Wie es dazu kam und was zu dieser Katastrophe führte, müsst Ihr im Laufe des Spiels selbst herausfinden. 

Das ist allerdings einfacher gesagt, als getan, denn der ständig nagende Hunger, der Schlafmangel und nicht zuletzt verwirrende Tagträume machen es zunehmend schwieriger, Realität und Fiktion auseinanderzuhalten. Aber Aufgeben kommt nicht in Frage! Anfänglich nur mit einer Taschenlampe ausgerüstet macht Ihr euch auf, um herauszufinden, was zu dem Schlamassel geführt hat, in dem ihr euch augenblicklich befindet. 

Ihr erkundet Raum für Raum des mysteriösen Hauses und findet dabei nützliche Hinweise und Gegenstände. Nicht selten trefft ihr dabei auf entstellte Kreaturen, die euch nach dem Leben trachten. Um zu Überleben ist es meistens sinnvoller Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. So könnt ihr euch vor vielen Gegnern verstecken oder Ihr lenkt die Ungeheuer aber mit geschickt platzierten Fleischbrocken ab, auf die sich die Höllenbrut gierig stürzt. Später kommt ihr aber nicht umhin, die zahlreich erscheinende Zombiebrut ordentlich mit Blei vollzupumpen.  

Schon bald werdet Ihr feststellen, dass das Gebäude, welches Ihr erkundet, einem wahren Irrgarten gleicht. Ständig entdeckt Ihr neue Durchgänge und Wege oder müsst euch via Teleporter-Spiegeln an entfernte Räumlichkeiten begeben. Zunehmend wird es somit schwieriger, nicht die Orientierung zu verlieren.

Zu dieser Orientierungslosigkeit trägt nicht zuletzt die simpel gestaltete Umgebungsgrafik bei, die es euch zusätzlich erschwert, die Räumlichkeiten anhand von optischen Merkmalen zu unterscheiden. Ein Auto-Mapping, wie es in aktuellen Spielen üblich ist, werdet ihr vergeblich suchen. Nicht selten landet man bei seinen Erkundungen so in Räumen, in denen man zuvor bestimmt schon x-mal unterwegs war. Andererseits ist es aber oft notwendig, bestimmte Räume mehrfach zu besuchen, um an Gegenstände oder Hinweise zu gelangen.  

Pixelhölle 

Vor allem der für dieses Genre ungewöhnliche Grafikstil ist es, der Lone Survior so besonders macht. Durch die pixelige Optik (egal in welcher Auflösung Ihr spielt) wirkt das Spiel oftmals so, als würdet ihr eher auf einem C64 spielen, als auf einem aktuellen PC. Und so blöd es auch klingt, genau das macht dieses Spiel so spannend. Mit gut gemachten Horror-Games, ist es wie bei spannenden Filmen. Oft erschreckt ihr euch eher vor dem, was ihr nicht sieht, als vor derben Splatter-Szenen. Der eigentliche Horror spielt sich in eurem Kopf ab und so wirken die pixeligen Kreaturen mindestens genauso schockierend, wie die schlurfenden Zombies in Resident Evil. Lasst euch von der Retro-Grafik also nicht täuschen. Das Spiel ist definitiv nichts für Kinder oder Leute mit schwachen Nerven. Die unheimliche Sounduntermalung trägt einen großen Teil zur gelungenen Atmosphäre bei. Sie bleibt dabei angenehm unaufdringlich und beschränkt sich größtenteils auf verstörende Hintergrundgeräusche.

Technik-Check 

Man fragt sich allerdings schon, wie ein minimalistisches Spiel wie Lone Survivor, nach einen PC mit mind. 2 GB RAM, sowie einem flotten Singlecore-Prozessor als Minimalvoraussetzung verlangt. Ich habe das Spiel für diesen Bericht auf meinem Netbook mit 2 GB RAM und Intel Atom Prozessor (1,8 GHz) installiert und es spielte sich äußerst zäh. Meiner Einschätzung nach, wäre ein Spiel dieser Machart, von einem erfahrenem Programmierteam, seinerzeit auch auf einem Amiga realisierbar gewesen. Das Handling ist zudem etwas gewöhnungsbedürftig, da ausschließlich mit der Tastatur navigiert wird. Gamepadverwöhnte Spieler müssen sich hier also umstellen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit geht die Steuerung aber gut von der Hand. 

So what?

Kommen wir also zum Gesamturteil - Lone Survivor ist ein spannendes Spiel, das trotz oder gerade wegen seines Minimalismus äußerst spannend daher kommt. Mich hat es auf jeden Fall für einige Stunden an den PC gefesselt. Wie bereits erwähnt, hat mich die erschwerte Orientierung ein wenig genervt. Die fragwürdige Entscheidung der Entwickler, nur einen Save-Stand anlegen zu können (und das auch nur in einem bestimmten Raum) ist zudem ärgerlich. Aber egal - Für gerade mal 10 Euro bekommt ihr ein Survival-Horror-Spiel der außergewöhnlichen Art geboten, das nicht nur für Retro-Gamer interessant ist. Ich persönlich hätte mir das Spiel allerdings noch mit einer schönen Verpackung und einer Anleitung gewünscht. Aber das ist sicher Geschmackssache. Bisher gibt es Lone Survivor nämlich nur als kostenpflichtigen Download bei www.lonesurvivor.co.uk

 

Buch-Check: Endboss - Extraleben III (vom 24.06.2012)

Nach unserer News-Meldung, anlässlich der Veröffentlichung des dritten (und letzten) Teils der Extraleben-Buchreihe, lest ihr nun unsere ausführliche Rezension:

Auch im letzten Band der Extraleben-Trilogie begleiten wir die beiden Vollblut-Nerds, Nick und Kee, bei ihrer Reise in die Computer-Vergangenheit und natürlich erwarten uns auch wieder die beliebten "Weißt du noch damals als.." Dialoge, mit Bezug auf alte Spiele, die diese Roman-Reihe vor allem für Retro-Gamer so interessant machen. Aber eins nach dem anderen. Zuerst ein paar Worte zur Story.

Zu Beginn des Buchs sieht es erst einmal nicht danach aus, als ob Nick und Kee sich auf einen ihrer nostalgischen Road-Trips freuen dürften, denn ihr Arbeitgeber, die geheimnisvolle Datenrettungs-Organisation Datacorp, beauftragt die Möchtegern-Helden damit, ein museumsreifes Datenband zu entschlüsseln, welches (wie so oft) äußerst brisante Informationen enthält, die dringend benötigt werden. Klingt eigentlich nach einem alltäglichen Job für die beiden Computer-Archäologen, wäre da nicht diese blöde Sache mit dem Flugzeug-Unglück.

Die Übergabe des Bandes gestaltet sich wesentlich schwieriger als geplant. Die Propellermaschine des Datacorp-Bosses John, landete nämlich nicht wie geplant auf dem örtlichen Flughafen, sondern stürzte kurz vor der Ankunft aus noch ungeklärten Umständen ab. Während John (allen Anschein nach schwer verletzt) ins Krankenhaus gebracht wird, bergen Kee und Nick das Band aus dem Wrack und machen sich gleich im Anschluss auf die Suche, nach dem letzten Steinzeit-Computer, der dazu in der Lange ist, dem Datenträger die extrem wichtigen Informationen zu entlocken.

Erschwerend kommt hinzu, dass innerhalb der Organisation nach dem mysteriösen Unfall ihres Chefs interne Machtkämpfe ausbrechen. Zudem hat die Datacorp offensichtlich gute Verbindungen zum US-Geheimdienst und allen Anschein nach gibt es in dieser Firma einige Maulwürfe, die brisante Informationen durchsickern lassen. Nick und Kee wissen nicht mehr wem sie trauen können und ihre Sicherheit scheint in großer Gefahr zu sein.

Wer jetzt allerdings einen geradlinigen Thriller im Stile eines John Grisham erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Natürlich kommt es aus oben genannten Gründen immer wieder zu brenzligen Situationen, aber der Autor Constantin Gillies nimmt sich (wie auch bei den Vorgängern) regelmäßig die Zeit, die beiden Protagonisten ausufernd in ihrer Nerd-Vergangenheit schwelgen zu lassen. Über 80er-Jahre-Filme wie Wargames (mit Matthew Broderick) wird ebenso gefachsimpelt, wie über alte C64- oder Atari-Spiele. Der eigentliche Plot kommt dabei an einigen Stellen etwas zu kurz und erst zum Schluss nimmt die Story wieder deutlich an Fahrt auf.

Genau diese kleinen Retro-Pausen machen die Extraleben-Romane in meinen Augen aber so charmant. Denn jeder Leser, der das dreissigste Lebensjahr überschritten hat, wird sich in einem der beiden sympathischen Hauptcharaktere wiederfinden können. Nach dem etwas schwächeren, zweiten Teil (Der Bug), findet Gillies mit Extraleben III wieder zurück zur alten Stärke. Eine durchaus spannende Geschichte, gespickt mit zahlreichen Querverweisen auf popkulturelle Themen der 80er und 90er Jahre. Ich hatte auf jeden Fall wieder viel Spaß beim Lesen und kann euch dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Ich rate euch allerdings dringend dazu, zuerst die Vorgänger zu lesen, ansonsten werdet ihr Schwierigkeiten haben, die zahlreichen Anspielungen zu verstehen.

Das Test-Exemplar von Endboss - Extraleben III wurde uns netterweise vom CSW-Verlag zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf die Bewertung des Buchs durch den Sponsor wurde nicht vorgenommen.

Nintendo stellt die Wii U vor (vom 28.06.2012)

Nintendos Entscheidung, der größten Spielemesse Europas (der Gamescom) dieses Jahr fern zu bleiben, wird sicherlich viele Zocker überrascht haben. Ein wenig nachvollziehbarer Entschluss, gerade weil mit der Wii U bereits Ende des Jahres, die neueste Konsole des japanischen Traditionsherstellers auf den Markt kommen soll.

