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Blade Runner 2049 (vom 13.10.2017)

Normalerweise befassen wir uns ausschließlich mit klassischen Videospielen, allerdings kommen in letzter Zeit immer wieder (mehr oder weniger gelungene) Remakes von Kultfilmen in die Kinos, die zumindest eine Erwähnung Wert sind. Schließlich gehören Filme und Videospiele doch irgendwie zusammen, oder?

Nachdem viele Science-Fiction-Fans dieses Jahr leider von der Neuauflage des Anime-Meisterwerks Ghost in the Shell enttäuscht wurden, folgt nun das nächste Remakes eines Klassikers des Genres.

Mit der Fortsetzung zu Blade Runner von Altmeister Ridley Scott wagte sich Regisseur Denis Villeneuve an ein anerkanntes Meisterwerk der Filmgeschichte heran, von dem die meisten sicherlich sagen würden „Dieser Film braucht keine Fortsetzung!“. Auch ich hatte anfangs diese Zweifel, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Übrigens, eines gleich vorweg: Ich werde euch den Film nicht spoilern. Es geht hier lediglich um meine Eindrücke.

Blade Runner 2049 spielt, wie schon sein Vorgänger, größtenteils im düsteren Los Angeles der Zukunft. Im Laufe des Films kommen aber noch weitere Locations, wie das etwas hellere, aber mindestens genauso bedrückende Las Vegas hinzu. Das ehemalige Paradies für Glückspieler ist inzwischen radioaktiv verseucht und hat nichts mehr mit der heutigen Glitzerwelt zu tun. Gerade beim Übergang zwischen den Schauplätzen begeistert Kamera-Legende Roger Deakins mit grandiosen Panorama-Aufnahmen. Ebenso unterstreicht die stark an den Vorgänger erinnernde Musik von Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch die dystopische Szenerie und lässt einen fast vergessen, dass zwischen den beiden Teilen nun schon 35 Jahre vergangen sind. 

Zum Nostalgiefaktor trägt natürlich auch der sichtlich gealterte Harrison Ford bei, der erneut als Replikanten-Jäger Rick Deckard an Bord ist. Zusammen mit dem neuen Hauptdarsteller Ryan Gosling (alias Officer K) geht es im Laufe des Films weiter auf die Suche nach der Antwort zur philosophischen Frage “Was macht den Mensch eigentlich zum Mensch?“.

Wie bereits im Vorgänger von 1982 lässt Blade Runner 2049 viele Fragen offen, gibt aber zumindest einige interessante Denkanstösse, die mich auch nach dem Kinobesuch noch beschäftigten. Wer das Original nicht gesehen hat (Schande über euch!), erwartet in insgesamt 164 Minuten ein etwas langatmiger, aber unglaublich atmosphärischer Science-Fiction-Film der alten Machart. Für alle anderen, dürfte es genau die Fortsetzung sein, die eines der größten Meisterwerke der Filmgeschichte verdient hat. 

Am Schluss noch ein kleiner Tipp für echte Fans. Um ein besseres Verständnis für die Geschehnisse zwischen den beiden Filmen zu erlangen, empfehle ich drei Kurzfilme, die von Regisseur Denis Villeneuve in Auftrag gegeben wurden. (MS)

Black Out 2022

2036: Nexus Dawn

2048: Nowhere to Run

 

 

C64 Mini (vom 05.10.2017)

Angesichts des jüngsten Hypes um das SNES Mini war es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Hersteller aus der Versenkung gesprungen kommen, um sich ein Stück vom lukrativen Kuchen zu sichern. Retro Gaming ist mal wieder angesagt und jeder möchte seine alten Kindheitserinnerungen am heimischen HD-Fernseher wiederbeleben.

Der neueste Spross der Mini-Bewegung wird in Deutschland Anfang 2018 von Koch Media vertrieben. Hierbei handelt es sich um den sogenannten C64 Mini, also eine verkleinerte (maßstabsgetreue) Nachbildung des alten Brotkastens von Commodore. Eine fast schon logische Variante, schließlich erschienen unzählige Games für den 8-Bit Heimcomputer, die sich problemlos auf nahezu jeder Plattform emulieren lassen. Die Rechte für den Großteil der Spiele dürften zudem auch günstig zu haben sein, da die meisten Entwickler / Publisher von damals nicht mehr existieren.  

