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House of the Dead: Scarlet Dawn (vom 22.01.2018)

Den Lightgun-Shooter House of the Dead dürften die meisten von Euch noch aus der Spielhalle kennen. Auch die Umsetzung des zweiten Teils, für Segas zu Unrecht gefloppte Konsole Dreamcast, konnte viele Gamer mit einem Fable für Plastik-Knarren begeistern.

Der Hauptgrund für den Erfolg der Serie (bisher erschienen vier Hauptteile in der Spielhalle und eine exklusive Episode für die Wii) war die einzigartige Vereinigung einer cheesigen Agenten-Story, mit äußerst blutigen Zombie Action-Sequenzen. Eine Mischung also, die vor allem B-Movie-Fans mit einem Faible für den gepflegten Trash anspricht. So ist es auch wenig verwunderlich, dass bei den Ablegern der House-of-Dead-Serie eher auf brachiale Action, als auf spielerischen Tiefgang Wert gelegt wird. Es geht schlicht darum, möglichst viele Untote vom Bildschirm zu fegen, ohne dabei selbst in´s Gras zu beißen.

Nachdem das letzte Lebenszeichen auf der Wii (House of the Dead; Overkill) schon fast zehn Jahre zurückliegt, war die Ankündigung von Sega, Anfang dieses Jahres eine Fortsetzung mit dem Untertitel Scarlet Dawn in der Spielhalle zu veröffentlichen, doch einigermaßen überraschend.

Technisch hat sich natürlich Einiges getan, so basiert die Grafik des neuesten Automaten auf der populären Unreal Engine 4 und die Plastik-Gewehre sind nun endlich kabellos. Zudem soll man, wenn man im Cabinet sitzt, ordentlich durchgerüttelt werden. Spielerisch dürfte Sega allerdings keine allzu großen Experimente eingegangen sein. Ob es House of the Dead: Scarlet Dawn auch in eine der wenigen Arcades hierzulande schaffen wird, ist eher fraglich und eine Konsolen-Umsetzung wurde bisher nicht angekündigt. Angesichts der ersten bewegten Bilder wirklich schade, denn so bleibt uns mal wieder nur der neidische Blick nach Japan oder in Richtung USA. (TN)

 

 

Neuer Spieletest online (vom 13.01.2018)

Mitte der 80er Jahre sorgte Atari mit dem Mehrspieler-Spektakel Gauntlet für lange Schlangen in den Spielhallen. Ed Logg und Roger Zeigler, die Köpfe hinter dem Action-Rollenspiel, hatten die Vision, ein ähnliches Spielerlebnis wie im Pen-and-Paper-Klassiker Dungeon & Dragons zu kreieren, nur eben mit stärkerem Fokus auf die Kämpfe. Ein Traum für Fantasy-Fans und Alle, die schon immer mal als Magier mit Zauberstab oder Krieger mit dickem Schwert in die Schlacht gegen fiese Monster ziehen wollten.

Allerdings verlief die Entwicklung des Erstlings schleppender als gedacht, und die Veröffentlichung in der Spielhalle zog sich bis 1985 hin. Der Erfolg des Automaten gab den Machern allerdings Recht und von Gauntlet erschienen seitdem unzählige Nachfolger und Umsetzungen für die verschiedensten Systeme. (SK)

Hack-and-Slays gehören seit Gauntlet zum festen Repertoire vieler  Gamer. Ob das leicht angestaubte Spielprinzip aber auch nach so vielen Jahren noch begeistern kann, lest ihr in unserem ausführlichen Test zu dem 2015 erschienen Ableger Gauntlet: Slayer Edition (PS4).

Retro-Bit Multi Cartridges (vom 03.01.2018)

Haaaaappy New Year da draußen! Wie versprochen, geht´s auch 2018 mit Neuigkeiten aus der Retrosphäre weiter. Den Anfang machen die amerikanischen Zubehör-Spezialisten von Retro-Bit.

