Interview mit Andy Brenner (vom 01.07.2013)

Am 20. Juli findet die vierte bayrische Retro-Börse im schönen Rosenheim statt. Was liegt da näher, als mit dem Veranstalter, Andy Brenner, mal ein bisschen über dieses Event zu quatschen.

Im Norden und vor allem in der Mitte Deutschlands werden bereits seit vielen Jahren Verkaufsbörsen für klassische Computer- und Videospiele veranstaltet. Was hat dich dazu veranlasst, solch ein Event nach Bayern zu holen?

Andy Brenner: Einen festen Plan dazu gab es nicht. Ich war 2009 selbst erstmalig als Aussteller auf der Retro-Börse in Bochum mit dabei. Das gesamte Konzept dieser Veranstaltung hat mir sehr gut gefallen und so startete ich damals die Überlegung, ob es evtl. sinnvoll wäre diese Veranstaltung auch in Bayern durchzuführen. Nach Rücksprache mit einigen Bekannten und Freunden stand mein Entschluss dann sehr schnell fest, dass wir es in Bayern versuchen möchten.

Was machst du eigentlich so, wenn du dich nicht gerade um die Organisation der nächsten Retro-Börse kümmerst? Hast du noch einen „ordentlichen Beruf“ oder hast du dein Hobby zum Beruf gemacht?

Andy Brenner: (Lacht) Ja, ich hab auch noch einen "ordentlichen Beruf". Wenn ich mich nicht gerade um die Organisation der nächsten Börse kümmere, dann bin ich im Bereich Digitale Medien tätig. Ich arbeite in einer der größten Autohandelsgruppen in Bayern und bin hier für Anzeigengestaltung Print und Online, Layoutprojekte, Videobearbeitung, Bildbearbeitung und als Webmaster tätig. Also eigentlich ein recht ordentlicher Beruf.

 

Seit einigen Jahren gibt es einen regelrechten Retro-Boom in Deutschland. Klassische Computer- und Videospiele und vor allem der Look der alten Spiele, erfreuen sich größter Beliebtheit. Hierzu muss man sich nur mal erfolgreiche Indie-Spiele wie Super Meat Boy oder Retro City Rampage ansehen. Was sind deiner Meinung nach die Gründe für dieses Retro-Revival?

Andy Brenner: Ich denke, dass speziell im Bereich Retrogames viel von den alten Erinnerungen der User abhängt. Wer erinnert sich nicht gerne an seine Kindheit und Jugend zurück und an die Games, die er damals gezockt hat. Sei es Super Mario World (SNES) für die etwas Jüngeren, oder Uridium auf dem C64 für die Älteren. Aber ich denke, dass die Einfachheit der damaligen Spiele ein Grund dafür ist, warum mittlerweile auch neue Games in diesem Stil, so großen Zuspruch finden. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass man wohl bei der nächsten Generation der Big-Player-Konsolen (PS4 und Xbox One) nicht mehr so einfach an gebrauchte Games herkommen wird. Und wer will schon für ein paar Stunden Spielspaß immer 60 Euro oder mehr ausgeben? Aber das ist ein anderes Thema.

Die Retrobörse in Rosenheim findet dieses Jahr zum vierten Mal statt. Wie weit bist du schon mit der Planung?

Andy Brenner: Die Planung für dieses Jahr ist durch. Alle Aussteller-Tische (bis auf 2 oder 3) sind bereits gebucht. Somit läuft alles wie gewünscht. Gerade vor ein paar Tagen habe ich begonnen, für unsere Jubiläums-Börse im nächsten Jahr zu planen. Hier wird es wahrscheinlich einen richtigen Retro-Tag geben. Soll heißen, dass wir direkt nach der Börse ein kleines Konzert planen. Dieses wird öffentlich sein und sicher viele, vom gebotenen Sound her, ansprechen.

Hast du dir dieses Jahr auch wieder ein kleines Rahmenprogramm für die Veranstaltung einfallen lassen? Letztes Jahr gab es ja einen Wettkampf am SNES, mit anschließender Preisverleihung.

Andy Brenner: Selbstverständlich gibt es in diesem Jahr wieder ein kleines Rahmenprogramm. Zum einen kommt das Team von Arcade Dreams Munich vorbei und baut 3 ihrer Arcade-Stations auf. Hier darf dann nach Herzenslust gezockt werden, bis die Finger qualmen. Außerdem führen wir heuer wieder ein Gewinnspiel durch. Mit der Eintrittskarte bekommt jeder Besucher einen Freispiel-Coin und darf damit sein Glück versuchen. Dieses Jahr wird der Wettbewerb auf einem  Famicom (japanische Version des NES) durchgeführt. Das Wettkampf-Spiel möchte ich natürlich noch nicht verraten. Auf jeden Fall kann der Gamer mit den meisten Punkten die Konsole und das Game mit nach Hause nehmen. Fürs leibliche Wohl ist natürlich auch gesorgt und sollten wir dieses Jahr ausnahmsweise mal schönes Wetter haben, darf ich stolz verkünden, dass unsere Räumlichkeiten voll klimatisiert sind.

Hast du in den nächsten Jahren vor zu expandieren, oder liebäugelst du gar damit, die Lokation ins nahe gelegene München zu verlegen? Schließlich wären die Anreisemöglichkeiten hier noch vielfältiger und du könntest eine noch größere Zielgruppe erreichen, als im beschaulichen Rosenheim.

Andy Brenner: Eine Vergrößerung der Börse wäre in unseren Räumlichkeiten im KuKo in Rosenheim kein Problem. Hier haben wir alle Möglichkeiten. Allerdings denke ich, dass die Größe so ganz gut passt. Aber man wird sehen, was kommt. Eine Verlegung der Location ist vorerst nicht geplant. Das liegt ganz einfach daran, dass ich unsere Börse lieber in zentraler Lage einer Stadt veranstalten möchte, als irgendwo in einem Vorort. Wie man sich vielleicht denken kann, sind die Preise für geeignete Räumlichkeiten in zentraler Lage in München einfach nicht bezahlbar. Wir haben in Rosenheim ein sehr großes Einzugsgebiet. Die Besucher kommen von überall her. Sogar Italiener und Österreicher sind mit dabei. Unsere deutschen Besucher kommen aus allen Ecken des Landes zu uns. Ich denke, dass es in diesen Fällen keine große Rolle spielt, ob man noch 40 km weiter fahren muss. Eine Lokation wird für die Einen immer besser und für die Anderen nicht so optimal erreichbar sein. Aber nach Rosenheim kommt man auch wunderbar mit dem Zug und vom Bahnhof bis zur Börse sind es nur knapp 5 Minuten zu Fuß. 

Danke Andy für deine Zeit. Wir wünschen dir und deinem Team einen riesigen Besucheransturm und vor allem trockenes Wetter. Natürlich werden wir dieses Jahr auch wieder vorbei schauen und mit Sicherheit nicht mit leeren Händen nach Hause fahren.