Allzu viele Details zum Gerät selbst sind bisher nicht bekannt. Es soll halb so groß sein, wie das Original und 64 fest installierte Spieleklassiker enthalten (u.a. Uridium, Paradroid, Nebulus, Hawkeye). Gesteuert wird via mitgelieferten USB-Joystick, der sich zumindest optisch stark am Competion Pro orientiert. Der Anschluss an den Fernseher erfolgt per HDMI-Kabel und natürlich wird es auch verschiedene Grafikfilter geben (Seitenverhältnis, Scanlines, usw.), mit denen sich das Spielvergnügen ganz individuell gestalten lässt.

Falls die technische Umsetzung passt, könnte der C64 Mini zumindest hierzulande ähnlich erfolgreich werden, wie das (S)NES Mini von Nintendo. Mehr Infos findet ihr auf thec64.com (TN)

 

 

UFO 50 (vom 15.09.2017)

Der Indie-Entwickler Mossmouth (u.a. verantwortlich für Spelunky und Downwell) kündigte unlängst eine 8-Bit Spielesammlung namens UFO 50 an. Klingt im ersten Moment spaßig, erinnert aber irgendwie an die fragwürdigen 50+ Spielmodule aus den 90ern. Die hierauf (illegal) gepressten Spielchen hatten zumeist ein starkes Gefälle, was Qualität und Umfang anging.

Wie es der Name UFO 50 schon erahnen lässt, besteht das bunte Potpourri aus fünfzig Indie-Games, der verschiedensten Genres. Egal ob Plattformer, Shooter oder Rollenspiel, thematisch sollte für jeden etwas dabei sein. Der charmante Retro-Stil tut sein Übriges. Aber wie sieht es denn nun mit dem Umfang und der Komplexität der Spiele aus?

Laut Angaben der Macher soll es sich bei den fünfzig Games keinesfalls um Mini- oder gar Microgames handeln. Die Spiele sollen zwar etwas kürzer als die bekannten Vorbilder der NES-Ära sein, zusammengenommen aber immer noch über 100 Stunden Spielspaß bieten. Etwa ein Drittel der Games verfügt zudem über einen Multiplayer-Modus.

Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns bei UFO 50 erwartet gibt´s im ersten Trailer zu sehen und ich muss wirklich sagen, dass der erste Eindruck durchaus positiv ausfällt. Die Vielfalt der Titel passt und die technische Limitierung (32 Farben, geringere Auflösung, usw.) scheint die Kreativität der fünf Entwickler kräftig angekurbelt zu haben. Erscheinen soll das Spiel im Laufe des nächsten Jahres für den PC via Steam. Umsetzungen für die aktuelle Konsolengeneration sind im Anschluss denkbar und hängen sicherlich stark vom Erfolg ab. Der Preis für die Retro-Sammlung steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. (TN)

 

 

Street Fighter wird 30 (vom 07.09.2017)

Kaum zu glauben, dass Capcoms Straßenklopperei schon dreißig Jahre auf dem Buckel hat. Erstaunlich vor allem deshalb, weil der erste Teil 1987 in der Spielhalle (und später auch auf diversen Heimcomputern) fürchterlich floppte. Schuld daran war die völlig vermurkste Steuerung und der fast vollständig fehlende Multiplayer-Modus. Trotzdem konnte bereits der Erstling zeigen, wo die Reise für kommende Beat-em-Ups hingehen sollte.

Der weltweite Erfolg stellte sich erst 1991 mit dem zweiten Teil in der Arcade bzw. auf dem SNES ein, was vor allem an den zwölf charismatischen Kämpfern und einer technischen Präsentation lag, die ihresgleichen suchte. Nur wenige Spiele sorgten in der 16-Bit-Ära für solche Jubelstürme in der Fachpresse und bei der vorwiegend männlichen Zielgruppe.