Im Webshop der Macher werden seit letztem Monat verschiedene Bundles klassischer Videospiele (für NES und SNES) zum Kauf angeboten. Dabei handelt es sich aber keineswegs um schnöde Downloads, sondern um Module mit jeweils 4-5 Spielen der Hersteller Jaleco und Data East. Und das Beste daran - die Cartdiges können problemlos auf den Original Konsolen abgespielt werden (bisher leider nur auf den US-Geräten). Ideal also für alle Puristen, die lieber auf der "richtigen" Konsole mit dem authentischen Controller zocken möchten.

Zur Auswahl stehen die Data East Classic Collection für SNES ( Fighter´s History 1 & 2, Magical Drop 1 & 2 und Super Side Pocket), die Data East All Star Collection für NES (Bad Dudes, Buggy Popper, Burger Time, Ring King und Side Pockets), die Joe & Mac: Caveman Collection für SNES (Joe & Mac 1 & 2, Congo´s Caper) und das Jaleco Brawler´s Pack (enthält die Prügler Brawl Brothers, The Peace Keepers, Rival Turf und Tuff E Nuff). Pro Modul werden zwischen $30 und $35 fällig.

Die Titel decken zahlreiche Genres ab, gehören qualitativ aber sicherlich nicht immer zur "Creme de la Creme" der damals erschienenen Spiele. Mein persönliches Highlight bildet die Joe & Mac Collection. Diese liebevoll designten Action Jump-and-Runs zählten schon damals zu meinem absoluten Favoriten und spielerisch können die beiden Höhlenmenschen auch heute noch voll überzeugen. Nach Angaben des englischen Magazins Retro Gamer sollen bereits in diesem Monat PAL-Versionen der Spielesammlungen angeboten werden. Diese können dann auch problemlos auf europäischen Konsolen gezockt werden. (TN)

 

 

 

 

Neuer Spieletest online (vom 17.12.2017)

Langjährige Videospieler kennen das Gefühl bestimmt – manchen Games fiebert man schon Wochen vor dem Erscheinungstermin mit besonderer Spannung entgegen. Bei mir sind das in erster Linie Videospielserien, mit denen ich schon seit meiner Jugend wohlige Erinnerungen verbinde und aus diesem Grund schwingt in meinen Beurteilungen von neuen Super Mario-Episoden zugegebenermaßen auch immer etwas Nostalgie mit. Aber unbestritten liegt es auch an den mangelnden Alternativen und den fehlenden Innovationen innerhalb des Genres, dass echte Hüpf-Highlights nicht mehr in der Vielzahl erscheinen, wie noch in den 90ern. Umso motivierter stürzte ich mich in die Welt von Super Mario Odyssey und nach mehr als 20 Stunden Spielzeit und dem Abschluss der Hauptstory ist es an der Zeit für mich, ein Fazit zu Marios Reise um den Globus zu ziehen. (RS)

Eine neue Super Mario-Episode ist immer mit großer Euphorie verbunden. Anfangs überschlagen sich die Kritiker mit Superlativen. Nach ein paar Wochen dann (und etlichen Spielstunden später) tritt aber oftmals Ernüchterung ein und die kleinen Mankos schmälern das Spielvergnügen im Nachhinein doch ein wenig. Die Messlatte bei neuen Hüpfabenteuern des berühmten Klempners liegt eben sehr hoch. Ob uns mit Super Mario Odyssey nun ein echter Meilenstein erwartet, oder doch nur hüpferisches Mittelmaß geboten wird, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test

Mega Man 11 (vom 10.12.2017)

Capcom ließ diese Woche die Bombe platzen und kündigte für nächstes Jahr das Comeback der beliebten Mega Man-Reihe an. Der blaue Roboterjunge Mega Man (in Japan als Rockman bekannt) wird somit zum elften Mal in den Kampf gegen den durchgeknallten Dr. Wily und seine Roboter-Kreationen ziehen.