Umso mehr hat es uns da natürlich gefreut, dass Big N diese Woche zu einem Presse-Event in München einlud, bei dem wir die Gelegenheit hatten, erstmals selbst Hand an die neue Spielemaschine zu legen. Natürlich wollen wir euch unsere  Eindrücke zu dieser Veranstaltung nicht vorenthalten:

Zuallererst wollten wir uns davon überzeugen, was die Wii U denn nun technisch auf dem Kasten hat und hier die gute Nachricht gleich zuerst: Grafisch ist Nintendo endlich im HD-Zeitalter angekommen. Gerade optisch aufwendige Starttitel wie Ninja Gaiden 3 - Razor´s Edge (eine äußerst blutige Massen-Schnetzelei) oder Batman Arkham City - Armored Edition (vom britischen Entwickler Rocksteady) sehen wirklich sehr schick aus. Technisch kann die Wii U auf jeden Fall mit aktuellen Xbox360- oder PS3-Titeln mithalten. Ob Nintendo in dieser Beziehung in Zukunft noch eine Schippe drauflegen kann (die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht), bleibt allerdings ungewiss, denn mit den genauen technischen Spezifikationen hält Nintendo genau so hinter dem Berg, wie mit dem exakten Erscheinungsdatum der Konsole. Glaubt man den Angaben des Online-Händlers Amazon, wird die Wii U aber kurz vor Weihnachten in den Verkaufsregalen stehen. Der Preis für Vorbesteller liegt momentan bei 349 Euro.

Was nützt aber die tollste Grafik, wenn das Eingabegerät nichts taugt und der Spielspaß dadurch flöten geht. Gerade in dieser Beziehung hat man bei der Wii U die Qual der Wahl. Die meisten Spiele werden sich allem Anschein nach sowohl mit dem bereits vom Vorgänger bekannten Gespann aus Wii Remote und Nunchuk-Controller, als auch mit dem neuen Tablet-Controller steuern lassen. Hinzu kommt noch der sogenannte Wii U Pro Controller (erinnert stark an ein Xbox360-Gamepad). Zuletzt genannter eignet sich besonders für Ego-Shooter oder Action-Titel.

Gut in der Hand liegen alle genannten Eingabegeräte. Vor allem der Tablet-Controller, mit seinem berührungsempfindlichen Display, weiß zu gefallen. Er ist erstaunlich leicht, macht dabei aber keinen billigen Eindruck. Die Verarbeitung ist nintendo-typisch hochwertig und die Knöpfe sind allesamt gut angeordnet.

Erstaunlicherweise spielte aber gerade dieses innovative Eingabegerät (bei den vorgestellten Titeln) eher eine Nebenrolle. In der Multiplayer-Hüpferei New Super Mario Bros. U beispielsweise, wird der zusätzliche Display dazu genutzt, Plattformen für die restlichen Mitspieler auf dem Hauptbildschirm zu platzieren. Bei der launigen Untoten-Hatz ZombiU, kontrolliert ein Mitspieler die mehr oder weniger schnell schlurfenden Zombies. Mit dem zusätzlichen Stylus solltet ihr die Monster hierbei so auf der Map positionieren, dass euer Gegenspieler es möglichst schwer hat, sein Ziel zu erreichen. Eine echte "Killer-App", die die Vorzüge des Tablet-Controllers voll zur Geltung bringt, konnten wir allerdings noch nicht erspähen. Hier müssen wir uns wohl noch bis zur Veröffentlichung der Konsole gedulden. Eine endgültige Einschätzung, über die Zukunftschancen der Konsole, bleibt deshalb (vorerst) aus.

Natürlich haben wir auch wieder ein kleines Video für euch fabriziert, mit dem ihr euch selbst einen Eindruck von der Veranstaltung verschaffen könnt. Viel Spaß dabei!

 

WASD -  Texte über Games (vom 06.07.2012)

Nachdem die Print-Variante des GEE-Magazins nur noch in sehr  unregelmäßigen Abständen erscheint, habe ich mich fast schon damit abgefunden, dass die prophetische Vorhersage von Dr. Egon Spengler ("Gedrucktes ist tot") nun tatsächlich Realität zu werden scheint.

Kultige Spielemagazine wie die Power Play, die Videogames oder der Amiga-/ PC Joker mussten längst die Segel streichen und "modernen" Magazinen Platz machen, in denen es hauptsächlich darum geht, möglichst früh über den kommenden Blockbuster zu berichten oder aber die zigste Fortsetzung eines Fliessband-Shooters über den grünen Klee zu loben. Kritische Rezensionen oder nerdige Artikel über weniger populäre Genre-Vertreter sucht man hier oft vergebens. Ich persönlich verfolgte mittlerweile lieber Blogs im Internet, die von privaten Zockern betrieben werden. Da kommerzielle Interessen hier zumeist keine Rolle spielen, habe ich deshalb am ehesten den Eindruck, besser und vor allem unabhängiger informiert zu werden.

Aber kommen wir nun zur eigentlichen News-Meldung. Am 21. Juni erschien die erste Ausgabe des nagelneuen Magazins WASD (Ego-Shooter-Spielern dürften diese Tastenkombination bekannt vorkommen). Die Macher der Zeitschrift beschreiben ihr Magazin wie folgt:

"WASD ist ein Essaymagazin, das alle sechs Monate in einer kleinen Auflage erscheint. Das Magazin ist eigentlich ein Bookzine, also eine Mischung aus Buch und Magazin. Dieses Bookzine sieht schön aus und macht eine gute Figur im heimischen Bücherregal. Die WASD ist ein nischiges Premiumprodukt. Sie riecht hervorragend, liegt gut in der Hand, das Gewicht und die angenehme Kühle des Umschlags sorgen für ein wohliges Gefühl."

Die Beschreibung "Premium" trifft in diesem Fall auch absolut zu, denn den Preis des sogenannten Bookzines kann mit 14,50 Euro wahrlich nicht als günstig bezeichnet werden. Ich habe mir die Erstausgabe (Titel-Story: Tasty Trash - Schlechte Spiele und warum wir sie lieben) trotzdem bestellt und freue mich nun auf ein Lesevergnügen fernab von dem, was man momentan in den Regalen der Zeitschriftenläden finden kann. Mut zum Risiko sollte auf jeden Fall belohnt werden. Mehr Infos hierzu findet ihr auf wasd-magazin.de

3. Bayrische Retro-Börse in Rosenheim (vom 12.07.2012)

Langjährige Besucher unserer Webseite werden sich vielleicht noch daran erinnern, dass wir 2010 mit einem eigenen Stand auf der ersten Bayrischen Retrobörse in Rosenheim vertreten waren. Mit unseren Anspielstationen (NES, SNES, Dreamcast) bildeten wir quasi das Rahmenprogramm für die erste Veranstaltung dieser Art in unseren Gefilden.

Neben den angeregten Gesprächen mit dem fachkundigen Publikum waren wir vor allem von der grossen Auswahl an seltenen Konsolen und Videospielen angetan. Für das erste Event dieser Art in Bayern (und das besch.... Wetter) war die Besuchermenge durchaus beachtlich. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung.

Am Samstag den 21.07.2012 findet die Retro-Börse für klassische Videospiele in Bayern nun zum dritten Mal statt und wir möchten euch natürlich auch diesmal wieder auf diese wunderbare Veranstaltung hinweisen. Die Anzahl an Verkaufsständen ist erneut angestiegen und der Veranstalter Andy Brenner sorgt natürlich auch dieses Jahr wieder für das leibliche Wohl der Besucher. Zudem darf sich der geneigte Zocker auf ein retrogerechtes Rahmenprogramm und ein kleines Gewinnspiel freuen. Mehr Infos gibts unter folgendem Link -> retroboerse.de

Neue Filme für Gamer (vom 18.07.2012)

Interessante Filme, zu unserem Lieblingshobby – Zocken, sind nicht gerade zahlreich. Umso mehr freut es uns daher, dass wir euch diesmal gleich zwei absolut sehenswerte Filme vorstellen dürfen, die demnächst in die deutschen Kinos kommen bzw. seit kurzem als Download erhältlich sind.

Da wäre zunächst Wreck-It-Ralph. In dem neuen Animationsfilm der Walt Disney Studios dreht sich alles um den Stinkstiefel Ralph, der nach dreissig Jahren vom Videospiel-Bösewicht-Dasein endgültig die Schnauze voll hat. Von Selbstzweifeln geplagt, sucht er zunächst Rat in einer Selbsthilfegruppe, in der er zusammen mit weiteren bekannten Antagonisten wie Zangief (Street Fighter 2), Bowser (Super Mario Bros.), oder Dr. Eggman (Sonic) versucht, sich den Frust von der Seele zu reden. Nachdem ihm diese Erfahrung aber nicht weiter bringt, beschließt er kurzerhand, sein eigenes Spiel zu verlassen und sein Glück als strahlender Held in einem neuen First-Person-Shooter zu finden. Schon bald wird Ralph in seinem alten Spiel jedoch schmerzhaft vermisst und sein langjähriger Spiel-Widersacher Fix-It-Felix macht sich auf die Suche nach ihm.

Der Trailer zum Film macht definitiv Lust auf mehr. Zumal es sich bei Ralph um einen Mix aus Donkey Kong (aus dem gleichnamigen Arcade-Klassiker) und einem der Monster aus der Abriss-Gaudi Rampage (erschien 1986 erstmals in der Spielhalle) handelt. Diese Mischung sollte vor allem für Retro-Fans interessant sein. Wreck-It-Ralph (Deutscher Titel: „Ralph reichts“) soll nach der Erstaustrahlung im Kino übrigens sein eignes Spiel bekommen. Ein logischer Schritt für einen Film, der von einem Videospiel-Charakter handelt. Wreck-It-Ralph feiert in den USA am 2. November 2012 Premiere. In unsere Kinos kommt der Film einen Monat später.

Ganz anders als dieses Hochglanzwerk (aber nicht minder interessant) präsentiert sich der Film Indie Game - The Movie. Passend für einen Film über Indie-Game-Entwickler, läuft dieser Dokumentarfilm nicht im Kino, sondern wird bereits seit dem 12.06.12 ausschließlich über das Internet vertrieben.  

In dieser Doku begleiten wir bekannte Indie-Entwickler wie Phil Fish (FEZ), sowie die Programmierer von so erfolgreichen Download-Titeln wie Braid (u.a. Xbox 360 und PS3) oder Super Meat Boy (u.a. Xbox 360, Mac-OS). Er zeigt den langen Weg zwischen Himmel und Hölle, den die Programmierer dieser Low-Budget-Produktionen während Ihrer oft jahrelangen Arbeit zurücklegen müssen, um  Erfolge zu erzielen. Noch mehr als bei „kommerziellen“ Titeln, hängt hier alles von einer guten Spielidee ab, um einen Teil des nach wie vor boomenden Markts, der Indie-Games, abzubekommen. Die Entwickler müssen in diesem Segment noch innovativer sein, um Spiele zu erschaffen, die sich von der Masse abheben. Die Freiheit sein eigener Herr zu sein wird dann schnell zu einem Albtraum, der die Entwickler wegen Überarbeitung oder des finanziellen Drucks, bis zur Erschöpfung schuften lässt und an den Rand eines Nervenzusammenbruchs bringt. 