Es kam natürlich, wie es kommen musste und im Laufe der Jahre wurden unzählige Nachahmer veröffentlicht (u.a. King of Fighters, Mortal Kombat, Tekken). Allerdings schaffte es keine Prügelei, nachhaltig am Ruhm des Originals zu kratzen.

Die Langlebigkeit der Serie, beweist der erst dieses Jahr erschienene fünfte Teil für PS4 und PC. Besitzer einer Nintendo Switch können sich zudem über ein hübsches HD-Remake von Street Fighter 2 namens Ultra Street Fighter II: The Final Challengers freuen. 

Wer es lieber etwas klassischer mag, besorgt sich natürlich die (inoffizielle) 30th Anniversary Edition von Street Fighter 2 für das SNES. Mehr Infos hierzu gibt es auf iam8bit.com (TN)

Gamescom 2017 (vom 25.08.2017)

Europas größte Messe für Computer- und Videospiele hat gerufen und natürlich konnten wir dem Ruf nach Köln nicht widerstehen. Wie die Jahre zuvor, hatten wir dank vorheriger Akkreditierung bereits am Fachbesuchertag die Möglichkeit, die Messehallen zu stürmen, was die Wartezeiten an den Ständen auf ein erträgliches Maß reduzierte. Mehr als 30 Minuten mussten wir selten anstehen, um einen ersten Blick auf die kommenden Spiele-Highlights zu werfen. Zusammen mit einer Hand voll Termine bei einigen Publishern konnten wir unseren GC-Tag optimal nutzen. 

Das Thema VR, das letztes Jahr noch massiv gehypt wurde, ebbte dieses Jahr erwartungsgemäß etwas ab. Die großen Publisher gingen lieber auf Nummer Sicher und konzentrierten sich mal wieder auf Neuauflagen ihrer erfolgreichen Serien. Experimente durften somit, wenn überhaupt, nur aus der Indie-Ecke erwartet werden (z.B. Double Kick Heroes von Headbang Club). So präsentierte Konami das obligatorische Update der hauseigenen Fußball-Simulation Pro Evolution Soccer. Bei PES 2018 legen die Japaner den Fokus auf den Multiplayer-Aspekt (bis zu drei Mitspieler pro Team sind möglich). Auch an der Mimik und den Animationen der Spieler wurde ordentlich geschraubt. Interessant klingen auch die herunterladbaren "Legendary Player", wie Diego Maradona oder David Beckham. Auch deutsche Legenden sind mit an Bord, so dürfen sich BVB-Fans beispielsweise auf Karl-Heinz Riedle freuen.

EA wartete dieses Jahr mit Neufassungen von Star Wars Battlefront, Need for Speed und FIFA auf. Besonders gefallen hat uns hierbei der zweite Teil der Star Wars Battlefront-Reihe. In der anspielbaren Weltraum-Mission musste man sich zuerst entscheiden, ob man in ein Raumschiff der Rebellen oder doch lieber des Imperiums steigt. Nach der Wahl des Fluggeräts ging es dann direkt zur Multyplayer-Weltraumschlacht. Ein besonderes Highlight war Han Solos Millennium Falke oder Darth Mauls Scimitar, die ab einer gewissen Anzahl Punkte gesteuert werden dürfen.

Am Sony-Stand überzeugte uns vor allem Uncharted: The Lost Legancy, das bereits für die PS4 erhältlich ist. Erstmalig ohne Nathan Drake, dafür aber mit dem schlagkräftigen Duo Chloe und Nadine. Wie nicht anders zu erwarten war, liefert Naughty Dog hier wieder äußerst solide Arbeit ab. Sowohl grafisch als auch spielerisch. Wem 40 Euro für ein quasi Add-On mit 8-10 Spielstunden nicht zu viel sind, kann bedenkenlos zugreifen. Auch das lang erwartete Action-Adventure Detroit: Become Human durfte angespielt werden und sah ganz hervorragend aus. Laut Angaben der Entwickler von Quantic Dream soll das cineastische Abenteuer nächstes Jahr endlich erscheinen.  