Mega Mann 11 orientiert sich stilistisch stark an den 8- bzw. 16-Bit-Episoden der Reihe, was bedeutet, dass uns 3D-Spielereihen, wie beispielsweise bei Sonic, erspart bleiben dürften. Dem Ankündigungstrailer nach zu urteilen, wurde die Grafik dezent aufgehübscht, was durchaus charmant daherkommt. Wichtig ist aber vor allem, dass das eingängige Spielprinzip, bestehend aus präzisem Ballern und Hüpfen, erhalten bleibt und es gibt bisher auch keine Anhaltspunkte, um daran zu zweifeln. Capcom hat auch keinen Grund, die treuen Fans mit unnötigen Experimenten zu verärgern, denn bereits Teil 10 der Reihe (erschien 2008) erfreute sich großer Beliebtheit bei Retro-Gamern und das, obwohl das Spiel damals "nur" als Download erschien.

Die rein digitale Verbreitungsform wird uns wahrscheinlich auch bei Mega Man 11 erhalten bleiben, wobei die kleine Hoffnung besteht, dass Capcom anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Serie eine limitierte boxed Version veröffentlicht. Warten wir´s mal ab. Bis das Spiel Ende nächsten Jahres für PC, PS4, Xbox One und Switch erscheint, bleibt uns erst mal nur der Trailer. (TN)

 

 

Weihnachtsgewinnspiel (vom 05.12.2017)

Der Weihnachtsmarathon hat begonnen und berauscht vom Glühweinduft wird sich so mancher von euch in den nächsten Tagen auf die Suche nach einem passenden Geschenk für seine Liebsten begeben. Socken, eine Krawatte oder am Ende doch wieder ein Gutschein? Allzu kreativ fallen die eigenen Weihnachtsgeschenke am Ende oftmals nicht aus, aber egal. Eigentlich geht es ja um die schönen Stunden mit seinen Liebsten und natürlich das gute Essen. 

Damit nach der ganzen Völlerei aber auch etwas Anständiges zum Zocken unterm Christbaum liegt, hat uns Nintendo dieses Jahr netterweise jeweils ein Exemplar von Mario Kart 8 Deluxe und Ultra Street Fighter 2 für die Switch zur Verfügung gestellt. Um an eines dieser Games zu gelangen, müsst ihr uns nur die folgende Frage richtig beantworten:

Über wie viele Strecken dürft ihr bei Mario Kart 8 Deluxe insgesamt brettern?

A - 12

B - 36

C - 48

Schickt uns eine E-Mail mit der richtigen Antwort (und eurer Anschrift) an die folgende Adresse info@retrovideogames.net. Der Einsendeschluss ist der 20.12.2017. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Wir wünschen euch viel Glück! Update vom 21.12.2017: Gewonnen haben Niko B. und Stefan M.

Rampage im Kino (vom 25.11.2017)

An mittelprächtigen Videospielverfilmungen mangelt es wirklich nicht. Ich denke hier an filmische Desaster wie Resident Evil, Doom oder zuletzt Pixels, mit dem Trash-König Adam Sandler in der Hauptrolle. Zusammen mit ein paar Kumpels (und diversen alkoholischen Getränken) können aber gerade diese B-Movie-Perlen ihren ganz eigenen Charme entwickeln.

Genau in diese Kategorie scheint auch die für 2018 angekündigte Verfilmung des Arcade-Klassikers Rampage zu fallen. Aber zuerst ein paar Worte zur Vorlage: Die Monster-Klopperei erschien bereits 1986 in der Spielhalle. Das Ziel des Spiels bestand im Grunde darin, mit einem von drei mutierten Ungetümen schnellstmöglich eine Stadt in Schutt und Asche zu legen. Damit das Ganze nicht zu eintönig wird, versuchen Polizisten in Hubschraubern und Panzern die Monster mit aller Macht daran zu hindern, ihr zerstörerisches Werk allzu schnell zu vollenden.

Aus dieser Vorlage lässt sich kein abendfüllender Spielfilm machen, sagt ihr? Naja, Regisseur Brad Peyton (Cats & Dogs, San Andreas) war da wohl anderer Meinung. Mit Dwayne „The Rock“ Johnson wurde auch ein halbwegs charismatischer Hauptdarsteller gefunden, der dem CGI-Spektakel ein wenig Leben einhauchen könnte. Johnson spielt einen Primatenforscher, dessen Lieblings-Gorilla nach dem Kontakt mit einem außerirdischen Artefakt, na sagen wir mal, ein wenig aus der Form gerät. Dann tauchen auch noch ein riesiger Wolf und ein Krokodil auf. Den Rest kann man sich denken.