Indie Game - The Movie ist ein absoluter Geheimtipp für alle, die auch nur einen Funken Interesse an Videospielen und deren Entstehung haben. Den Film bekommt ihr für gerade mal 5 $ auf der Seite der Macher (indiegamethemovie.com), oder im iTunes-Store.

 

Vor der Börse, ist nach der Börse (vom 22.07.2012)

Wie bereits angekündigt, sind wir dieses Jahr erneut in den Regionalzug gesprungen (das dürft ihr wörtlich nehmen), um die kurze, aber beschwerliche Reise in das schöne Städtchen Rosenheim anzutreten. Beschwerlich deshalb, weil der Zug erwartungsgemäß völlig überfüllt war und wir die Hin- und Rückfahrt deshalb stehend verbringen duften. Das Ziel des Ausflugs war die mittlerweile dritte Retro-Börse, in unserem Heimatland Bayern.

Und soviel kann ich euch jetzt schon verraten - die Reise hat sich gelohnt! Die Verkaufsstände waren nicht nur prall gefüllt mit klassischen Spielen, sondern auch mit seltenen Konsolen wie einem Odyssey von Magnavox oder Ataris geflopptem Handheld Lynx. Die zahlreichen Besucher der Retro-Börse schoben sich durch die engen Gänge und durften dabei nach Herzenslust in den üppigen Auslagen der Verkäufer wühlen. Natürlich wurden auch wir fündig und ich habe mein persönliches Budget, das ich mir vor Antritt der Reise selbst gesteckt hatte, um einige Euro überschritten.

Aber was solls, schließlich wird ja nicht jeden Tag eine solche Menge an interessanten Retro-Games zum Verkauf angeboten (siehe Foto links). In unserem kleinen Video könnt ihr euch nun selbst ein Bild von der Veranstaltung machen. Viel Spaß dabei!

 

Days of Dawn (vom 27.07.2012)

Der Indie-Entwickler Bumblebee kündigte kürzlich ein interessantes Rollenspiel im Oldschool-Look an. Glaubt man den vollmundigen Ankündigungen der Macher, wird Days of Dawn spielerisch eine deutliche Verwandtschaft zu beliebten Klassikern wie den frühen Final Fantasy-Episoden, Secret of Mana oder ChronoTrigger aufweisen.

Die detaillierte HD-Grafik wurde nach eigenen Angaben von hochkarätigen Künstlern der Game-Branche designed und tatsächlich lassen die ersten Screenshots auf eine charmante Spielewelt schließen. Mir gefallen vor allem die handgemalten Hintergründe, die mich stark an die späten Teile der Kings Quest Reihe erinnern. Auf jeden Fall unterscheidet sich die Optik angenehm von aktuellen Genre-Vertretern.

Im fertigen Spiel dürft ihr euch mit einer Party von bis zu vier abenteuerlustigen Recken ins Getümmel stürzen. Spielerisch soll vor allem das neuartige Magiesystem überzeugen können, denn die jeweiligen Zauberkräfte werden sich sehr stark an der emotionalen Verfassung der Spielfigur orientieren. Näheres ist hierzu allerdings noch nicht bekannt. Die Kämpfe gegen die fremdartigen Kreaturen finden in einem intuitiven, rundenbasierten System statt. Fans klassischer Japano-Rollenspiele dürften sich demnach schnell heimisch fühlen. Erscheinen soll das Spiel 2013 für PC, Mac und Linux. Weitere Informationen findet ihr unter www.daysofdawn.com

Großes Sommer-Gewinnspiel (vom 01.08.2012)

Unser letztes Gewinnspiel liegt tatsächlich schon ein paar Monate zurück, aber dank der freundlichen Unterstützung des Online-Shops www.getDigital.de ist es nun endlich wieder soweit:

Zu gewinnen gibt es zwei fabelhafte Gamer-Shirts, mit denen ihr euch wirklich sehen lassen könnt, und einen originellen Retro Game Wecker, der euch mit seinem 8-Bit-Arcade-Sound künftig (un)sanft aus dem Schlaf reißen wird. Über diese Preise dürften sich wohl nicht nur Fans des Spielhallen-Klassikers Space Invaders freuen.

Aber was müsst ihr tun, um an einen dieser geekigen Gegenstände zu kommen? Beantwortet uns einfach die folgende Frage:

In welchem Jahr erschien der Spielhallen-Klassiker Space Invaders in Japan?

A - 1978

B - 1998

C - 2008

Schickt uns eine E-Mail mit der richtigen Antwort (und eurer Versandanschrift) an die folgende Adresse info@retrovideogames.net. Der Einsendeschluss ist der 12.08.2012. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Wir wünschen euch viel Glück!

Megablast (vom 07.08.2012)

Anfang der 90er Jahre war es an der Zeit, die 8-Bit-Generation, samt ihrer blockigen Pixel-Grafik, hinter sich zu lassen. Segas Mega Drive und vor allem Nintendos Super NES zeigten deutlich, was aktuelle Spielmaschinen zu leisten im Stande waren. Dank des technischen Fortschritts wurde der Abstand zu Arcade-Automaten immer geringer. Mit Superlativen wie "Mega", "Super" oder "Hyper" durfte deshalb zu dieser Zeit nicht gegeizt werden. Dies dachten sich wohl auch die Redakteure des Joker Verlags, als sie 1992 erstmals ein Sonderheft zur aktuellen Konsolen-Situation mit dem schönen Namen Megablast veröffentlichten.

Bekannt war der Joker Verlag vor allem für seine Spielezeitschriften zu den damals sehr populären Heimcomputern. Die Magazine Amiga Joker und PC Joker gehörten Monat für Monat zu meiner absoluten Pflichtlektüre und ich konnte es kaum abwarten, bis endlich die neueste Ausgaben in meinem Briefkasten lagen. Schließlich gab es noch kein Internet und Zeitschriften waren die einzige Informationsquelle für passionierte Zocker wie mich.

Insgesamt erschienen zwar nur sechs Ausgaben dieses Sonderhefts, aber vor allem die Erstausgabe der Megablast zeigt einen schönen Querschnitt der damaligen Top-Titel. Vom Atari 7800, über die PC Engine, bis hin zum Neo Geo - Wirklich keine Konsole, die zu dieser Zeit erhältlich war, bleibt hier unerwähnt. Bevor diese nostalgische Zeitdokument aber komplett vergilbt, habe ich mich am Wochenende vor den Scanner gesetzt und die erste Ausgabe der Megablast (Seite für Seite) für euch digitalisiert.

Die Scans findet ihr in unserer Download-Sektion oder direkt hier Download 1    Download 2 

Project Giana (vom 13.08.2012)

1987 sorgte ein harmloses Hüpfspiel für den C64 (wenig später auch auch für den Amiga), namens The Great Giana Sisters, für großes Aufsehen. Der Grund hierfür war die allzu offensichtliche Ähnlichkeit zum zwei Jahre zuvor erschienen Plattform-Klassiker Super Mario Bros. (NES). Nach einem kurzen Rechtsstreit mit dem japanischen Riesen Nintendo musste der deutsche Publisher / Entwickler Rainbow Arts das Spiel wieder vom Markt nehmen und eigentlich hätte die Geschichte der flippigen Giana Sisters bereits hier enden müssen.

Von hier an ging es allerdings erst so richtig los. Der Titel hatte spielerisch einiges zu bieten und konnte in Punkto Handling bzw. Level-Design in weiten Strecken mit seinem großen Vorbild Mario mithalten. Dank der zahlreich im Umlauf befindlichen Raubkopien verbreiteten sich die Giana Sisters in Windeseile und so erlangte das Spiel auch nach dem offiziellen Verschwinden aus den Verkaufsregalen schnell Kult-Status bei den Zockern.

Der damalige Kopf hinter den Giana Sisters, Armin Gessert, gründete Mitte der 90er Jahre das Software-Unternehmen Spellbound Entertainment und veröffentlichte 2009 schliesslich einen offiziellen Nachfolger für den Nintendo DS (welch Ironie) namens Giana Sisters DS. Leider verstarb Gessert nur wenige Monate nach dem Erscheinen des Spiels an einem Herzinfarkt.

Die turbulente Geschichte der ungleichen Schwestern ist aber noch lange nicht zu Ende. Das aus Offenburg stammende Entwicklerstudio Black Forest Games arbeitet seit einiger Zeit an einem Remake von Giana Sisters, mit dem Arbeitstitel Project Giana. Das Mitte 2012 gegründete Unternehmen Black Forest Games besteht zu großen Teilen aus dem Kernteam von Spellbound Entertainment, das wiederum kurz zuvor Insolvenz anmelden musste.

Wie es mittlerweile üblich geworden ist, bitten nun aber auch die Mannen hinter dem Project Giana ihre Fans um (finanzielle) Mithilfe. Aus diesem Grund starteten die Macher kürzlich eine entsprechende Kampagne bei Kickstarter.com. 

Das fertige Spiel soll für PC und Xbox Live erscheinen und enthält einige interessante Gameplay-Elemente (Umschalten zwischen den beiden Figuren, neue Sprung-Attacke, etc.). Optisch macht das Spiel bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine sehr gute Figur. Für den Soundtrack zeichnet übrigens erneut Chris Hülsbeck verantwortlich, der auch schon dem Original seinen individuellen Stempel aufdrückte. Es sind nur noch wenige Tage bis zum Ende der Kampagne und es fehlen noch einige Dollar Kapital, um das Project Giana Wirklichkeit werden zu lassen. Wer die Macher unterstützen will, klickt deshalb schleunigst auf den folgenden Link -> Kickstarter.com

 

Pixel Art (vom 07.09.2012)

Wer von euch kennt noch BTX (ausgesprochen Bildschirmtext)? Der in Deutschland entwickelte Quasi-Vorgänger des heutigen Internets wurde Anfang der 80er Jahre mit großem Brimborium vom damaligen Postminister Kurt Gscheidle vorgestellt, und sollte dessen Vorstellungen nach viele Haushalte vernetzen. Eine visionäre Idee zu dieser Zeit.