Am Stand von Nintendo waren wir vor allem auf das neue Mario Odyssey gespannt. Besonders ansprechend war hier der fliegende Wechsel zwischen 3D- und 2D-Sequenzen. Hier fühlt man sich sofort in alte NES-Zeiten zurück versetzt. Weniger überzeugen konnte uns die automatische Kameraführung, bei der sehr oft manuell nachjustiert werden musste. Hoffentlich wird dieses Manko bis zur Veröffentlichung in diesem Winter noch überarbeitet. Auch die Steuerung via Joy-Cons geht noch etwas hakelig von der Hand. Hier raten wir dringend zum optionalen Pro Controller.

Ziemlich enttäuscht waren wir von der Tatsache, dass es auf der Messe (außer in der Business Area, mit vorheriger Terminabsprache) keine Möglichkeit gab, Wolfenstein II: The New Colossus anzuspielen. Aufgrund der positiven Berichterstattung im Vorfeld der Messe hatten wir uns sehr auf den Titel gefreut. Naja, immerhin fällt die Wartezeit kurz aus, denn der fiktive Weltkriegs-Shooter soll bereits am 27. Oktober erscheinen.

Als Retro Gamer ist es uns aber natürlich immer wieder eine ganz besondere Freude, "alte Helden" auf der Gamescom zu treffen. So durften wir dieses Jahr Entwicklerlegende Jon “Jops“ Hare (Sensible Soccer, Cannon Fodder, Mega Lo Mania) ein wenig über seinen inoffiziellen Sensible-Soccer-Nachfolger Sociable Soccer ausquetschen. Damit aber nicht genug, wir konnten auch eine Partie gegen den Meister selbst spielen (Anmerkung des Redakteurs: Ich bin übrigens sehr stolz darauf, ein sehr respektables 0:0 gegen Jon verteidigt zu haben). Das arcadelastige Fußballspiel lief noch nicht ganz fehlerfrei, macht aber durchaus Laune. Im Vergleich zum ebenfalls erschienenen Remake von Kick Off (PS4) wird Sociable Soccer alte Fans der Serie sicherlich nicht enttäuschen. Der Titel soll in Kürze auf Steam erscheinen (für den PC).


Atari is back! Und zwar unter anderem als Publisher für Tempest 4000, das wir auf einer separaten Veranstaltung außerhalb der Messehallen anspielen durften. Der verantwortliche Entwickler ist übrigens Jeff Minter (Attack of the Mutant Camels, Gridrunner, Tempest 2000), also ebenfalls ein Urgestein unter den Spielemachern. Bei dem futuristischen Shooter handelt es sich um ein Remake zu Tempest 2000, welches seinerzeit für Ataris gefloppte Konsole Jaguar erschien. Wie auch beim Vorgänger steuert ihr euer Raumschiff entlang des Randes einer geometrischen Röhre. Ihr feuert aus allen Rohren und versucht so, die Gegnerwellen möglichst effektiv zu erledigen. Das zeitlose Spielprinzip funktioniert nach wie vor und die Grafik erstrahlt im modernen 4K-Gewand. Tempest 4000 erscheint noch dieses Jahr via Steam für den PC.

Wie in den Jahren zuvor gab es auf der Gamescom auch wieder eine Halle, die sich fast ausschließlich dem Thema Retrogaming widmete. Egal für welche klassische Konsole oder für welchen Heimcomputer euer Pixelherz schlägt, hier durften die Geräte live bestaunt und meistens auch darauf gezockt werden. Angefangen bei Klassikern für SNES oder Mega Drive, bis zum neuen Saber Rider-Spiel für Segas Dreamcast, gab es nahezu für jeden etwas zu sehen. Wer wollte, konnte sogar Sound-Guru Chris Hülsbeck beim Komponieren neuer Tracks über die Schulter kucken. Für Fans alter Games lohnt sich der Besuch der Gamescom allein schon wegen dieser Halle. Hier hätten wir locker noch die eine oder andere Stunde verbringen können.

