Interview mit Heinrich Lenhardt (01.04.2015)

Anlässlich der Veröffentlichung seines eBooks "Lenhardts Spielejahr 1984" hat sich der Autor Heinrich Lenhardt freundlicherweise dazu bereit erklärt, uns ein paar Fragen zu seinem neuesten Werk zu beantworten.

Heinrich Lenhardt ist der wohl renommierteste deutsche Spielejournalist und bereits seit den frühen 80er-Jahren aktiv. Völlig zu Recht gilt er als "Lichtgestalt" der Branche und das, obwohl er schon seit geraumer Zeit in Kanada lebt. Jetzt aber genug der Vorschusslorbeeren. Wollen wir doch mal sehen, was uns der Autor zu sagen hat:

Was hat dich dazu bewogen, gerade zum Spielejahr 1984 ein Buch zu veröffentlichen? 

HL: Irgendwo muss man ja anfangen :) – und 1984 war halt mein Berufseinstiegsjahr. Der Arbeitsplatz in der Redaktion Happy-Computer gewährte mir Zugang zu all den schönen Systemen und Spielen dieser Zeit. Es war ja auch ein sehr spannender Jahrgang mit vielen innovativen Veröffentlichungen, die das Medium „elektronische Spiele“ gewaltig voran brachten. Waren die frühen Achtziger Jahre noch von simplen Arcade-Titeln geprägt gewesen, gab es jetzt auch vergleichsbare komplexe Simulationen von riesigen Spielwelten, zum Beispiel bei „Elite“ oder „Lords of Midnight“.  

 

 

Welche Spiele und welche Hardware (aus dieser Zeitperiode) sollte jeder Retro-Gamer sein Eigen nennen? 

HL: Das hängt natürlich sehr vom persönlichen Geschmack ab, an den ersten Computer oder die erste Konsole hat man halt besonders schöne Erinnerungen. Die Plattform des Jahres 1984 war wohl der Commodore 64, dessen Popularität (sowohl in Europa als auch den USA) eine gewaltige Spiele-Lawine auslöste. Es gab in der Zeit noch einige andere wirklich gute Computer, zum Beispiel Atari 800 XL oder Sonys MSX-Modell Hit Bit. Aber an den Erfolg des C64 ist keiner rangekommen. Meinen alten Brotkasten besitze ich leider nicht mehr – zu viele internationale Umzug-Abenteuer, da lernt man die Freuden von Haushaltsverkleinerungen kennen.

Gute Spiele gab’s 1984 viele, ich hatte keine Probleme damit, 50 interessante Titel für das Buch aufzustöbern. Meine persönlichen Top 3 aus der Zeit wären wohl Elite, Summer Games und Boulder Dash.

Planst du weitere eBooks zu späteren Epochen oder bleibt es vorerst bei diesem literarischen Ausflug?  

HL: Oh ja, ich würde die Reihe gerne fortsetzen und bastle bereits an einem „1985“-Plan. Jenes Jahr war nicht minder spannend, da geht es dann mit den ersten 16-Bit-Spielen los. Derzeit ist meine Zeit etwas knapp wegen Auftragsarbeiten und dem „Spieleveteranen“-Reboot, aber ich hoffe, dass ich vor dem Ende des Jahres 2015 meinen „1985“-Band fertig kriege. 

Altmodische Zocker wie wir sind immer auf der Suche nach hübschen „Staubfängern“ für unser Bücherregal. Wie stehen die Chancen, dass es in naher Zukunft auch eine gebundene Ausgabe von „Lenhardts Spielejahr 1984“ geben wird? 

HL: In naher Zukunft wird sich leider nichts Gedrucktes blicken lassen. Die Kosten für eine Print-Ausgabe wären nicht unbeträchtlich, vom Layout bis zum Papier. Ich versuche vielleicht mal mein Glück mit einer Crowdfunding-Kampagne, um Interesse und Vorbestell-Bereitschaft für eine Print-Ausgabe abzuklopfen. Aber dafür gibt es noch keinen Zeitplan, das „1985“-eBook hätte erst einmal Vorrang. 

Falls ihr jetzt neugierig geworden seid, könnt ihr euch das eBook unter folgendem Link für 7,94 Euro herunterladen Amazon.de