In Gesellschaft der bereits angesprochenen Kumpels könnte diese Mischung aus Godzilla und King Kong aber ganz spaßig werden. Einen Oscar wird´s für Rampage aber sicherlich nicht geben. (TN)

 

 

Der Amiga Joker ist zurück (vom 12.11.2017)

Viele Heimcomputer-Fans werden sich bestimmt noch an die Zeitschrift Amiga Joker erinnern. Das Magazin war das erste deutschsprachige Blatt, das ausschließlich über Commodores grandiose 16-Bit-Maschine berichtete. Wie wir heute leider wissen, konnte sich der Amiga gegen die immer stärker werdende PC-Konkurrenz nicht durchsetzen und so kam Ende der 90er Jahre leider das Aus für den Amiga und der einstmals so erfolgreiche Hersteller Commodore musste dicht machen.

Dies bedeutete irgendwann auch das Ende für den Amiga Joker und so gingen 1996 hier ebenfalls die Lichter aus. Wirklich bitter, denn die Zeitschrift hatte dank der launigen Schreibweise der Redakteure eine bis zuletzt treue Leserschaft, die von nun an ohne ihre monatliche Joker-Ration auskommen musste. 

Diesen Oktober tauchte allerdings völlig überraschend eine Sonderausgabe des Amiga Joker auf und der alte, sowie neue Chefredakteur Richard Löwenstein war so freundlich, uns ein paar Fragen zu der neuen Ausgabe zu beantworten.  

Nach über 20 Jahren erschien kürzlich eine neue Sonderausgabe des Amiga Joker. Wie kam es dazu? 

RL: Zur Gamescom 2016 hatte ich mein neu entwickeltes Amiga-Shmup Reshoot auf CD-ROM veröffentlicht. Der Packung liegt eine Miniausgabe des Amiga Joker mit Making-of bei. Der Veranstalter der Amiga32, Markus Tillmann, sprach mich darauf an und frage, ob ich anlässlich der Amiga32 einen weiteren AJ produzieren würde. Ich hab´ eine Weile hin- und herüberlegt; im Frühjahr 2017 alte AJ-Kollegen gefragt ob sie mitmachen würden; und nach viel positiver Rückmeldung ging´s los.

Wer von der alten Crew war mit an Bord und wie schwer war es, die alten Kollegen zur Mitarbeit zu überreden?

RL: Mit dabei sind Reinhard Fischer, Markus Ziegler, Dieter Marchsreiter, Paul Kautz und Manfred Huber. Überreden war nicht notwendig. Einige weitere Kollegen hätte ich ebenfalls gerne mit dabei gehabt, sie mussten aber aus Zeitgründen absagen. Die dabei sind, waren Feuer und Flamme. 

Habt ihr noch mal in eurem Archiv gekramt oder wurden tatsächlich alle Artikel neu geschrieben?

RL: Archiv? Nein, jedes Wort und jedes Bild ist neu und total 2017. Der original Amiga Joker – aus der Ära um 1993 herum – liefert Look und Flair, die Inhalte sind alle aktuell.

Richard Löwenstein

Welche Themen bzw. welche Spiele werden in der neuen Ausgabe behandelt? 

RL: Ich kopiere mal ganz frech die Cover-Schlagzeilen. Als da wären: Neue Spiele 2018 - So entsteht Reshoot R. Dann Vergleichstests Alt gegen neu: Siedler, Lotus, Stardust - Amiga-Klassiker vs. aktuelle Hits. Außerdem Amiga Joker total nackt: Geheimnisse der Redaktion und Geschichten, die noch niemand kennt. Und noch etliche weitere Geschichten, zum Beispiel Factor 5 über Erfolge, Raubkopien und Comeback-Pläne. Last not least Lesertest, User Club, neue bzw. überarbeitete Brork- und Ghost-Comics von Olli Wunderlich und Werner Regnet, Mixer und mehr. Wie man den Amiga Joker eben kannte und kennt. 

Ist mit dieser Sonderausgabe endgültig Schluss oder denkt ihr über ein regelmäßiges Format nach?  