Fazit: Unter dem Strich blieb uns mal wieder zu wenig Zeit, um wirklich alle kommenden Highlights anzuspielen, die uns interessiert hätten, und natürlich war es auch dieses Jahr schade, dass keine große Neuankündigung auf der Gamescom vorgestellt wurde. Die E³ in Los Angeles hat in dieser Hinsicht einfach die Nase vorn. Beispielsweise hätten wir uns sehr über einen Ankündigungstrailer zu Borderlands 3 gefreut. Aber sei’s drum. Spaß gemacht hat uns der Messe-Trubel trotzdem und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir nächstes Jahr nicht wieder am Start wären. Ach ja, natürlich haben wir auch wieder ein kleines Video unseres Messebesuchs für euch zusammengebastelt. Viel Spaß dabei!  (YT / MS)
 

 

Sommergewinnspiel (vom 11.08.2017)

Trotz vereinzelter Regentage läuft der diesjährige Sommer (Atom) Bombe. Das Geschäft in den Eisdielen brummt und fast Alle freuen sich über das warme Klima. Wäre da nicht das pubertäre Wortgefecht zweier durchgeknallter Staatsoberhäupte, könnte man fast schon von einem Traumsommer sprechen.

Aber auch in dieser Zeit sollte euch der Lesestoff nicht ausgehen und dank der freundlichen Unterstützung der eMedia GmbH verlosen wir auch diesmal wieder zehn Exemplare der neuen Retro Gamer-Ausgabe. Um an eine dieser Zeitschriften zu gelangen, müsst ihr uns nur die folgende Frage richtig beantworten:

Welches deutsche Entwicklerstudio steckt hinter dem N64-Hit Rogue Squadron?

A - X Factor

B - Team 17

C - Factor 5

Schickt uns eine E-Mail mit der richtigen Antwort (und eurer Anschrift) an die folgende Adresse info@retrovideogames.net. Der Einsendeschluss ist der 31.08.2017. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Wir wünschen euch viel Glück! Update vom 02.09.2017: Gewonnen haben Waltraud B., Thomas E., Renate B., Christopher B., Waltraud D., Stefanie K., Karl G., Uli K., Stefan H. und Konrad T.

Contra III auf Vinyl (vom 01.08.2017)

Fans der Contra-Serie hatten es in den letzten Jahren schwer. Nicht nur, dass der Nachschub an neuen Spielen, na sagen wir mal "etwas" stockend verlief (Hard Corps: Uprising kam 2011 für PS3 und Xbox 360), nein auch was das Merchandising zur Serie angeht, gab es wenig zu vermelden. Umso erfreulicher war die Ankündigung von Mondo, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Serie den originalen Soundtrack von Contra III: The Alien Wars in remasterter Form auf Vinyl pressen zu wollen. 

Erinnern wir uns zurück: Wir schreiben das Jahr 1992, das SNES war in Japan und USA schon längst auf dem Markt, aber in Deutschland noch nicht offiziell erhältlich. Dank damaliger Spielezeitschriften, wie der Videogames oder der Maniac, wussten deutsche Gamer aber trotzdem Bescheid, welche Spiele-Highlights in Kürze anrollen. Genau zu dieser Zeit veröffentlichte Konami einen der genialsten Action-Titel aller Zeiten für Nintendos noch junge 16-Bit Konsole. Als Contra III (erschien hierzulande unter dem Namen Super Probotector) dann endlich auch bei uns erhältlich war, bestätigten sich die Vorschusslorbeeren.

Unglaublich brachiale Run-and-Gun-Action, wie man sie seinerzeit höchstens in der Spielhalle zu Gesicht bekam, wurde hier plötzlich auf einer Heimkonsole dargeboten. Grafisch war Contra III dank der Mode 7 Effekte und den 256 Farben des SNES ein absolutes Brett. Besonders begeistert hatte mich aber der Soundtrack! Was Konami hier aus dem Soundchip der Konsole kitzelte, war für damalige Verhältnisse fast schon kinoreif. Umso erfreulicher also, dass genau dieser Soundtrack nun endlich auch auf Vinyl erhältlich ist.