Ermöglicht wurden mit BTX einfache Dienste wie zum Beispiel Online-Banking, oder das Verschicken von Text-Nachrichten an andere User. Klingt alles sehr rudimentär und ist für uns mittlerweile selbstverständlich. Damals aber kamen diese neuen technischen Möglichkeiten einem kleinen Wunder gleich.

Leider scheiterte das Projekt BTX bereits nach wenigen Jahren aufgrund der hohen Kosten für die erforderliche Hardware (mehrere hundert Mark + Anschlussgebühr) und die einzelnen Dienste. Die Anbieter der BTX-Seiten konnten beispielsweise eine Aufrufgebühr oder eine minutengenaue Abrechnung für ihre Online-Angebote erheben und so war es keine Seltenheit, dass pro Aufruf der Seite schnell mal eine Gebühr von 10 Mark und mehr fällig wurde. Das ging gewaltig ins Geld und schreckte verständlicherweise die meisten Leute ab, sich einen BTX-Zugang zuzulegen
In Zeiten von billigen Flatrates klingt dies alles vorsintflutlich, aber wir sprechen wie gesagt von den frühen 80er Jahren. Wer heute eine Vorstellung bekommen will, wie BTX aussah, braucht bloß seinen Fernseher einschalten und den Videotext (bzw. Teletext) aufrufen: Hauptsächlich Text, grob gerasterte Pseudo-Grafik und eine umständliche Bedienung, so kann man sich in etwa den Vorgänger des Internets vorstellen.

Retro-Fans dürften sich dank diesem etwas angestaubt wirkenden Angebots der TV-Sender immer wieder an alte Zeiten erinnert fühlen. In diesem Zusammenhang bin ich dieser Tage durch Zufall auf ein interessantes Projekt namens "Teletext-Kunstfestival" gestoßen. Im ARD-Teletext (ab Seite 770) könnt ihr momentan die pixeligen Werke von 17 Künstlern aus verschiedenen Ländern bewundern, die speziell für den Videotext Bilder, Texte und Wortbildcollagen gestaltet haben, die sehr stark an alte 8-Bit-Zeiten erinnern.

Wer kein TV-Empfangsgerät mehr sein Eigen nennt, darf die Werke auch online unter ard-text.de bewundern. Mehr Retro geht wohl kaum mehr.
Retro Gamer (vom 01.09.2012)

Das britische Spielemagazin Retro Gamer existiert bereits seit 2004 und wie es der Name schon erahnen lässt, dreht sich hier alles um klassische Computer- und Videospiele. Die charmant präsentierte Zeitschrift erscheint monatlich und die Redakteure nehmen (typisch britisch) kein Blatt vor den Mund. Alte Klassiker werden dort fair, aber schonungslos neu bewertet. Mittelmäßige oder spielspaßarme Titel kommen folgerichtig schlecht weg, auch wenn sich die Macher natürlich auf die Perlen der 8- bzw. 16-Bit-Ära konzentrieren. Besprochen werden zudem Remakes und Fortsetzungen von alten Spielen, für aktuelle Plattformen.

Deutschsprachige Retro-Fans gingen bis zuletzt leer aus, denn die Retro Gamer wurde bisher ausschließlich in UK vertrieben und wer auch hierzulande in den Genuss dieses schicken Magazins kommen wollte, musste sich wohl oder übel durch die Auslage der Bahnhofsbuchhandlung wühlen oder für knapp 15 Euro (+ Versandkosten) online bestellen. Trotz der qualitativ hochwertigen Aufmachung des Magazins muss ich gestehen, dass mir dieser saftige Preis bislang ein wenig zu hoch war und so gönnte ich mir nur einige, wenige Ausgaben der Retro Gamer.

Jetzt könnte sich dieser traurige Zustand allerdings ändern, denn der Heise-Verlag veröffentlichte Mitte August die erste Ausgabe, der deutschsprachigen Retro Gamer. Mit 256 Seiten (!) Umfang und 750 Gramm (!!) Gewicht kommt die Erstausgabe entsprechend wuchtig daher. Inhaltlich wird ein Best-Of der bisher in Großbritannien veröffentlichten Artikel geboten, die von der GamersGlobal-Redaktion mit viel Fingerspitzengefühl ins Deutsche übersetzt wurden. Wann die nächste Ausgabe erscheinen wird, ist noch ungewiss. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Retro Gamer bei gutem Absatz in einem zweimonatigen Intervall veröffentlicht wird. Es wäre doch jammerschade, wenn dieses hübsche Magazin einfach wieder verschwindet. Wer trotzdem erst mal probelesen möchte, klickt auf den folgenden Link -> Leseprobe
Gamescom 2012 (vom 18.08.2012)

"Seit sage und schreibe zehn Jahren fahren wir nun in wechselnder Besetzung zur größten Spielemesse Europas. Eine langer Zeitraum, und quasi eine Ewigkeit in Hinblick auf die Entwicklung der Spiele-Branche, die in dieser Zeit stattgefunden hat. Anfangs fand die Veranstaltung noch im beschaulichen Leipzig statt (damals unter dem Namen Games Convention). Seit drei Jahren nun in der Rheinmetropole Köln.

Angesichts der überraschenden Absagen der Branchenriesen Nintendo und Microsoft waren unsere Erwartungen an die diesjährige Gamescom allerdings ein wenig gedämpft, aber natürlich gab es trotzdem einige Highlights, mit denen wir zu Beginn nicht gerechnet hatten. Jetzt ist aber Schluss mit dem Gelaber. Es wird Zeit für unsere ganz persönlichen Eindrücke der GC 2012...."

Hier gehts weiter zum Artikel
 

Saber Rider - The Game (vom 14.09.2012)

"Hoch damit, und raus mit Ihnen! Volle Energie - und fertig ist die Ramrod- Infanterie!". Wer jetzt nur Bahnhof versteht, dürfte wohl noch zu jung sein, um mit der Zeichentrick-Serie "Saber Rider und die Starsheriffs" in Berührung gekommen zu sein. Bei mir war das aber ganz anders, denn ich saß 1988 stets wie gebannt vor der Glotze, als diese japanische Anime-Reihe über den Bildschirm flimmerte.

Bei Saber Rider handelt es sich um eine wilde Mischung aus Sci-Fi- Mecha-Action und Wildwest-Romantik. Hier ein kurzer Abriss der Rahmenhandlung: Ein junges Team, bestehend aus dem britischen Anführer Richard Lancelot (aka Saber Rider), dem draufgängerischen Rennfahrer Fireball, dem Revolver-Helden Colt und der Tochter des Oberkommandanten, April Eagle, kämpft im Namen der unterdrückten Menschheit gegen extraterrestrische Eindringlinge. Natürlich immer mit der schusskräftigen Unterstützung ihres riesigen Kampfroboters Ramrod. Nicht allzu originell, aber dafür umso kurzweiliger, vor allem für japanbegeisterte Jungs, wie ich damals einer war. 

Aber kommen wir nun zur eigentlichen News-Meldung: Bereits 2010 kündigte das kleine, deutsche Entwicklerstudio Firehazard an, an einer Videospielumsetzung der Serie für den Nintendo DS zu werkeln. Leider verzögerte sich das Projekt aufgrund finanzieller Probleme immer wieder und so manch einer glaubte sicher nicht mehr an die Realisierung dieses Spiels.

Kürzlich gaben die Leipziger Entwickler aber wieder ein Lebenszeichen von sich und vermeldeten, dass man nun an einer 3DS- und Wii-Fassung arbeite. Klar ist auch, dass es sich bei dem Saber-Rider-Spiel um einen reinrassigen Railgun-Shooter im Stile von Sin and Punishment handeln soll. Der bisher veröffentlichte Trailer kann die lange Entwicklungszeit allerdings nicht verleugnen und der Look des Spiels wirkt doch sehr angestaubt. Dafür kommt der Soundtrack meiner Meinung nach umso schmissiger daher. Kein Wunder, wurde er doch angeblich vom Sound Guru Chris Hülsbeck him self arrangiert (so stehts zumindest im Abspann vom Trailer). Licht und Schatten liegen also nah beieinander. Nach den Aussagen der Macher handelt es sich bei den gezeigten Spielszenen aber noch um eine sehr frühe Alpha-Version des Titels, und das fertige Game soll technisch wesentlich schicker daherkommen.

Als Veröffentlichungsdatum wird bisher nur 2012 genannt und es bleibt weiterhin fraglich, ob dieses ambitionierte Fan-Projekt wirklich jemals das Licht der Welt erblicken wird. Als alter Saber-Rider-Fan würde ich mich auf jeden Fall riesig über dieses Spiel freuen. Wer sich über den aktuellen Stand informieren will, schaut einfach regelmäßig auf die Facebook-Seite der Entwickler, oder begibt sich direkt auf die Webseite zum Spiel.  

 

Der Lohn der Arbeit (vom 24.09.2012)

In Zeiten von protzigen Gamerscore-Punkten und prahlerischen Achievements mag es vielleicht ein wenig altmodisch anmuten, wenn Nintendo nach so vielen Jahren noch an einem umständlichen Belohnungssystem festhält, das darauf beruht, einen freigerubbelten Produkt-Code auf einer Webseite einzugeben und das frisch erworbene Spiel (nach der Beantwortung einiger Fragen) so zu registrieren.

"Wo ist denn da der Anreiz?" - werdet ihr zu Recht fragen. Aber die Antwort liegt klar auf der Hand. Habt ihr genügend Spiele bzw. Konsolen auf der Club-Nintendo-Seite registriert, könnt ihr sogenannte Sterne ansammeln, die ihr sogleich gegen reale Goodies, wie T-Shirts, Tragetaschen oder Spiele-Soundtracks, eintauschen könnt, die es so nirgendwo zu kaufen gibt. Was sind dagegen schon digitale Pokale oder ein Punktekonto, mit dem ihr nichts weiter ergattert, als das anerkennende Nicken von Hardcore-Zockern.

Das absolute Prunkstück, also quasi der heilige Gral für Nintendo-Anhänger, ist in diesem Zusammenhang sicherlich die originalgetreue Neuauflage, des ersten Game&Watch-Spiels von 1980, mit dem schlichten Namen Ball. Sage und Schreibe 7500 Nintendo Points müsst ihr anhäufen, um an die Nachbildung zu kommen. Nur mal zum besseren Verständnis: Für ein registriertes Spiel bekommt ihr in der Regel 250 Sterne, für eine neue Konsole (wie den 3DS) um die 1000. Da muss Otto-Normal-Spieler schon lange stricken, um genügend Nintendo-Sterne anzuhäufen.