RL: Regelmäßig sehe ich das nicht. Aber wir haben enorm viel begeisterte Rückmeldung bekommen. Da liegt es nahe, vielleicht doch noch eine weitere Ausgabe zu machen, irgendwann ... :-)

Neuer Spieletest online (vom 05.11.2017)

Viele hätten wohl nicht mehr daran geglaubt, aber das seit einer halben Ewigkeit angekündigte Zeichentrick-Spektakel Cuphead hat tatsächlich noch den Weg auf die Xbox One und den PC geschafft!

Lange genug hat es ja auch gedauert. Schließlich gab es 2014 auf der E3 bereits den ersten Trailer zu dem charmant designten Spiel zu sehen. In schöner Regelmäßigkeit wurden daraufhin immer wieder neue Trailer und Spielszenen nachgeschoben, die uns den Mund wässrig machten. Die hektische Ballerei im Stile der alten Cartoons von Max Fleischer (Betty Boop, Popeye, uvm.) sah von Mal zu Mal besser aus. Ein Veröffentlichungsdatum konnten oder wollten die Macher von Studio MDHR allerdings lange nicht rausrücken. (YT)

Nach unzähligen Überarbeitungen und Verschiebungen ist es nun aber soweit und wir durften endlich Hand an das fertige Spiel legen. Ob sich der ganze Aufwand um dieses außergewöhnliche Run-and-Gun gelohnt hat, lest ihr in unserem ausführlichen Review

Luigi´s Mansion (vom 27.10.2017)

Pünktlich zu Halloween kommt bei Vielen der Wunsch auf, sich ordentlich schocken zu lassen. Sehr hilfreich sind hierbei Horrorfilme oder eben auch gruselige und besonders spannende Videospiele. Was sind die ersten Titel, die euch zu diesem Thema in den Sinn kommen? Wahrscheinlich aktuelle Vertreter, wie The Evil Within 2 oder Resident Evil VII. Mir sind diese Games aufgrund ihrer expliziten Gewaltdarstellung und der ekligen Splatterszenen allerdings zu plump.

Ich bevorzuge da eher subtilere Vertreter des Genres, wie Luigi´s Mansion. Na gut, so richtig schocken wird euch das Spiel vielleicht nicht, aber dank der dichten Atmosphäre und einer großen Portion Charme gehört der Titel für mich trotzdem zu meinen liebsten Halloween-Games.

Luigi´s Mansion erschien 2002 für Nintendos GameCube. Ihr schlüpft in die Rolle von Luigi, den meistens etwas zu kurz kommenden Bruder von Mario. Ausgestattet mit einer Taschenlampe und einem Geister-Staubsauger (dem Schreckweg 08/16) macht der sich auf Weg zu einer von Gespenstern heimgesuchten Villa, in die sein Klempner-Bruder unter mysteriösen Umständen entführt wurde.

In bester Action-Adventure-Manier gilt es kleine Rätsel zu lösen und die umherspukenden Gegner unschädlich zu machen. Ein vielleicht etwas kurzer Gruselspaß (nach ca. 8 Stunden ist man durch) aber von der Stimmung und dem Ideenreichtum her, wird gewohnt hochwertige Nintendo-Qualität geboten. Wer lieber unterwegs auf Geisterjagd geht, greift zum (nicht minder unterhaltsamen) Luigi´s Mansion 2 für den 3DS. Happy Halloween everybody! (TN)    

 

 

Blade Runner 2049 (vom 13.10.2017)

Normalerweise befassen wir uns ausschließlich mit klassischen Videospielen, allerdings kommen in letzter Zeit immer wieder (mehr oder weniger gelungene) Remakes von Kultfilmen in die Kinos, die zumindest eine Erwähnung Wert sind. Schließlich gehören Filme und Videospiele doch irgendwie zusammen, oder?

Nachdem viele Science-Fiction-Fans dieses Jahr leider von der Neuauflage des Anime-Meisterwerks Ghost in the Shell enttäuscht wurden, folgt nun das nächste Remake eines Klassikers des Genres.