Die Platte enthält zwölf bombastische Tracks (plus Intro und Abspann), die sich qualitativ nicht hinter dem Turrican-Soundtrack von Chris Hülsbeck verstecken müssen. Dank der professionellen Überarbeitung der Macher klingen die Musikstücke sogar noch um einiges besser, als damals auf dem SNES. Hinzu gesellt sich das wunderschöne Artwork des Covers und der Innenseite. Natürlich bekam auch die Vinyl selbst ein individuelles Design verpasst.

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, kann ich hier nur eine klare Kaufempfehlung abgeben. Die Scheibe kostet $25 und kann über die Webseite von Mondo bestellt werden. (YT)

 

 

Interview mit Sebastian Eichholz (vom 21.07.2017)

Wer sich in der goldenen 8- und 16-Bit Ära über Neuveröffentlichung im Games-Universum informieren wollte, musste sich noch auf den beschwerlichen Weg zum nächsten Zeitschriftenhändler machen. Schließlich lag das Internet noch in weiter Ferne und das gedruckte Wort hatte einen viel größeren Stellenwert als heutzutage.

Die Meinung der Spieleredakteure wog schwer und die Prozentwertungen in den zahlreichen Magazinen beeinflussten die Kaufentscheidung vieler Gamer wesentlich. Im Zeitalter von YouTube und Facebook eine fast schon antiquierte Vorstellung.

Viele der damaligen Zeitschriften landeten aber früher oder später doch im Müll und so schien diese Ära langsam in Vergessenheit zu geraten. Glücklicherweise gibt es Menschen wie Sebastian Eichholz, der bereits vor einigen Jahren damit begonnen hat, diese verloren geglaubten Zeitdokumente einzuscannen und Online zu stellen. Auf Kultpower.de haben sich so im Laufe der Zeit jede Menge Scans angehäuft und Fans alter Spielezeitschriften dürfen auch heute noch stundenlang in den virtuellen Magazinen blättern.

Wer mehr über die Entstehung der Webseite und Sebastians spielerische Früherziehung erfahren möchte, liest unser Interview mit ihm. (TN)

 

Age of Empires (vom 08.07.2017)

Anlässlich des 20. Geburtstags des PC-Klassikers Age of Empires kündigte Microsoft vor einigen Wochen an, an einem Remake des Echtzeit-Strategie-Spiels zu arbeiten.

Age of Empires: Definitive Edition, wie die Neuauflage für Windows 10 heißen wird, bekommt eine komplette Überarbeitung spendiert. Soviel verrät der erste Trailer bereits. Zwar wurde der ursprüngliche Stil (glücklicherweise) nicht verändert, aber natürlich haben die Entwickler der Microsoft Studios ordentlich an der Technikschraube gedreht, sodass das Spiel auch nach heutigen Maßstäben schick daher kommt. Sichtbar wird das vor allem bei der 4K-Auflösung, dank der nun viele Details der Umgebung erst richtig zur Geltung kommen. Auch die kleinen wuselnden Einwohner eurer wachsenden Ansiedlung sind nun viel besser sichtbar, was der neuen Zoom-Funktion zu verdanken ist. Verbesserte Animationen und die hübschen Wassereffekte tun da ihr Übriges.

Fans der Serie können sich bereits auf der offiziellen Website für eine Mehrspieler-Beta anmelden. Die Definitive Edition wird auch die Erweiterung The Rise of Rome enthalten.

Wer nun alle Einzelheiten und das finale Veröffentlichungsdatum erfahren möchte muss sich noch bis zur kommenden Gamescom in Köln gedulden. Hier wird Microsoft einen eigenes Event zur Neuauflage von Age of Empires abhalten.