Unseren Redakteur Yasin konnten aber weder hohe Preise für neue Spiele, noch der Zeitaufwand abschrecken, der dafür draufgeht, um die Produkte zu registrieren. Nach ungefähr einem Jahr hat er es geschafft, sein Sterne-Konto entsprechend zu füllen und sich das besagte Game&Watch-Spiel zu sichern. Vor einigen Tagen kam es nun endlich an und ich muss neidlos zugeben, dass es sich bei dem kleinen LCD-Spiel um ein sehr schickes Sammlerstück handelt. Das Spiel an sich, lockt zwar heute keinen Minispiel-Zocker mehr hinter seinem iPad hervor, aber Retro-Gamer dürfte es ein nostalgisches Lächeln aufs Gesicht zaubern. Es lohnt sich also doch, ab und an mal ein paar Minuten zu investieren - Auf die Plätze, Rubbeln, Los!

Double Dragon Neon (vom 01.10.2012)

Pünktlich zum 25. Jubiläum der Double-Dragon-Reihe veröffentlichte der amerikanische Entwickler WayForward Technologies ein Remake des Klassikers namens Double Dragon Neon.

Das erste Spiel der Beat-em-Up-Reihe erschien 1987 in der Spielhalle und wurde von der mittlerweile insolventen, japanischen Software-Schmiede Technōs erfunden. Ihr steuert hier einen der beiden Haudegen Billy und Jimmy und marodiert durch fiese Gegnerhorden. Das simple Ziel des Spiels ist es, alles platt zu machen, was dumm genug ist, euch vor die Fäuste zu laufen. Viel mehr muss ich zu diesem Prügel-Urgestein wohl nicht mehr sagen. Sicherlich hat jeder von euch schon mal eine Runde Double Dragon gespielt. Egal ob in der Spielhalle oder in Form einer der zahlreichen Videospiel-Umsetzungen (u.a. NES, Mega Drive, Game Boy).

Das Remake gibts nun als kostenpflichtigen Download, für die Xbox 360 und PlayStation 3. Aber was hat sich im Vergleich zu damals geändert?

Zum Glück nicht viel. Noch immer scrollt das Spielfeld in mehreren Ebenen von links nach rechts (manchmal auch von unten nach oben), und nach wie vor werden Nettigkeiten hauptsächlich per Faust- und Fuß-Attacken ausgetauscht. Die Steuerungsvarianten halten sich, wie schon beim Original, in Grenzen: Schlagen, Kicken oder eine Kombination aus beidem bewirken nette Manöver. Außerdem kann man sich ducken, was insofern praktisch ist, als dass man feindlichen Angriffen so geschickt ausweichen kann. Stimmt das Timing dabei, könnt ihr daraufhin wutentbrannt mit doppelter Kraft zurückschlagen. Ein nettes Feature, das gerade bei den Kämpfen gegen Bossgegner sehr hilfreich ist. Die Grafik wurde natürlich gehörig aufgemotzt und die mitreißende 80er-Jahre-Musikuntermalung lässt wirklich keine Klischees aus (Gitarren-Soli, Synthie-Mucke, uvm.). Den kompletten Soundtrack zum Spiel könnt ihr euch übrigens unter folgendem Link kostenlos herunterladen -> virt.bandcamp.com

Wo Licht ist, gibts allerdings auch Schatten. Die Steuerung ist unausgewogen und wirkt an vielen Stellen träge. Zusammen mit der etwas ungenauen Kollisionsabfrage geraten Ausweichversuche oder Kicks mit Anlauf nicht selten zum Glückspiel. Dazu gesellt sich ein gesalzener Schwierigkeitsgrad, der Double Dragon Neon schnell frustig werden lässt. Nicht zuletzt dank der zahlreichen Reminiszenzen an das Original, ist WayForward aber trotz alledem eine charmante Neuauflage gelungen, an der vor allem Retro-Gamer Gefallen finden dürften. Gemeinsam mit einem Kumpel (und ausreichend Bier) kommt auf jeden Fall Freude auf.

 

Hell Yeah! (vom 08.10.2012)

Fans ungewöhnlicher Jump-and-Runs hatten diese Woche Grund zur Freude. Sega veröffentlichte ein neues Download-Hüpf-Abenteuer namens Hell Yeah! (für Xbox 360, PS3 und PC), und wie abgedreht dieser 2D-Plattformer wirklich ist, ahnt ihr spätestens nach dem kurzen Intro.

Der untote Hase Ash, seines Zeichens Prinz der Hölle, hat es nicht leicht. Als er sich einestages von seinem schweren Höllen-Alltag, bei einem warmen Bad erholen möchte, wird er doch glatt von einem rücksichtslosen Paparazzi dabei fotografiert, wie er sich gerade mit einem Gummi-Entchen, äh sagen wir mal, "vergnügt". Natürlich ist Ash darüber alles andere als erfreut und macht sich umgehend auf, den Eindringling für seine Frechheit büssen zu lassen.

Was nun folgt, ist eines der verrücktesten und politisch unkorrektesten Videospiele, das ich seit langer Zeit gesehen habe. Auf den ersten Blick erinnert mich "Hell Yeah! - Der Zorn des toten Karnickels" an das exzellente Multiplayer-Hüpfspiel Rayman Origins. Das liegt sicherlich an dem ähnlich detailverliebten Grafikstil und den total verrückten Gegnern, denen ihr auf eurem beschwerlichen Weg durch die Feuersbrunst begegnet.

Wo Rayman und seine Kumpanen aber noch drollig wirkten, ist Ash aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Mit seinem raketenbetriebenen "Kreissägen-Mobil" walzt der Zombie-Hase über seine Widersacher, dass die Gedärme nur so spritzen.

Bei eurer Jagd durch zehn weiträumige Welten, stoßt ihr zudem auf zahlreiche Obermotze, die euch immer wieder mit kniffligen Angriffsmustern überraschen. Ob mit Lava um sich werfende Flammen-Monster, oder wütend umherstapfende Felsen-Ungetüme. Ohne die richtige Strategie, werdet ihr schneller ins Gras beißen, als ihr "Hell Yeah!" sagen könnt.

Die Krönung sind meiner Meinung nach allerdings die Finishing-Moves, die Ash auspackt, nachdem ihr einen Boss besiegt habt. Gewaltige Atompilz-Explosionen, durchs Bild rauschende Höllen-Trucks und viele weitere, brutale (aber auch amüsante) Todesarten werdet ihr hier zu Gesicht bekommen. Die Entwickler des kleinen französischen Studios Arkedo, dürften eine Menge Spaß gehabt haben, als sie an dem Spiel gewerkelt haben.

Hell Yeah! ist ein wahres Action-Spektakel, das dem Spieler nur wenig Zeit zum Durchatmen gönnt. Das ist auch gleichzeitig der einzige negative Aspekt, den ich an dem kurzweiligen Game ausmachen konnte. Eine Auszeit von dem Dauer-Gemetzel bekommt ihr nur, wenn ihr zwischendurch mal die Pause-Taste drückt. Wer aber auf rasante 2D-Action, im Stile von Castlevania oder Rayman Origins steht, kommt bei Hell Yeah! voll auf seine Kosten. Der Schwierigkeitsgrad zieht zwar im Laufe des Spiels an, ist aber auch für Gelegenheitsspieler zu meistern. Daumen hoch für Segas neues Hüpf-Abenteuer aus der Hölle!

 

Whacky Wit (vom 19.10.2012)

Ich muss ja gestehen, dass Brettspiele an sich nicht so mein Ding sind. Zu analog, zu altmodisch. Handelt es sich hierbei allerdings um ein Exemplar, das sich thematisch an einem Videospiel-Klassiker orientiert, sieht die Sache schon wieder anders aus.

Die Idee, Brettspiele zu bekannten Videospielen zu entwickeln, ist alles andere als neu. Bereits in den 80er Jahren versuchten sich die bekannten Spiele-Hersteller MB und Parker (mit wechselndem Erfolg) an Umsetzungen zu Spielhallen-Hits wie Donkey Kong, Qbert, Frogger und vielen mehr. Aufgrund der begrenzen Möglichkeiten, die so ein Brettspiel nun mal mit sich bringt, konnten diese Ausflüge in die analoge Welt aber selten mit den digitalen Vorbildern mithalten.

Norman Sommer, ein schwäbischer Bastler und Retro-Gamer, versucht sich nun allerdings trotz aller Limitationen an der Umsetzung, eines der größten Spiele-Klassiker überhaupt - Pac-Man. Da die Rechte an diesem Franchise aber bekanntermaßen beim japanischen Spiele-Entwickler Namco Bandai liegen, musste das Design der Protagonisten und der Name des Spiels natürlich dezent geändert werden. Das aufwendig in Handarbeit gefertigte Brettspiel, von dem es aktuell nur einen Prototypen gibt, hört somit auf den wenig verfänglichen Namen Whacky Wit (auf deutsch "Verrückter Geist").

Ein aus Holz, Kunststoff und Aluminium gefertigtes Brettspiel wie dieses, verursacht aber auch dementsprechend hohe Produktionskosten, und was liegt da in Zeiten von Kickstarter und Co näher, als sich bei der Finanzierung des Projekts ein wenig von der künftigen Zielgruppe unter die Arme greifen zu lassen. Wer jetzt neugierig geworden ist und gerne selbst ein Whacky-Wit-Brettspiel sein Eigen nennen möchte, begibt sich schleunigst auf startnext.de und spendet ein paar Euro, um diese charmante Idee Realität werden zu lassen.

 

Emulieren ohne Reue (vom 25.10.2012)

Das Zocken von alten Games am heimischen PC (mit Hilfe eines Emulators) ist an sich eine feine Sache. Allerdings stören mich gleich zwei Sachen massiv daran: Erstens fehlt mir der Original-Controller der jeweiligen Konsole, und das Spielgefühl leidet meiner Meinung nach erheblich, wenn ich das Spiel stattdessen mit einem xbeliebigen USB-Controller oder gar der Tastatur steuern muss. Außerdem ist es rechtlich problematisch, Backups von Spielen aus dem Internet herunterzuladen, die sich nicht in meinem Besitz befinden.

Ich möchte euch heute deshalb gleich zwei nützliche Hardware-Add-Ons vorstellen, die die oben genannten Bedenken allesamt beseitigen. Von dem ersten Gadget haben wir euch bereits vor knapp einem Jahr berichtet (News Archiv). Es hört auf den Namen Retrode und wird von dem Saarbrücker Bastler Matthias Hullin vertrieben. Für 65 Euro bekommt ihr mit dem Retrode einen Hardware-Adapter, mit dem ihr eure Mega Drive und SNES-Module (japanische, amerikanische und europäische Titel) komfortabel am PC zocken könnt.