Mit der Fortsetzung zu Blade Runner von Altmeister Ridley Scott wagte sich Regisseur Denis Villeneuve an ein anerkanntes Meisterwerk der Filmgeschichte heran, von dem die meisten sicherlich sagen würden „Dieser Film braucht keine Fortsetzung!“. Auch ich hatte anfangs diese Zweifel, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Übrigens, eines gleich vorweg: Ich werde euch den Film nicht spoilern. Es geht hier lediglich um meine Eindrücke.

Blade Runner 2049 spielt, wie schon sein Vorgänger, größtenteils im düsteren Los Angeles der Zukunft. Im Laufe des Films kommen aber noch weitere Locations, wie das etwas hellere, aber mindestens genauso bedrückende Las Vegas hinzu. Das ehemalige Paradies für Glückspieler ist inzwischen radioaktiv verseucht und hat nichts mehr mit der heutigen Glitzerwelt zu tun. Gerade beim Übergang zwischen den Schauplätzen begeistert Kamera-Legende Roger Deakins mit grandiosen Panorama-Aufnahmen. Ebenso unterstreicht der stark an den Vorgänger erinnernde Soundtrack von Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch die dystopische Szenerie und lässt einen fast vergessen, dass zwischen den beiden Teilen bereits 35 Jahre vergangen sind.

Zum Nostalgiefaktor trägt natürlich auch der sichtlich gealterte Harrison Ford bei, der erneut als Replikanten-Jäger Rick Deckard in Erscheinung tritt. Zusammen mit dem neuen Hauptdarsteller Ryan Gosling (alias Officer K) geht es im Laufe des Films weiter auf die Suche nach der Antwort zur philosophischen Frage “Was macht den Mensch eigentlich zum Mensch?“.

Wie bereits im Vorgänger von 1982 lässt Blade Runner 2049 viele Fragen offen, gibt aber zumindest einige interessante Denkanstösse, die mich auch nach dem Kinobesuch noch beschäftigten. Wer das Original nicht gesehen hat (Schande über euch!), erwartet in insgesamt 164 Minuten ein etwas langatmiger, aber unglaublich atmosphärischer Science-Fiction-Film der alten Machart. Für alle anderen, dürfte es genau die Fortsetzung sein, die eines der größten Meisterwerke der Filmgeschichte verdient hat. 

Am Schluss noch ein kleiner Tipp für echte Fans. Um ein besseres Verständnis für die Geschehnisse zwischen den beiden Filmen zu erlangen, empfehle ich drei Kurzfilme, die von Regisseur Denis Villeneuve in Auftrag gegeben wurden. (MS)

Black Out 2022

2036: Nexus Dawn

2048: Nowhere to Run

 

 

C64 Mini (vom 05.10.2017)

Angesichts des jüngsten Hypes um das SNES Mini war es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Hersteller aus der Versenkung gesprungen kommen, um sich ein Stück vom lukrativen Kuchen zu sichern. Retro Gaming ist mal wieder angesagt und jeder möchte seine alten Kindheitserinnerungen am heimischen HD-Fernseher wiederbeleben.

Der neueste Spross der Mini-Bewegung wird in Deutschland Anfang 2018 von Koch Media vertrieben. Hierbei handelt es sich um den sogenannten C64 Mini, also eine verkleinerte (maßstabsgetreue) Nachbildung des alten Brotkastens von Commodore. Eine fast schon logische Variante, schließlich erschienen unzählige Games für den 8-Bit Heimcomputer, die sich problemlos auf nahezu jeder Plattform emulieren lassen. Die Rechte für den Großteil der Spiele dürften zudem auch günstig zu haben sein, da die meisten Entwickler / Publisher von damals nicht mehr existieren.  

Allzu viele Details zum Gerät selbst sind bisher nicht bekannt. Es soll halb so groß sein, wie das Original und 64 fest installierte Spieleklassiker enthalten (u.a. Uridium, Paradroid, Nebulus, Hawkeye). Gesteuert wird via mitgelieferten USB-Joystick, der sich zumindest optisch stark am Competion Pro orientiert. Der Anschluss an den Fernseher erfolgt per HDMI-Kabel und natürlich wird es auch verschiedene Grafikfilter geben (Seitenverhältnis, Scanlines, usw.), mit denen sich das Spielvergnügen ganz individuell gestalten lässt.