 

 

SNES Classic Mini (vom 01.07.2017)

Mit dem NES Classic Mini landete Nintendo Ende letzten Jahres einen wahren Überraschungserfolg. 30 Klassiker waren vorinstalliert und dank der technischen Anpassung der Titel (Auflösung, Seitenverhältnis, etc.), machten die Spiele auch nach all den Jahren noch eine gute Figur auf dem heimischen Fernseher.  

Wer die Mini-Konsole haben wollte, musste allerdings schnell sein, denn die Geräte waren dank einer strengen Limitierung im Nu ausverkauft. Wann und ob Nintendo noch weitere Exemplare in den Handel bringen wird, ist bis dato nicht bekannt.

Nach diesem kurzen aber heftigen Hype war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Japaner auch eine Miniaturversion des SNES nachschieben würden. Wenig überraschend also, als  Nintendo diese Woche damit herausrückte, ab dem 29. September auch eine Miniaturversion ihrer 16-Bit Konsole anzubieten.

Bei der Spieleauswahl gibt es erneut wenig zu meckern. Es sind zwar nur noch 21, anstatt 30 Games installiert, aber die größten (nicht nur hauseigenen) Klassiker sind definitiv an Bord.

 

Übersicht:
  • Contra III: The Alien Wars

  • F-ZERO

  • Legend of Zelda: A Link to the Past

  • Secret of Mana

  • Donkey Kong Country

  • Earthbound

  • Final Fantasy III

  • Kirby Super Star

  • Kirby´s Dream Course

  • Mega Man X

  • Street Fighter II Turbo

  • Super Castlevania IV

  • Super Ghouls´n Ghosts

  • Super Mario Kart

  • Super Mario RPG

  • Super Mario World

  • Super Metroid

  • Super Punch-Out!!

  • Yoshi’s Island

  • Star Fox

  • Star Fox 2

Vor allem der zuletzt genannte zweite Teil der Vektor-Ballerei Star Fox ist außergewöhnlich, da das Spiel niemals in den Handel kam. Obwohl es Mitte der 90ér Jahre so gut wie fertiggestellt war, entschied sich Nintendo kurzfristig gegen eine Veröffentlichung, da die Nachfolge-Konsole N64 bereits in den Startlöchern stand. So verschwand das Spiel in der Schublade. Bis jetzt!

Wer das SNES Classic Mini für 99,99 Euro vorbestellen möchte, wird es erneut schwer haben. Bereits jetzt ist die Nachfrage nach dem Gerät so groß, dass die großen Online-Versandhäuser keine Reservierungen mehr annehmen. Man kann also nur hoffen, dass Nintendo diesmal mit einer größeren Stückzahl in den Handel geht, als noch mit dem Vorgänger. (TN)

Sega Forever (vom 23.06.2017)

SEGA Networks Inc. gab diese Woche bekannt, im zweiwöchentlichen Turnus hauseigene Spieleklassiker auf mobilen Geräten veröffentlichen zu wollen. Das beste an dieser Meldung ist, dass die Spiele tatsächlich kostenlos herunterladen werden dürfen, dann allerdings mit nervigen Werbeeinblendungen. Wer dies als störend empfindet, muss pro Spiel 2,29 Euro investieren, bekommt dann aber auch das pure Spielvergnügen. Unterstützt werden alle iOS- und Android-Geräte.

Die Spielereihe hört auf den Namen Sega Forever und erinnert Retro-Gamer an die Tage, in denen die Sonic-Erfinder noch zusammen mit dem großen Marktführer Nintendo um die Gunst der Spieler warben. Auf Augenhöhe wohlgemerkt.

Geschöpft wird aus aus dem riesigen SEGA-Fundus, beginnend bei den bekannten 8-Bit-Klassikern, bis hin zum arcadelastigen Sortiment der Dreamcast-Ära. Den Auftakt bilden fünf Mega Drive-Spiele (Sonic the Hedgehog, Altered Beast, Kid Cameleon, Phantasy Star II und Comix Zone).

Wer übrigens keinen Bock auf die ungenaue Touch-Steuerung hat, darf löblicherweise auch einen beliebigen Bluetooth-Controller nutzen. (TN)

 

 

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