Der absolute Clou ist allerdings, dass das Gerät über jeweils zwei original Joypad-Anschlüsse verfügt. Ihr müsst also nur eure alten Controller abstauben, einen der kostenlosen Emulatoren auf eurem Rechner installieren, und dem klassischen Spielgefühl steht nichts mehr im Weg. Ein interessantes Zusatz-Feature des Geräts ist zudem, dass ihr spielend leicht (und vor allem legal) Sicherheitskopien eurer Spiele erstellen könnt. Sollten eure alten Cartridges also mal irgendwann den Geist aufgeben, habt ihr somit immer noch ein Backup in eurem Besitz (falls nicht auch noch die Festplatte abraucht). 

Perfekt, werdet ihr jetzt sagen, aber wozu braucht man dann noch ein zweites Add-On? Ganz einfach! Puristen (wie ich) möchten sich natürlich auch mal faul auf die Couch fläzen und ihre geliebten Retro-Games auf der überdimensionierten Glotze genießen. Vor dem PC im Arbeitszimmer kommt auf Dauer einfach kein richtiges Konsolen-Feeling auf. Was aber nach wie vor nervt, ist diese ewige "Modul-Ein-und-Aus-Steckerei". Zum Glück gibt es aber auch dafür Abhilfe.

Ihr speichert eure Spiele-Roms (die ihr zuvor natürlich mit dem Retrode gesichert habt) einfach auf eine SD-Karte und schiebt sie anschließend in eines der Everdrive-Module. Diese praktischen Cartridges (inklusive SD-Karten-Einschub) gibt es mittlerweile für knapp 100 Euro, für das SNES, Mega Drive, Nintendo 64, Master System und den Game Gear. Das nervige Wechseln von Spielmodulen ist somit passe. Sobald ihr eure alte Konsole einmal an den Fernseher angeschlossen habt, greift ihr dank der einfachen Menü-Steuerung des Everdrives ganz bequem auf eure gesamte Spiele-Bibliothek zu. Zur nächsten Retro-Game-Session mit euren Kumpels braucht ihr künftig also nur noch ein Modul mitschleppen.

Ab sofort könnt ihr eure klassischen Games also ganz ohne Reue per Emulator am PC oder dem heimischen Fernseher zocken, und gebrauchte Spiele gibts mittlerweile wirklich schon für ein paar Euro bei Ebay und Co. Soviel sollte euch der Spaß wert sein.

James Bond Legends (vom 01.11.2012)

Pünktlich zum fünfzigjährigen Jubiläum der James-Bond-Filmreihe, veröffentlicht Activision ein neues Spiel zur Serie, dass inhaltlich wahrlich aus dem Vollen schöpft. Insgesamt werden die Handlungsstränge von fünf verschiedenen James-Bond-Klassikern (aus verschiedenen Epochen) aufgenommen und zu einem rasanten Action-Mix verwoben, der wohl gerade langjährige Fans der Agenten-Reihe begeistern wird. Eine sechste Episode, die sich am aktuellen Bond-Film Skyfall orientiert, ist ebenfalls verfügbar und kann nach dem Durchspielen kostenlos heruntergeladen werden.

Ich würde mich zwar nicht gerade als ausgemachten James-Bond-Fan bezeichnen, aber Filme wie Goldfinger (mit dem legendären Gerd Fröbe als Bösewicht), Im Geheimdienst ihrer Majestät (mit dem glücklosen Bond-Darsteller George Lazenby) oder Moonraker (ich sage nur Beißer) waren zu ihrer Zeit sicherlich wegweisend für das damalige Action-Kino.

Jedes Kapitel des Spiels bietet wenige, dafür aber ziemlich lange Missionen, die auf Schlüsselszenen der jeweiligen Bond-Filme basieren. So dürft ihr beispielsweise wild ballernd Fort Knox erstürmen, das von Goldfingers Schergen in Beschlag gehalten wird, oder euch eine wilde Ski-Verfolgungsjagd mit Blofelds schiesswütigem Gesindel liefern. Für Abwechslung ist also gesorgt. Allerdings gibt es keine echte Verbindung zwischen den einzelnen Kapiteln / Filmen. Ist eine Episode abgeschlossen, geht es ab zur nächsten. Verkörpert wird der berühmteste Geheimagent der Filmgeschichte dabei während des gesamten Spiels von Daniel Craig. Wer also auf ein Wiedersehen mit Sean Connery oder Roger Moore gehofft hat, wird leider enttäuscht. Dies dürfte wohl lizenztechnische Gründe haben.

Gespielt wird in der Ego-Ansicht und erfahrene Videospieler werden sicherlich schnell merken, dass Activision bei der Entwicklung des Spiels auf die hauseigene Call-of-Duty-Engine zurückgegriffen hat. In Anbetracht des großen Erfolgs der CoD-Reihe, eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung.

Leider ist diese Entscheidung in meinen Augen gleichzeitig auch der größte Nachteil von James Bond Legends. Das Hauptaugenmerk wird viel zu sehr auf brachiale Dauer-Action gelegt. Bondtypische Schleicheinlagen, oder gar Rätselpassagen, sind leider Mangelwahre, und so geht es doch meistens nur darum, die zahlreichen Bildschirm-Gegner möglichst effektiv ins Jenseits zu befördern.

Die Grafik bewegt sich auf gehobenem Niveau, hätte aber an einigen Stellen noch etwas Feinschliff vertragen. Der Zeitdruck der Macher, das Spiel pünktlich zum Kino-Start des neuesten Bonds fertig zu kriegen, ist hier deutlich zu merken. Anhänger der Filmreihe werden aber dank der zahlreichen Reminiszenzen an alte Tage trotzdem auf ihre Kosten kommen. Spätestens wenn das bekannte James-Bond-Theme ertönt, kriegen nicht nur Fans eine Gänsehaut.

Dank der freundlichen Unterstützung von Activision verlosen wir nun drei Exemplare von James Bond Legends für die Xbox 360. Um zu gewinnen, müsst ihr uns einfach die folgende Frage richtig beantworten:

Was antwortet Gerd Fröbe, alias Goldfinger, auf die Frage von James Bond, als dieser kurz davor steht, von einem Laser in zwei Teile geschnitten zu werden?

"Erwarten Sie von mir das ich rede? Nein Mr. Bond, ich erwarte von Ihnen, dass Sie...."

A - aufgeben

B - singen

C - sterben!!

Schickt uns eine E-Mail mit der richtigen Antwort an die folgende Adresse info@retrovideogames.net. Der Einsendeschluss ist der 18.11.2012. Wir wünschen euch viel Glück! Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Hier sind die glücklichen Gewinner, unseres James-Bond-Legends-Gewinnspiels: Lutz H. aus Hamburg, Jutta K. aus Lüneburg und Norman E. aus München. Euer Spiel wird in den nächsten Tagen bei euch eintreffen. Allen anderen, die dieses Mal leider leer ausgegangen sind, wünschen wir beim nächsten Mal mehr Glück.

Neuer Trailer zu Brot und Spiele (vom 08.11.2012)

Bereits im Juni berichteten wir über ein geplantes Film-Projekt namens Brot und Spiele, das von der legendären Fehde der beiden Chefredakteure, der einstmals beliebtesten Spielezeitschriften Power Play und ASM handeln sollte. Das Vorhaben des freischaffenden Filmemachers Christian Genzel nimmt nun endlich konkrete Formen an.

Wie auf der Facebook-Seite des österreichischen Indie-Regisseurs zu lesen ist, ist die Finanzierung nun in trockenen Tüchern und  die Dreharbeiten sind für Anfang 2013 geplant. Außerdem wurde offiziell bestätigt, dass das einstige Oberhaupt der Power Play, Heinrich Lenhardt, einen kleinen Cameo-Auftritt im fertigen Film haben wird. Ob allerdings auch sein damaliger "Erzfeind" Manfred Kleimann (Chef der ASM) vor die Kamera tritt, ist noch nicht bekannt.

Die größte Überraschung ist aber sicherlich die Meldung, dass der deutsche Schauspieler Götz Otto (vielen sicher noch bekannt als brutaler Schläger aus dem Bond-Streifen "Der Morgen stirbt nie") in die Rolle des bereits genannten ASM-Chefredakteurs schlüpft.  

Um diese vollmundigen Ankündigungen zu bestätigen, erschien nun endlich ein Teaser-Trailer, den wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten. Wir freuen uns auf jeden Fall auf den fertigen Film und kramen schon mal ein paar alte Ausgaben der oben genannten Zeitschriften hervor, um uns bestmöglich auf dieses Ereignis vorzubereiten. Mehr Infos zu diesem Thema findet ihr demnächst auf der Webseite zum Film -> brotundspielefilm.com

 

Die Power Play kehrt zurück (vom 15.11.2012)

Passend zu unserer letzten News-Meldung, gibts diesmal einen kleinen Nachschlag für Fans des im Jahr 2000 eingestellten Kult-Magazins Power Play. Vor sage und schreibe 25 Jahren erblickte die erste Ausgabe der Power Play das Licht der Welt und das Computer-Magazin CHIP feiert dieses denkwürdige Jubiläum nun mit einer exklusiven Sonderausgabe.

Die vollmundigen Ankündigungen der Macher klingen schon mal vielversprechend: "Heinrich Lenhardt, und andere Power-Play-Veteranen (wie Anatol Locker, Michael Hengst oder Winnie Forster) berichten über Entwicklungen der aktuellen Spieleszene, testen (hoffentlich in gewohnt launiger Art) Neuerscheinungen und blicken im großen Retro-Teil in die Vergangenheit."

Angekündigt wurde außerdem ein ausführliches Interview mit dem Ultima-Erfinder und Hobby-Astronauten Richard Garriott, ein Review zu SNKs neuer Handheld-Konsole Neo Geo X, sowie ein großer Artikel über Commodores Amiga 500. Ob das Magazin in Zukunft wieder regelmäßig erscheinen wird, ist noch nicht bekannt. Das dürfte aber sicherlich vom Erfolg dieser Sonderausgabe abhängen.

Ich hätte auf jeden Fall nichts dagegen, wenn meine einstigen Lieblings-Redakteure wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren würden. Die Jubiläums-Ausgabe der Power Play erscheint am 21.11.2012 und kann für 8,90 Euro unter folgendem Link vorbestellt werden.