Falls die technische Umsetzung passt, könnte der C64 Mini zumindest hierzulande ähnlich erfolgreich werden, wie das (S)NES Mini von Nintendo. Mehr Infos findet ihr auf thec64.com (TN)

 

 

UFO 50 (vom 15.09.2017)

Der Indie-Entwickler Mossmouth (u.a. verantwortlich für Spelunky und Downwell) kündigte unlängst eine 8-Bit Spielesammlung namens UFO 50 an. Klingt im ersten Moment spaßig, erinnert aber irgendwie an die fragwürdigen 50+ Spielmodule aus den 90ern. Die hierauf (illegal) gepressten Spielchen hatten zumeist ein starkes Gefälle, was Qualität und Umfang anging.

Wie es der Name UFO 50 schon erahnen lässt, besteht das bunte Potpourri aus fünfzig Indie-Games, der verschiedensten Genres. Egal ob Plattformer, Shooter oder Rollenspiel, thematisch sollte für jeden etwas dabei sein. Der charmante Retro-Stil tut sein Übriges. Aber wie sieht es denn nun mit dem Umfang und der Komplexität der Spiele aus?

Laut Angaben der Macher soll es sich bei den fünfzig Games keinesfalls um Mini- oder gar Microgames handeln. Die Spiele sollen zwar etwas kürzer als die bekannten Vorbilder der NES-Ära sein, zusammengenommen aber immer noch über 100 Stunden Spielspaß bieten. Etwa ein Drittel der Games verfügt zudem über einen Multiplayer-Modus.

Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns bei UFO 50 erwartet gibt´s im ersten Trailer zu sehen und ich muss wirklich sagen, dass der erste Eindruck durchaus positiv ausfällt. Die Vielfalt der Titel passt und die technische Limitierung (32 Farben, geringere Auflösung, usw.) scheint die Kreativität der fünf Entwickler kräftig angekurbelt zu haben. Erscheinen soll das Spiel im Laufe des nächsten Jahres für den PC via Steam. Umsetzungen für die aktuelle Konsolengeneration sind im Anschluss denkbar und hängen sicherlich stark vom Erfolg ab. Der Preis für die Retro-Sammlung steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. (TN)

 

 

Street Fighter wird 30 (vom 07.09.2017)

Kaum zu glauben, dass Capcoms Straßenklopperei schon dreißig Jahre auf dem Buckel hat. Erstaunlich vor allem deshalb, weil der erste Teil 1987 in der Spielhalle (und später auch auf diversen Heimcomputern) fürchterlich floppte. Schuld daran war die völlig vermurkste Steuerung und der fast vollständig fehlende Multiplayer-Modus. Trotzdem konnte bereits der Erstling zeigen, wo die Reise für kommende Beat-em-Ups hingehen sollte.

Der weltweite Erfolg stellte sich erst 1991 mit dem zweiten Teil in der Arcade bzw. auf dem SNES ein, was vor allem an den zwölf charismatischen Kämpfern und einer technischen Präsentation lag, die ihresgleichen suchte. Nur wenige Spiele sorgten in der 16-Bit-Ära für solche Jubelstürme in der Fachpresse und bei der vorwiegend männlichen Zielgruppe.

Es kam natürlich, wie es kommen musste und im Laufe der Jahre wurden unzählige Nachahmer veröffentlicht (u.a. King of Fighters, Mortal Kombat, Tekken). Allerdings schaffte es keine Prügelei, nachhaltig am Ruhm des Originals zu kratzen.

Die Langlebigkeit der Serie, beweist der erst dieses Jahr erschienene fünfte Teil für PS4 und PC. Besitzer einer Nintendo Switch können sich zudem über ein hübsches HD-Remake von Street Fighter 2 namens Ultra Street Fighter II: The Final Challengers freuen. 

Wer es lieber etwas klassischer mag, besorgt sich natürlich die (inoffizielle) 30th Anniversary Edition von Street Fighter 2 für das SNES. Mehr Infos hierzu gibt es auf iam8bit.com (TN)

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