 

Retro Games Session (vom 20.11.2012)

Alle Jahre wieder veranstalten wir unsere ultimative Retro-Game-Session im engsten Freundeskreis. Mit jeder Menge Bier, Chips, Pizza..... und natürlich Bier!

So auch dieses Jahr, und am vergangenen Wochenende war es mal wieder soweit. Kein Aufwand war zu groß und keine Kosten zu hoch. So haben wir es nach geschlagenen zwei Stunden Aufbauzeit doch geschafft, ein paar unserer alten Spielgeräte (Nintendo 64, Amiga 600 und SNES inkl. Super Gameboy Player) wieder flott zu machen und in bestmöglicher Bildqualität an die teilweise altersmüden Röhrenfernseher anzustöpseln.

Was soll ich euch sagen? Der Aufwand hat sich natürlich gelohnt. Neben packenden International-Superstar-Soccer-Matches auf dem N64, hatten wir jede Menge Spaß mit Spieleklassikern wie Contra III  (auf dem SNES) oder Dogs of War (für den Amiga). Erneut ist uns bei dieser Gelegenheit klar geworden, dass der Spielspaß keineswegs ausschließlich von den technischen Möglichkeiten der jeweiligen Konsole abhängt. Viel wichtiger ist da schon ein zeitloses Spielprinzip und ein Wohnzimmer voller zockwilliger Kumpels. Ein gutes Spiel, bleibt eben ein gutes Spiel. Ganz egal wie alt es ist und wie pixelig die Grafik heutzutage wirken mag.

Wir hatten auf jeden Fall jede Menge Spaß beim zocken und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir dieses Event nächstes Jahr nicht wiederholen sollten. Um euch ein bisschen an unserer Retro-Game-Session 2012 teilhaben zu lassen, haben wir natürlich wieder ein kleines Video für euch auf unseren YouTube-Kanal hochgeladen.

 

Die letzten Spielhallen - Teil 1 (vom 25.11.2012)

Es ist mal wieder an der Zeit für eine neue Serie. Diesmal befassen wir uns mit dem anhaltenden Aussterben der einstmals so beliebten  Arcades, und damit meine ich sicherlich nicht die abgedunkelten Spielhallen, die mit ihren Geldspiel-Automaten heutzutage eher zwielichtige Gestalten oder Spielsüchtige anziehen.

Hält man seine Augen offen und kuckt genau hin, so findet man (vor allem im Ausland) nach wie vor Videospiel-Automaten, die dem Trend der Next-Gen-Konsolen hartnäckig widerstanden haben und Retro-Gamern wie uns, immer wieder ein nostalgisches Lächeln ins Gesicht zaubern. Zu diesem Thema präsentiere ich euch einen weiteren Urlaubs-Bericht unseres Redakteurs Yasin, von der portugiesischen Insel Madeira:

Ein bekanntes Sprichwort sagt: "Wer eine Reise tut, der kann etwas erleben." In diesem Fall habe ich im Urlaub eine Schifffahrt von Madeira aus auf die Nachbarinsel Porto Santo unternommen und dabei völlig überraschend eine kleine, aber feine Retro-Arcade entdeckt.

Falls ihr ebenfalls vorhabt, auf die im Atlantik gelegene Blumeninsel Madeira zu reisen, möchte ich euch dringend empfehlen (wenn ihr genug von Flora und Fauna habt und mal einen schönen Tag am Strand verbringen möchtet) auf die Nachbarinsel Porto Santo zu schippern. Außer der Hauptattraktion, dem ca. sieben Kilometer langem, goldgelben Traumstand, kann man nämlich auf der Schifffahrt dorthin, eine etwas versteckte Spielhalle an Bord der Porto-Santo-Line-Fähre bewundern. 

Wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, war ich äußerst erstaunt, als ich beim Betrachten des Übersichtsplans auf der Fähre, neben dem üblichen Schnickschnack, wie Bordcafe, Kino usw., plötzlich das Wort "Arcade" las. Neugierig geworden, steuerte ich direkt in die unterste und hinterletzte Ecke des Schiffes (war ja klar!) und entdeckte zu meinem Erstaunen eine wirklich nette Arcade, mit ca. zehn astreinen Retro-Spielautomaten. 

Gezockt werden durften hier hauptsächlich Rennspiele, wie z.B. Daytona USA, GTI Club oder Thrill Drive, aber auch  Beat-em-Up-Perlen wie Crime Fighters 2, Rolling Thunder 2 oder  Virtua Fighter gab es hier zu sehen. Besonders erfreulich war, dass sich alle Automaten in einem spielbereitem und technisch einwandfreien Zustand befanden. Die Dauer der Überfahrt verging dank dieser Überraschung wirklich wie im Flug, aber wer weiß. Vielleicht gibt es ja noch mehr dieser schwimmenden Arcades. Schreibt uns doch einfach eine Mail, wenn Ihr irgendwo eine entdeckt!

ToeJam & Earl (vom 01.12.2012)

Kennt ihr noch ToeJam & Earl? Dieses charmante Action-Hüpf-Abenteuer erschien 1991 für Segas 16-Bit-Konsole Mega Drive.

Zwei Außerirdische vom Planeten Funkotron (einer mit coolen Surfer-Klamotten, der andere im Rapper-Outfit) durchstöbern insgesamt 25 zufallsgenerierte Landschaften nach Bauteilen, für ihr zu Bruch gegangenes Raumschiff. Damit sich die Suche für die beiden Gestrandeten nicht allzu langweilig gestaltet, stellen sich ihnen allerlei Gegner in den Weg, die den Aliens in Sachen Originalität in nichts nachstehen. Unter den Widersachern befinden sich so abgedrehte Gestalten wie Zigarre rauchende Familienväter (die euch mit ihren Rasenmähern hinterher jagen), kleptomanische Maulwürfe, Einkaufswagen schiebende Hausfrauen und viele mehr.  

Um euch gegen diese Fieslinge zu erwehren, oder ihnen zumindest zu entkommen, findet ihr in den weiträumigen Spielabschnitten nützliche Extras, wie Turbos, Sprungfedern oder  ohrenbetäubende Ghettoblaster, die eure Gegner kurzzeitig orientierungslos machen. Begleitet wird das Spielgeschehen von einem funkygen Soundtrack und jeder Menge 90er-Jahre-Charme. Die witzigen Animationen, sowie die neonfarbene Optik des Spiels, wissen auch heute noch zu gefallen, auch wenn das auf Dauer etwas eintönige Spielprinzip und die manchmal träge Steuerung den Spielspaß ein wenig trüben.

Sega bringt ToeJam&Earl nun im Rahmen der Sega Vintage Collection in die Download-Shops von Xbox360 und PlayStation 3. Wer das Spiel damals verpasst haben sollte, greift spätestens jetzt zu und holt sich ein Stück der 90er nach Hause. Funky? Groovy?

Interview mit Ron Gilbert (vom 07.12.2012)

Anlässlich der Promotion-Tour zum neuen Download-Titel The Cave fragte uns der Publisher des Spiels Sega, ob wir nicht mal Lust hätten, ein Interview mit den Kopf hinter dem Spiel, Ron Gilbert, zu führen. Na jetzt ratet mal, wie unsere Antwort ausfiel? Ein Interview mit dem Erfinder von so legendären Adventure-Meilensteinen wie Maniac Mansion oder Monkey Island? Um diesen Termin wahrzunehmen, hätten wir uns auf der Stelle zu Fuß aufgemacht, wenn es nötig gewesen wäre und so präsentieren wir euch nun, ohne weitere Umschweife, unser Interview mit Ron Gilbert:

Angeblich hast du dich bei der Entwicklung von The Cave von einem Text-Adventure namens Colossal Cave Adventure inspirieren lassen. Ist das wahr?

Ron Gilbert: Das stimmt tatsächlich. Ich bin mir aber nicht mehr ganz sicher, ob Colossal Cave noch vor Adventure herauskam (gilt gemeinhin als erstes Text-Adventure und Namensgeber für das ganze Genre), oder andersrum. Es handelte sich um ein sehr ursprüngliches Adventure, mit Text-Parser und allem drum und dran. Damals (Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre) war dieses Genre sehr populär. Mein Vater war zu dieser Zeit Professor an einer Universität. Dank dieser Tatsache, hatte ich bereits als Kind die Gelegenheit, Spiele wie Colossal Cave am College zu spielen, da es dort bereits leistungsfähige Computer gab. Text-Adventures haben mir wirklich Spaß gemacht und ich spielte mit großer Begeisterung eine Reihe weiterer Titel dieser Art. Daher kommt wohl auch meine Affinität für dieses Genre.

War es von vornherein klar, dass es sich bei The Cave um ein Jump-and-Run mit Knobeleinlagen handeln wird? Bei Ron Gilbert denken die meisten ja automatisch an klassische Point-and-Click-Adventures.

Ron Gilbert: Die Grundidee zu The Cave hatte ich tatsächlich schon vor 25 bis 30 Jahren. Also noch vor Maniac Mansion. Bis zum fertigen Spiel ist also einige Zeit vergangen und die Entscheidung, dass aus The Cave mal ein Puzzle-Adventure werden soll, reifte im Laufe der Jahre.

Wird der Fokus bei The Cave eher auf dem Lösen von Puzzels liegen (wie zum Beispiel bei Limbo), oder geht es eher darum, komplizierte Hüpf-Passagen zu absolvieren?

Ron Gilbert: Definitiv wird es primär um das Lösen von Rätseln gehen. Die Sprung-Einlagen sind eher als Auflockerung des Spielgeschehens gedacht und weniger als Herausforderung. Denn was mich an herkömmlichen Point-and-Click-Adventures immer genervt hat, waren die teilweise ermüdenden Wegezeiten von A nach B, um zum nächsten Spielabschnitt zu gelangen. Bei The Cave wird sicherlich keine Langeweile aufkommen, da der Spieler immer in Aktion ist und die Wege dank der Sprung-Einlagen kurzweilig überbrückt werden. Die eine Gehirnhälfte beschäftigt sich noch mit dem Überwinden von Hindernissen, während die andere Hälfte bereits nach der Lösung, für das nächste Rätsel sucht.

Beim kurzen Anspielen gerade eben ist uns aufgefallen, dass einige Rätsel, für ein Casual-Game wie The Cave, ganz schön knackig ausgefallen sind. Wir hatten zumindest so unsere Schwierigkeiten, auf die richtige Lösung zu kommen 

Ron Gilbert: (Lacht) Das habe ich heute tatsächlich schon öfter gehört. Wir haben immer versucht, Frustmomente zu vermeiden. Dabei wollten wir das Niveau der Puzzles aber durchaus hoch anzusiedeln. Über diese Entscheidung gab es einige hitzige Debatten im Team. Um einen möglichst ausgewogenen Schwierigkeitsgrad zu erreichen, haben wir sehr viele Tests mit den unterschiedlichsten Spielertypen durchgeführt. Vom Hardcore-Gamer, bis zum blutigen Anfänger, der mit Videospielen bisher eher wenig am Hut hatte. Ich gebe aber zu, dass einige Rätsel wirklich herausfordernd ausgefallen sind. Das Spiel wird dabei aber niemals unfair oder frustrierend. Nach ein wenig Überlegen, sollte irgendwann jeder auf die richtige Lösung kommen. 

Wird es einen Online-Multiplayer-Modus geben oder darf man sich bei The Cave nur als einzelner Spieler in das Abenteuer stürzen? 

Ron Gilbert: Bei The Cave hat der zweite Mitspieler jederzeit die Gelegenheit, ins Spielgeschehen einzugreifen und so vom passiven Zuschauer, zum aktiven Spieler zu werden. Einen Online Koop-Modus, mit weit entfernten Mitspielern, wird es allerdings nicht geben. Wir haben das Für und Wider intensiv im Team diskutiert, uns aber schlussendlich dagegen entschieden. Das Spielen von The Cave soll zu einem Gruppen-Erlebnis werden, bei dem eure Freunde jederzeit Lösungsvorschläge einbringen können. Falls sie es wollen, können sie aber auch direkt mit euch zusammen am Bildschirm spielen. Dadurch entsteht ein sehr organisches Spielgefühl und ein schöner Flow.

Wie groß sind die Chancen, dass es nach der Übernahme von Lucasfilm durch Disney, ein weiteres Monkey Island Abenteuer aus der Feder von Ron Gilbert geben wird? 

Ron Gilbert: Diese Frage wird mir natürlich sehr oft gestellt. Tatsächlich bekam ich im Laufe der letzten Jahre immer wieder Anrufe von Lucasarts-Mitarbeitern, die mich fragten, ob ich nicht an der Entwicklung eines neuen Monkey-Island-Teils interessiert sei. Und in der Tat, jedes Mal, nachdem ich meine Ideen und Konzepte vorgestellt hatte, waren die Entscheider Feuer und Flamme für das Projekt. Kurz bevor es dann aber ernst wurde, wurde der jeweilige Lucasarts-Präsident gefeuert und das Projekt wurde wieder auf Eis gelegt. Das ist mir tatsächlich dreimal (!) nacheinander passiert. Danach habe ich ein bisschen die Lust an der Sache verloren und war reichlich genervt. Sollte ich heute noch mal Hand an ein neues Monkey-Island-Abenteuer legen, müsste man mir schon dir Rechte an der Serie übertragen, damit ich freie Hand habe und selbst entscheiden kann, wie es mit Guybrush und Co weitergeht. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt aber eher unwahrscheinlich. Aber wer weiß, vielleicht läuft ja mit Disney jetzt alles anders. Unter den genannten Voraussetzungen wäre ich sicher nicht abgeneigt, die Serie weiterzuführen. Eins ist aber sicher: Unter meiner Regie würde Monkey Island weiterhin ein traditionelles Point-and-Click-Adventure bleiben. So wie es die Fans kennen und lieben.

Als Retro-Blog interessiert es uns natürlich brennend, ob du hin und wieder noch selbst Zeit für ein Spiel zwischendurch findest. Vielleicht sogar auf einer älteren Spiele-Plattform?

Ron Gilbert: Ich komme leider sehr wenig dazu, selbst zu spielen. Gerade vor dem Launch eines neuen Titels, habe ich hierfür sehr wenig Zeit. Es reicht gerade einmal für eine schnelle Runde, von 10 bis 15 Minuten, auf dem iPhone. Zwischen zwei Terminen, oder wenn ich im Flieger sitze und gerade nichts zu tun habe. Mehr als eine Stunde pro Tag kommt da aber sicher nicht zusammen. Momentan spiele ich zum Beispiel sehr gerne ein Tower-Defense-Spiel namens Kingdom Rush.

Auf welcher Spiele-Plattform oder mit welchen Spiel begann deine Faszination für elektronische Spiele? 

Ron Gilbert: Meine ersten Spielerfahrungen habe ich auf einem Atari VCS 2600 gesammelt. Allerdings waren meine Eltern immer strikt dagegen, eine Spielkonsole anzuschaffen. Deshalb habe ich damals viel Zeit bei Schulfreunden verbracht, die das Glück hatten, eine eigene Atari-Konsole zu besitzen. Natürlich war auch ich damals ganz fasziniert von Videospielen. Als ich dann etwas älter war, haben mir meine Eltern die ersten Heimcomputer gekauft. Einen Apple II und später dann auch einen C64. Elektronische Spiele lehnten sie aber weiterhin kategorisch ab. Ich habe mir deshalb dann im Laufe der Jahre selbst Programmierkenntnisse angeeignet, um meine eigenen Versionen der Videospiele nachzuprogrammieren, die ich bei meinen Freunden gesehen hatte. Irgendwann hab ich dann allerdings mehr mit dem Programmieren, als mit dem Spielen von Games verbracht.

      Vielen Dank für das Interview. Es hat uns sehr gefreut, dass du dir für uns Zeit genommen hast. Wir wünschen dir viel Glück für The Cave und deine zukünftigen Projekte. Ach ja, eins noch: „Hinter dir, ein dreiköpfiger Affe!”                                                                                                                                                                              

        Das Interview führte Leon R. / Übersetzung und Fotos: Thomas Neuberger

Großes Weihnachtsgewinnspiel (vom 14.12.2012)

Ho, Ho, Ho! Es ist mal wieder soweit, das Weihnachtsfest rückt in rasender Geschwindigkeit näher und der Glühwein-Konsum, auf den zahlreichen Weihnachtsmärkten, steigt dank herrlichstem Winterwetter rapide an.

Natürlich veranstalten wir zum Fest des Konsums auch dieses Jahr wieder ein großes Gewinnspiel für euch und dank der freundlichen Unterstützung der folgenden Spielehersteller, stehen die Chancen sehr gut, dass auch unter eurem Christbaum bald ein tolles Geschenk von Retro Videogames für euch liegen wird. 

Sega schickte uns ein Puzzle und drei Actionfiguren zum Spiel The Cave. Sony steuert vier Romane zum Haudrauf-Epos God of War, sowie vier knuffige Sackboy-Actionfiguren bei und zu guter Letzt, haben wir noch drei 3DS-Spiele, gesponsert von Nintendo, für euch (Zelda - Ocarina of Time, Kingdom Hearts 3D und Kid Icarus Uprising).

Um an diese fantastischen Preise zu gelangen, müsst ihr uns einfach die folgende Frage richtig beantworten:

Wie heißt die beste, deutschsprachige Retro-Game-Webseite im World Wide Web?

A - Retro Lamer

B - Retro Blamer

C - Retro Videogames

Schickt uns eine E-Mail mit der richtigen Antwort (und eurer Anschrift) an die folgende Adresse info@retrovideogames.net. Der Einsendeschluss ist der 24.12.2012 um 12:00 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Wir wünschen euch viel Glück!

Street Fighter X Mega Man (vom 19.12.2012)

Anlässlich des 25. Jubiläums der Mega-Man-Reihe veröffentlichte Capcom dieser Tage ein kostenloses Download-Spiel für den PC, namens Street Fighter X Mega Man. Bei diesem ungewöhnlichen Crossover handelt es sich um ein Plattform-Action-Spiel der alten Schule, in feinster 8-Bit-Grafik. Thematisch und grafisch angelehnt an die alten NES-Episoden von Mega Man.

Wie es der Name des Spiels schon erahnen lässt, treffen hier zwei der erfolgreichsten Spielreihen des japanischen Entwicklers aufeinander, und werden zu einer interessanten Melange verquickt.

Mega Man (bzw. Rockman, wie der Charakter in Japan heißt) hüpft und schießt sich in diesem Spiel, wie schon etliche Male zuvor, von Level zu Level und trifft am Ende eines jeden Spielabschnitts auf einen Obermotz, dessen Spezialfähigkeiten er bei erfolgreicher Absolvierung übernimmt.

Eigentlich nichts, was man nicht schon in zig Episoden der Reihe gesehen hätte. Die Besonderheit an diesem Download-Titel ist allerdings, dass die Charaktere der Prügelreihe Street Fighter in dem fremden Universum von Mega Man einen Gastauftritt bekommen. So trefft ihr beispielsweise am Ende eines Levels auf so prominente Haudrauf-Urgesteine wie Ryu, Blanka oder Chun-Li.

Wer sich diesen Retro-Spaß nicht entgehen lassen möchte, lädt sich das Spiel nun schleunigst unter folgendem Link herunter.

 

Meeeerry Christmas (vom 24.12.2012)

Das Retro-Videogames-Team wünscht allen Besuchern unserer Webseite ein wunderschönes Weihnachtsfest und erholsame Feiertage. Hoffentlich bleibt bei all dem Stress mit den lieben Verwandten noch ein bisschen Zeit zum zocken. Zumindest sollten so die notwendigen Essenspausen effizient überbrückt werden können.

Um unserer Informationspflicht nachzukommen, wollen wir euch natürlich auch noch verraten, wer bei unserem großen Weihnachts-Gewinnspiel gewonnen hat:

Martin B. aus Voßhöhlen, Sven S. aus Delligsen, Michael B. aus Pohlheim, Marie-Anne E. aus Hamm, Andreas M. aus Stuttgart, Marianne I. aus Halberstadt, Thomas B. aus Bocholt, Klaus E. aus Groningen, Andreas M. aus Bonn, Judit R. aus Wiesbaden, Thomas S. aus Neumarkt, Simon D. aus Hamburg.

Wir wünschen den glücklichen Gewinnern viel Spaß mit ihren Preisen. Allen anderen, die diesmal leider leer ausgegangen sind, wünschen wir beim nächsten Mal mehr Glück. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr unsere schnuckelige, kleine Webseite auch im kommenden Jahr so zahlreich besuchen würdet. Wir versorgen euch auf jeden Fall weiterhin mit Spieletests, Messe-Berichten und News aus der Retrosphäre.